Eingabe löschen

Kopfbereich

Schnellnavigation

Hauptnavigation

AGEAIR

Damit aktuell produzierte Triebwerke mit einem maximalem Startschub über 26.7 kN zertifiziert und zugelassen werden, müssen diese gewisse Emissionsgrenzwerte einhalten – wie bei einem Fahrzeugmotor. In der Luftfahrt werden die Emissionsstandards von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) festgelegt. Die Standards limitieren seit über 30 Jahren gasförmige Schadstoffe sowie sichtbaren Rauch. In Kürze werden die ersten Emissionskriterien für Feinstaub eingeführt, welche alle nach dem 1. Januar 2020 hergestellten Treibwerkstypen erfüllen müssen. Für die Emissionszertifizierung verwenden die Treibwerkshersteller beinahe fabrikneue Triebwerke, ausgewählt basierend auf ihrer individuellen Leistung. Die erhaltenen Emissionswerte, die in die ICAO-Emissionsdatenbank eingetragen werden, spiegeln jedoch nicht unbedingt die tatsächlich emittierten Schadstoffe wieder. Unter anderem werden Verschleissprozesse in alternden Triebwerken nicht berücksichtigt. Dies ist insofern von Bedeutung, da für Studien, die den Einfluss von Luftfahrtemissionen auf die Umwelt, die Luftqualität und somit auch auf die Gesundheit untersuchen, die ICAO-Emissionsdatenbank als Grundlage dient.

Die Gruppe Meteorologie, Umwelt und Luftverkehr am Zentrum für Aviatik (ZHAW) befasst sich mit der Messung und Modellierung von Triebwerksemissionen. Im Projekt AGEAIR, finanziert durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL), werden am Flughafen Zürich in Zusammenarbeit mit SR Technics die Emissionen von Triebwerken gemessen, die gewartet werden müssen. Um die Triebwerke nach der Wartung wieder an ein Flugzeug montieren zu dürfen, müssen sie zuerst auf Herz und Nieren geprüft werden. Während dieser Tests ist es möglich, mithilfe der «SMARTEMIS»-Messinfrastruktur Emissionsmessungen mit einer fest installierten und einziehbaren Sonde durchzuführen, sodass der Betrieb in der Testzelle bei SR-Technics nicht gestört wird.

Im Verlauf des Jahres 2019 werden die Emissionen von Triebwerken mit unterschiedlichsten Betriebsstunden gemessen und wissenschaftlich ausgewertet. Neben einer möglichen Empfehlung von Korrekturfaktoren je nach Schadstoff und Betriebsstunden für die ICAO-Emissionsdatenbank, sollen die Ergebnisse in wissenschaftliche Publikationen einfliessen.