Prinzipien für eine verantwortungsvolle Managementausbildung (PRME)

Der Umbau hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft ist eine der grossen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Auch Wirtschaftshochschulen sind gefordert. Sie müssen erreichen, dass ihre Studierenden die Zusammenhänge zwischen ihrem Handeln und den ökologischen und sozialen Herausforderungen verstehen und über ihre Verantwortung als künftige Fach- und Führungskräfte nachdenken. Zudem müssen sie die Modelle und Werkzeuge kennen, mit denen Unternehmen Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung als Erfolgsfaktor verstehen und umsetzen können. An der ZHAW School of Management and Law sind wir uns dieser Aufgabe bewusst. Lehrpersonen, Forschende und Mitarbeitende setzen sich seit Jahren engagiert dafür ein. Die Prinzipien für eine verantwortungsvolle Managementausbildung (engl. Principles for Responsible Management Education – PRME) sind das ideale Instrument, um unsere Organisation in dieser Hinsicht weiterzuentwickeln. 2014 hat die SML mit der Unterzeichnung der Prinzipien ein klares Bekenntnis abgegeben.

6 Prinzipen für eine verantwortungsvolle Managementausbildung (PRME)

Diese sechs PRME-Prinzipien unterstützen Hochschulen bei der Umsetzung einer verantwortungsvollen Managementausbildung:

Prinzip 1: Zweck
Wir befähigen unsere Studierenden, in der Zukunft dauerhafte Werte für Unternehmen und für die Gesellschaft als Ganzes zu schaffen und sich für eine einbeziehende und nachhaltige Weltwirtschaft einzusetzen.

Prinzip 2: Werte
Unsere akademische Tätigkeit und unsere Lehrpläne beinhalten die Werte der globalen gesellschaftlichen Verantwortlichkeit, wie sie in internationalen Initiativen wie dem Global Compact der Vereinten Nationen dargestellt sind.

Prinzip 3: Methode
Wir schaffen didaktische Rahmenbedingungen, Materialien, Prozesse und Lernumgebungen und ermöglichen damit optimale Lernerfahrungen in Bezug auf verantwortungsvolle Unternehmensführung.

Prinzip 4: Forschung
Wir betreiben Grundlagenforschung sowie empirische Forschung zum besseren Verständnis von Rolle, Dynamik und Wirkungen der nachhaltigen gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Wertschöpfung von Unternehmen.

Prinzip 5: Partnerschaft
Wir pflegen den Austausch mit Führungskräften der Privatwirtschaft zur Erweiterung unseres Wissens zu den Herausforderungen der gesellschaftlichen und ökologischen Verantwortung sowie zur gemeinsamen Erarbeitung von wirksamen Ansätzen zur Bewältigung dieser Herausforderungen

Prinzip 6: Dialog
Wir ermöglichen und unterstützen den Dialog und Diskussionen mit Studierenden, der Wirtschaft, dem Staat, Konsumenten, Medien, Organisationen der Zivilgesellschaft und anderen Interessen- und Anspruchsgruppen zu kritischen Fragen der globalen gesellschaftlichen Verantwortung und Nachhaltigkeit.

PRME weltweit

Der PRME-Initiative haben sich derzeit mehr als 650 Hochschulen aus 85 Ländern angeschlossen. Sie hat eine Mission: «PRME is the UN Global Compact’s initiative to transform management education, research and thought leadership globally by providing the Principles for Responsible Management Education framework, developing learning communities and promoting awareness about the United Nations’ Sustainable Development Goals.» und eine Vision: «The UN Sustainable Development Goals realised through responsible management education». Die Mitglieder der Initiative sind in 15 regionalen Gruppen («Chapter») organisiert. Diese entwickeln ihre eigenen Vereinbarungen und Aktivitäten, folgen jedoch alle dem vierfachen Grundsatz:

  • eine Unterstützungsplattform für die Mitglieder zu bieten,
  • die Sichtbarkeit von PRME und ihrer Mitglieder in der Region zu erhöhen,
  • die sechs PRME-Prinzipien an den lokalen Kontext anzupassen,
  • PRME-relevante Aktivitäten zu entwickeln und zu fördern.

Für die deutschsprachige Region Deutschland, Österreich, Schweiz ist dies das PRME Chapter DACH. Nach zweijähriger Vorbereitungszeit und auf gemeinsame Initiative der Hochschule Pforzheim, des Management Centers Innsbruck (MCI) und der HTW Chur wurde im Februar 2014 das PRME Chapter DACH gegründet. Seither hat sie im kontinuierlichen Austausch Grundlagen erarbeitet und Arbeitsgruppen etabliert, um den genannten vierfachen Grundsatz zu erfüllen. Das Chapter DACH richtet ausserdem jährlich die Responsible Management Education Research Conference aus, die im Wechsel in der DACH-Region und ausserhalb stattfindet. 2017 findet die Konferenz in Curitiba (Brasilien) statt, 2018 in Köln.

Einige der erfahrensten und engagiertesten Hochschulen gehören darüber hinaus für einen Zeitraum von jeweils zwei Jahren der PRME-Champions-Gruppe an. Die Mission der Champions-Gruppe ist, im Rahmen der UN-Agenda für nachhaltige Entwicklung eine Führungsrolle hinsichtlich Denken und Handeln für verantwortungsvolle Managementausbildung einzunehmen.

PRME an der SML

Berichterstattung

Es gehört zu den Verpflichtungen der PRME-Mitgliedshochschulen, alle zwei Jahre einen Fortschrittsbericht über ihre PRME-Aktivitäten zu veröffentlichen.

PRME-Fortschrittsbericht 2013/2014

PRME-Fortschrittsbericht 2015/2016

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PRME und die Sustainable Development Goals

Eine nachhaltige Entwicklung ist seit 1987 das Leitbild der Vereinten Nationen. Es wurde im Brundtland Report folgendermassen definiert: «Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.» Im September 2015 haben die Vereinten Nationen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Diese umfasst 17 Ziele – die Sustainable Development Goals (SDGs). Sie definieren soziale, wirtschaftliche und umweltpolitische Meilensteine, welche weltweit bis 2030 verwirklicht werden sollen und die Basis für die Arbeit von PRME bilden. Das Mission Statement der Initiative lautet: «Realizing the Sustainable Development Goals through responsible management education.» Um dies zu erreichen, sollen künftig alle Aktivitäten der PRME-Initiative zur Unterstützung der SDGs beitragen.

PRME und Bildung für nachhaltige Entwicklung

Von 2005 bis 2014 haben sich die Vereinten Nationen mit der UN-Dekade «Bildung für nachhaltige Entwicklung» dazu verpflichtet, die Prinzipien der Nachhaltigkeit in ihren Bildungssystemen zu verankern. Auch die Schweiz erklärte die nachhaltige Entwicklung zu einem Staatsziel. An die UN-Dekade «Bildung für nachhaltige Entwicklung» haben die Vereinten Nationen ein fünfjähriges Weltaktionsprogramm (WAP) angeknüpft. Denn menschliches Zusammenleben ist national und international auf Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen angewiesen. Der Startschuss für das WAP fiel am 12. November 2014 auf der UNESCO-Weltkonferenz in Nagoya (Japan). In der dort verabschiedeten Erklärung werden alle Mitgliedstaaten der UNESCO aufgerufen, ihr Engagement für das Bildungskonzept fortzuführen und zu erhöhen. Es zielt darauf ab, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) gezielter und konkreter in allen Lernbereichen zu implementieren. 

Zur Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung ist eine entsprechende Bildung für nachhaltige Entwicklung zentral. BNE findet in unterschiedlichen Bereichen statt, z. B. im Kindergarten, in der Schule, im ausserschulischen Bereich und an der Hochschule. Durch das Weltaktionsprogramm sind Hochschulen verstärkt aufgefordert, Kompetenzen für eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Diese Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung findet in unterschiedlichen Fächern statt – Betriebsökonomie ist eines davon. In diesem Bereich wird eine nachhaltige Entwicklung mithilfe der PRME-Initiative und einer verantwortungsvollen Management­ausbildung sichergestellt. Jenseits von konkreten Inhalten soll BNE Menschen «Gestaltungskompetenz» vermitteln, denn gute Bildung geht über reines Faktenwissen hinaus. Sie vermittelt Fähigkeiten und Werte und ermöglicht vorausschauendes Denken, interdisziplinäres Wissen, autonomes Handeln und die Partizipation an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen. Mit Gestaltungskompetenz wird somit die Fähigkeit bezeichnet, Wissen über nachhaltige Entwicklung anwenden und Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung erkennen zu können.

Weiterführende Informationen