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Watt d'Or 2020

Gewächshaus-Energieprojekt mit «Watt d’Or» ausgezeichnet

Mit einer hocheffizienten, gezielten Klimatisierung lässt sich der Energieverbrauch fürs Heizen und Kühlen von Gewächshäusern halbieren. Entwickelt haben diese Lösung Forschende der ZHAW School of Engineering. Das Projekt hat nun den «Watt d’Or» des Bundesamts für Energie erhalten.

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Die Gewinner des Watt d'Or 2020: Serena Danesi, Thomas Bergmann und Claudio Koller vom IEFE, Daniel Roost von der Schmid Hutter AG und Hanspeter Meyer von der Meyer Orchideen AG.

Gewächshaus-Projekt ausgezeichnet

Die Forschenden am ZHAW-Institut für Energiesysteme und Fluid-Engineering (IEFE) haben für ihr Projekt einen innovativen Ansatz gewählt: Anstatt das gesamte Gewächshaus zu beheizen bzw. zu kühlen, werden lediglich die Pflanzentische mit optimal konditionierter Luft versorgt. Sogenannte Absorptionsluftwäscher kehren dazu den natürlichen Transpirationsprozess der Pflanzen um. Die Forschenden haben die neue Technologie in einem rund 600 Quadratmeter grossen Gewächshaus der Meyer Orchideen AG während mehrerer Monate erprobt. So konnten sie nachweisen, dass sich der Energieverbrauch zum Heizen und Kühlen um rund die Hälfte reduzieren lässt. Ein weiteres Plus dieser direkten Pflanzentischklimatisierung ist die wetterunabhängige, punktgenaue Steuerung der klimatischen Wachstumsbedingungen der Pflanzen. Dadurch ist es möglich, Pflanzen mit unterschiedlichen klimatischen Anforderungen nebeneinander in einem Gewächshaus zu kultivieren.

Integriert in europäisches Forschungsprojekt
Das Projekt vereinigt wirtschaftlichen Nutzen mit einer erheblichen Reduzierung des Energiebedarfs. Gleichzeitig kann das Konzept in ein zukunftsorientiertes Speichernetzwerk integriert werden, das die ZHAW-Forschenden im Rahmen des EU-Forschungsprojekts H-DisNet mitentwickeln. Dieses basiert auf sogenannten thermochemischen Netzen, welche im Gegensatz zu thermischen Wärmeversorgungsnetzen nicht Wärmeenergie, sondern gespeichertes thermisches bzw. chemisches Potenzial in Form von konzentrierten Salzlösungen transportieren, mit dem am Ort des Wärmebedarfes Nutzwärme bzw. -kälte produziert werden kann. Vorteile gegenüber herkömmlichen Wärmeversorgungsnetzen sind eine höhere Energiedichte, geringere Investitionskosten und die Möglichkeit einer verlustlosen Langzeitspeicherung.

Mehr als nur eine Trophäe
Jährlich vergibt das Bundesamt für Energie den «Watt d’Or» für besonders innovative Energieprojekte. Das ZHAW-Projekt ist dabei in der Kategorie Energietechnologien ausgezeichnet worden. Für Serena Danesi von der Forschungsgruppe Thermische Speicher ist die Auszeichnung mehr als eine Trophäe: «Das ist nicht nur eine grosse Anerkennung unserer Forschungsarbeit, sondern erhöht auch den Bekanntheitsgrad unseres Projektes, was für die Weiterentwicklung mit Industriepartnern hilfreich sein kann», so die Forscherin. Ihr Ziel ist es, die Technologie in verschiedenen Gewächshausbetrieben in der Schweiz einzusetzen und für zusätzliche Anwendungen wie Gebäudeklimatisierung oder Trocknungsprozesse zu erweitern.

Die Preisverleihung in Bildern

Der Kursaal in Bern bot eine würdige Kulisse für die Preisübergabe.
Am Anlass nahmen mehrere hundert Personen aus der Schweizer Energiebranche teil.
Die begehrten Schneekugeln werden jedes Jahr in vier verschiedenen Kategorien vergeben.
Das Team rund um Thomas Bergmann (links) holte sich den Preis in der Kategorie "Energietechnologien".
Die diesjährige Ausgabe fand unter dem Motto "dise Wäg" statt. Das Ziel: neue Wege im Energiebereich.