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Werkzeug Innovationssystemanalyse

Abbildung 1: Systemische Herausforderungen bei der Entwicklung einer Smart City (weiterentwickelt von Woolthuis et al. 2005, Weber & Rohracher 2012)
Abbildung 2: Landkarte Smart City Innovationssystem Winterthur

Innovation entsteht durch das systemische Zusammenspiel von Akteuren, Infrastrukturen und Artefakten, bestimmten Herausforderungen, Problemen oder Möglichkeiten unter spezifischen institutionellen oder gesetzlichen Bedingungen. Dies ist besonders relevant für Smart City da hier z.B. Stadtverwaltung, Unternehmen, Hochschulen, Intermediäre, Pilotkunden neue Kooperationen eingehen und Netzwerke aufbauen um neue Lösungen für spezifische Herausforderungen einer Stadt zu entwickeln. Darauf folgt das spezifische SC Projekte und Lösungswege in der Struktur der jeweiligen Städte schon angelegt sind, aber zum Teil nicht erkannt werden bzw. aufgrund bestimmter Barrieren nicht angegangen bzw. abgebrochen werden. Die Innovationssystemanalyse bietet daher einen weiteren Ansatz für eine Status-Quo-Analyse um stadtspezifische SC Projekte und Lösungswege herauszuarbeiten bzw. Barrieren und Treiber für die spätere Umsetzung einer SCI zu identifizieren.  Vorreiterstädte wie Wien oder Amsterdam haben zudem im Umsetzungsprozess der SC ihre Innovationsysteme weiterentwickelt z.B. durch die Schaffung neuer Organisationen und Unternehmen, neuer digitaler Infrastrukturen (z.B. Sensoren, Datenbanken, Software) sowie neuer harter (Gesetze, Regulierung) und weicher (Werte, Normen) institutionelle Rahmenbedingungen (Gesetze und Verordnungen, Planungsprozesse, Roadmaps bis hin zu einer eigentlichen Smart City Kultur). Durch das Zusammenspiel dieser Elemente im Innovationssystem vereinfachen und beschleunigen die Umsetzung neuer Lösungen und damit die Transformation zu neuen Stadtsystemen.

Umsetzung Innovationssystemanalyse

Die Status Quo Analyse im Rahmen einer Innovationssystemanalyse beinhaltet zunächst die Identifizierung von Akteuren (z.B. Verwaltungsstellen, Unternehmen, Investoren, Hochschulen und Forschungszentren, Verbände und Beratungsfirmen), welche in den definierten Smart City Themen (z.B. Energie, Mobilität, Gesundheit, Wohnen) aktiv sind. Anschliessend werden die Beziehungen der Akteure zueinander analysiert. Diese Beziehungen ergeben sich aus gemeinsamen Projekten oder der gemeinsamen Teilnahme an Netzwerken (z.B. Mitgliedschaften in Verbänden). Resultat ist eine Datenbank und eine graphisch aufbereitete Innovationslandkarte, welche Akteure und deren Beziehungen resp. Netzwerke aufzeigt.

Schliesslich werden systemische Herausforderungen identifiziert, welche die Entwicklung des Smart City Innovationssystems behindern können. Diese können auf der Ebene der Akteure, der Infrastruktur, der Spielregeln, der Interaktion und der Entwicklungsrichtung liegen (siehe Abbildung 1).

Beispiel Smart City Innovationssystem Winterthur

Die Landkarte des Smart City Innovationssystems Winterthur (siehe Abbildung 2) enthält rund 360 Akteure und 470 Beziehungen. Neben der Verwaltung (inkl. Stadtwerk) sind auch Unternehmen, die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), der Technopark und einzelne Intermediäre in Smart City Projekten aktiv. Intermediäre vernetzen vor allem innerhalb einzelner Themenbereiche wie Energie, Mobilität und Gesundheit. Die Zusammenarbeit bezüglich Smart City Themen zwischen der Stadt Winterthur, der ZHAW und dem Intermediär „energie bewegt winterthur“ ist seit 2013 formal in der Initiative „Smart City Winterthur“ etabliert. Damit hat die Stadt Winterthur insgesamt eine gute Ausgangslage. Potential besteht insbesondere im Bereich der ICT-Infrastruktur und bei der Zusammenarbeit mit grossen (ICT-)Akteuren. Zudem kann die Vernetzung zwischen den einzelnen Themenfelder (z.B. Energie und Mobilität, Wohnen und e-Health) ausgebaut werden, um Synergien zu nutzen. Dabei können im Sinn der Co-Creation partizipative Stakeholder-Prozesse eingesetzt werden.