Fachtagung Urbane Ökosysteme
Biodiversität in der Stadtökologie und Stadtentwicklung – Erfolgreiches Fördern und Bewahren im Zeichen von Transformationsprozessen und konstantem Wandel
Informationen
- Datum: Freitag, 27. November 2026 (Anmeldeschluss 22. November 2026)
- Veranstaltungsort: ZHAW Wädenswil, Gebäude GA, Grüentalstrasse 14, 8820 Wädenswil (PDF 826 kB)
- Anreise: Wir empfehlen mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Auf dem Campus Grüental stehen keine Parkplätze zur Verfügung. Sie erhalten auf dem Parkplatz «Gerenau» (Schönenbergstrasse 189, Wädenswil) (JPG 99 kB) Parkplätze. Von dort fährt ein Shuttlebus kostenlos an die ZHAW.
- Programm: dieses finden Sie weiter unten auf dieser Seite
- Sprache: Deutsch
- Kosten: Tagungstarif CHF 250.00
Mitglieder Bioterra, SVKI, VSSG, BSLA, ZHAW-Mitarbeitende CHF 220.00
Studierende oder Lernende CHF 80.00 - Inklusiv: Verpflegung
- Kontakt: Fachtagungssekretariat fachtagung.lsfm@zhaw.ch
- Organisation und fachliche Auskunft: Stephan Brenneisen stephan.brenneisen@zhaw.ch
Die Tagung wird von der Forschungsgruppe Stadtökologie organisiert.
Der Erhalt und die Förderung der Biodiversität ist als eines der wichtigsten ökologischen und gesellschaftlichen Probleme und Aufgaben erkannt. Insbesondere rücken hier auch Städte und Siedlungsräume in den Fokus aufgrund ihrer Funktion als neuartige Lebensräume und Refugien für viele Pflanzen und Tiere, für das Wohlbefinden der Menschen, als Ökosystemdienstleister aber auch als Teil der ökologischen Infrastruktur im Kontext der Landschaftsentwicklung in Agglomerationsräumen.
Die Fachtagung stellt sich der Frage: Wie kann die Stadtnatur und deren Bedeutung für die Stadtökologie erfasst und zielgerichtet als Ergebnis von Transformationsprozesse gestaltet und planerisch integriert werden hin zu einer Ökosystementwicklung zur Erhaltung der Biodiversität sowie als Beitrag zur menschlichen Gesundheit und Erholung?
Expertinnen und Experten vom Bund und der praxisorientierten Anwendung in Städten und Gemeinden stellen den Stand, Instrumente und erfolgreiche Wege der Integration von Biodiversitätsaspekten in stadtökologische Konzepte und Raum- und Bauplanungen vor. Namhafte Vertreter:innen aus der Wissenschaft analysieren mit ihren Beiträgen die Entwicklung der Stadtnatur und zeigen Herausforderungen, Chancen, Faszination und den Wandel mit dem Wildnispotential im Kontext der ökologischen Stadtentwicklungsplanung.
8:30 Uhr Start Registrierung, Kaffee & Gipfeli
9:00 Uhr Eröffnung und Begrüssung durch die Veranstalter:innen
Dr. Stephan Brenneisen, Leiter Forschungsgruppe Stadtökologie ZHAW
Prof. Dr. Rolf Krebs, Leiter Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen ZHAW
9:10 Uhr Begrüssung

Dr. Katrin Schneeberger
Direktorin Bundesamt für Umwelt BAFU
Katrin Schneeberger leitet das BAFU seit dem 1. September 2020. Zuvor war sie 8 Jahre lang zuerst als Vizedirektorin, dann als stellvertretende Direktorin des Bundesamts für Strassen ASTRA tätig und leitete die Abteilung Direktionsgeschäfte. Weitere berufliche Stationen waren die Arbeit als Generalsekretärin bei der Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün der Stadt Bern (2005-2012) und die Leitung des Fachbereichs Mobile Gesellschaft beim Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung (TA-Swiss, 2002-2005).
9:15 Uhr Titel: Die ökologische Vernetzung im Siedlungsraum

Aurélie Défago
Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim BAFU
Als Geografin mit einem Masterabschluss der Universität Neuenburg (2010) habe ich meinen gesamten beruflichen Werdegang auf die Aufwertung des Lebensraums ausgerichtet, wobei ich räumliche und landschaftliche Aspekte in den Mittelpunkt stelle. Zunächst war ich als Verkehrsplanerin bei der Stadt Sitten tätig, anschließend in Ingenieurbüros in Zürich, wo ich in interdisziplinären Teams an Projekten zur Gestaltung des öffentlichen Raums, von Bahnhofsanlagen sowie an verschiedenen Raumplanungsstudien mitgearbeitet habe.
Im Jahr 2018 trat ich in die Abteilung für Raumentwicklung des Kantons Wallis ein. Die Ausarbeitung des kantonalen Landschaftskonzepts und die Begleitung der Walliser Agglomerationsprogramme ermöglichten es mir, die Verbindungen zwischen Verkehr, Stadtplanung und Umweltthemen zu stärken. Seit 2025 knüpfe ich in meiner neuen Funktion als Projektleiterin für Biodiversität und Landschaftsqualität in Ballungsräumen in der Sektion Landschaftspolitik der Abteilung Biodiversität und Landschaft des BAFU an diese Arbeit an.
9:55 Uhr Über den Grenzzaun hinaus – Lebensräume vernetzt denken

Daniel Ballmer
Selbständiger Ökologe
Daniel Ballmer ist Umwelt- und Politikwissenschaftler und lebt in Zürich. Wie eine seltene Pionierpflanze taucht sein Name immer wieder mal an neuen Orten auf, unter anderem im Dokumentarfilm «Bahnhof der Schmetterlinge», unter der Insektenausstellung im Tierpark Bern und hinter der Web-App Floretia (heute regioflora.ch), die heimische, ökologisch wertvolle Wildpflanzen für jeden Schweizer Standort findet. Seine aktuellen Projekte reichen von einer Wisent-Ausstellung über eine Verhaltensökologie-Studie mit Wildbienen bis hin zu Demokratiereformen und Improvisationstheaterkursen. Daniels Fokus in all diesen Feldern liegt auf dem Zusammenleben und -wirken unterschiedlichster Lebewesen, in all ihrer bunten Vielfalt.
10:30-11:00 Uhr Pause
11:00 Uhr Stadtnatur in Zeiten des Umbruchs: Herausforderungen und Lösungsansätze

Prof. Dr. Ingo Kowarik
Technische Universität Berlin
Im Zentrum des Forschungsinteresses von Ingo Kowarik stehen das Verständnis und die Gestaltung von Wechselwirkungen zwischen menschlichen Einflüssen und der biologischen Vielfalt. Forschungsgebiete: Stadtökologie, urbaner Naturschutz, Invasionsökologie, Publikation verschiedener Fachbücher.
Ingo Kowarik ist Prof. Dr. rer. nat. mit Diplom Landschaftsplanung (1981), Promotion (1988) und Habilitation (1992) an der TU Berlin; freiberufliche Tätigkeit (u.a. Natur-Park Südgelände; 1988-1992); Professur für Angewandte Pflanzenökologie/Arten- und Biotopschutz an der Universität Hannover (1992-1999); Professur für Ökosystemkunde/Pflanzenökologie an der TU Berlin (1999-2001); ehrenamtlicher Landesbeauftragter für Naturschutz und Landschaftspflege, Berlin (2001-2021).
11:35 Uhr Vielfältiges Tierleben in Städten – früher, gegenwärtig und zukünftig

Prof. Dr. Josef H. Reichholf
Technische Universität München
Josef H. Reichholf ist Zoologe, Evolutionsbiologe und Ökologe und lehrte «Stadtökologie» und «Naturschutz» an der Technischen Universität München bis zu seiner Emeritierung 2010. Er ist unter anderem Präsidiumsmitglied des deutschen WWF. 2007 wurde er mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa ausgezeichnet.
Von der Zoologischen Staatssammlung München aus führte er verschiedene stadtökologische Untersuchungen durch, auch Vergleiche mit der «freien Natur» des Umlandes in Bayern.
Josef H. Reichholf ist ein bekannter Sachbuchautor mehrerer Bestseller u.a.: Stadtnatur – Eine neue Heimat für Tiere und Pflanzen; Schmetterlinge – Warum sie verschwinden und was das für uns bedeutet; Evolution – Eine kurze Geschichte von Mensch und Natur; Naturschutz – Krise und Zukunft; Ornis – Das Leben der Vögel; Rabenschwarze Intelligenz – Was wir von Krähen lernen können.
12:10-13:30 Uhr Mittagspause im Kalthaus
13:30 Uhr Biomonitoring im Siedlungsgebiet – Weiterentwicklung der Biotoptypenkartierung in Zürich

Antonia Eisenhut
Projektleiterin Grün Stadt Zürich
Studium der Geografie an den Unis Fribourg, Barcelona und Bern. Danach mehrere Jahre Projektleitungen im Bereich GIS, Naturschutz und Wissensvermittlung sowie zehn Jahre im Gewässerschutz, erst als Geschäftsführerin von Aqua Viva, dann beim WWF. Seit 2024 Projektleiterin Stadtökologie bei Grün Stadt Zürich.
14:10 Uhr Natur braucht mehr als gute Absichten

Bettina Knobel
Sie ist Projektleiterin bei Fachstelle für Natur- und Landschaftsschutz im Kanton Basel-Stadt. Seit 2014 engagiert sie sich für den Erhalt von Naturwerten im urbanen Raum und begleitet grosse Infrastruktur- und Entwicklungsprojekte von der Planung bis zur Umsetzung. Als regionale Koordinationsstelle für Fledermausschutz setzt sie sich zudem für den Erhalt und die Förderung von Fledermausbeständen ein und leitet verschiedene Naturschutzprojekte.
Nach ihrer Ausbildung zur Staudengärtnerin studierte sie Umweltingenieurwesen an der ZHAW.
In ihrer heutigen Tätigkeit bringt sie Biodiversitäts- und Landschaftsschutzanliegen in Planungs- und Entwicklungsprozesse ein und verbindet dabei praktische Naturschutzarbeit mit planerischen Aufgaben.

Dr. Yvonne Reisner
Yvonne Reisner studierte Biologie und Geografie an der Universität Basel und promovierte an der Universität für Bodenkultur Wien im Bereich ökologische Landwirtschaft und Naturschutz.
Seit 20 Jahren leitet sie beim Kanton Basel-Stadt die kantonale Fachstelle für Natur- und Landschaftsschutz. Gemeinsam mit ihrem Team entwickelt und bearbeitet sie Strategien und Projekte zur Förderung der Biodiversität sowie zur ökologischen Aufwertung des Siedlungsraums. Zu ihren Schwerpunkten gehören die ökologische Infrastruktur, die Vernetzung von Lebensräumen, Naturinventare sowie die Integration von Naturschutzanliegen in die räumliche Entwicklung.
Ihr besonderes Anliegen ist es, die Natur als integralen Bestandteil einer lebenswerten Stadt zu stärken. Sie setzt sich dafür ein, dass im dicht besiedelten Kanton Basel-Stadt ausreichend hochwertige und vernetzte Grünräume entstehen und langfristig erhalten bleiben. Diese sind wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere und zugleich wichtige Erholungs- und Aufenthaltsräume für die Bevölkerung.
14:50 Uhr Biotope City – Die dichte Stadt als Natur

Prof. Dr. Helga Fassbinder
Helga Fassbinder, Dipl.-Ing. Dr. rer. pol., em. Professorin Technische Universität Eindhoven (TUE) und Technische Universität Hamburg (TUHH), Stadtplanerin, Politikwissenschaftlerin, Autorin.
2000 entwickelte sie das Konzept Biotope City und veranstaltete dazu 2002 einen internationalen Kongress an der TUE. 2006 errichtete sie die Foundation Biotope City, die seit 2006 unter ihrer Regie das dt./engl. online Magazin Biotope City Journal herausgibt. Dies führte durch Initiative von Harry Glück zur Planung und Realisierung des Wiener Stadtquartiers Biotope City Wienerberg 2013-21, das sie in diesen Jahren beratend begleitete und das ein Pilot-Projekt der IBA Wien war.
Ihre Schwerpunkte: die dichte Stadt als Natur als Kohabitation von Homo sapiens, Flora und Fauna. Multidisziplinäre Planungsprozesse, naturinklusive Stadterneuerung, Urban Management, Mitgestaltung von Bewohner*innen in Kooperation mit Fachleuten und Investoren. Zahlreiche Publikationen.
15:25-15:55 Uhr Pause
15:55 Uhr Titel: offen

Dr. Fabio Bontadina
Wildtierbiologe, SWILD-Stadtökologie, Wildtierforschung, Kommunikation
16:30 Uhr Forschungsbereich Urbane Ökosysteme aktuell
Dr. Stephan Brenneisen
Stadtökologie konkret – Projekte der Forschungsgruppe Stadtökologie
Nathalie Baumann und Anke Domschky
Urbane Biodiversität: Kurzer Einblick in Lehre und Forschung
Doris Tausendpfund
Forschungsgruppe Pflanzenverwendung

Dr. Stephan Brenneisen
Leiter Forschungsgruppe Stadtökologie ZHAW

Nathalie Baumann
Stellvertretende Leiterin Forschungsgruppe Grünraumentwicklung ZHAW

Anke Domschky
Dozentin des Instituts Urban Landscape ZHAW

Doris Tausendpfund
Leiterin Forschungsgruppe Pflanzenverwendung ZHAW
17:00 Uhr Verabschiedung
17:15 Uhr Ausklang bei einem gemeinsamen Apéro mit den Referierenden
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