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5. Winterthurer Hebammensymposium

«Epigenetik - Mama ist an allem schuld?»

Samstag, 19. Januar 2019

Rückblick

Das bereits zum fünften Mal am Institut für Hebammen durchgeführte Winterthurer Hebammensymposium war mit über 200 Teilnehmenden erneut ein grosser Erfolg.

Internationale Referentinnen aus vier europäischen Ländern präsentierten ihre Forschungsergebnisse aus epigenetischer, psychologischer und hebammenspezifischer Perspektive.

Eine grosse Ehre für die Organisatorinnen war das Grusswort von Prof. Dr. Beatrice Beck Schimmer, Direktorin Universitäre Medizin Zürich. Sie nahm Bezug zur Geschichte der Hebamme sowie zu den Veränderungen, die die Hebammenausbildung über die Jahrzehnte erfahren hat und betonte die Wichtigkeit der Hebammenausbildung auf Fachhochschulstufe. Die einleitenden Gedanken zum Tagesthema von Nancy Bellwald, Hebamme mit Leitungsfunktion im Spital Uster, zeigten den Zuhörenden ihre Sicht auf die Epigenetik und die Verbindung zur praktischen Hebammentätigkeit auf. Ihre Gedanken wurden in den folgenden Präsentationen aufgegriffen und weiter vertieft.

Prof. Dr. Ulrike Ehlert, Leiterin Klinische Psychologie und Psychotherapie am Psychologischen Institut der Universität Zürich, führte in einem komplexen, überaus verständlichen Eingangsreferat in das Tagungsthema «Epigenetik» ein. Die Inhalte ihrer Präsentation reichten von der DNA über die Gene bis hin zum Nachweis epigenetischer Muster in einer Placenta, mit dem Ziel, das Zusammenspiel zwischen Mensch und Umwelt aufzuzeigen. Die aus Belgien angereiste Hebamme und Forscherin Prof. Dr. Annick Bogaerts präsentierte ihre aktuellsten Forschungsresultate. Sie und ihr Team untersuchen den Einfluss von mütterlicher Adipositas in der Zeit der Schwangerschaft und die Folgen unterschiedlich schweren Übergewichts für das Kind. Zudem erforschen sie die Auswirkungen der Adipositas auf nachfolgende Schwangerschaften.

Die Zusage von Prof. Lesley Page aus Grossbritannien erfüllte die Organisatorinnen bereits im Vorfeld der Tagung mit besonderer Freude und auch etwas Stolz. Lesley Page, erste Professorin für Hebammen in Europa, Leiterin des Royal Collage of Midwives bis ins Jahr 2017 und brillante Rednerin traf die Zuhörenden mit ihren Worten direkt ins «Hebammen-Herz». In ihrer Präsentation erläuterte sie den Zusammenhang von Menschenrechten, physiologischer Geburt und Hebammentätigkeit. Dabei nahm sie auch Bezug zum ungleichen Gewicht der globalen Kaiserschnittrate sowie zu Frauen, die keine oder kaum Chancen auf einen Kaiserschnitt haben. Sie betonte in ihrer Rede stark das Miteinander und wies immer wieder auf die wichtige Rolle, die Hebammen dabei einnehmen, hin. Ihre Rede wurde mit einer Standing Ovation verdankt. Die österreichische Hebammenkollegin, Martina Bachmann-König, arbeitet auch als Psychotherapeutin. In ihrer Präsentation zeigte sie auf eindrückliche Weise Auswirkungen peripartaler traumatischer Erlebnisse und deren mögliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Frau und ihrer Familie auf. Sie sensibilisierte die anwesenden Hebammen, achtsam zu sein und allfällige, erkennbare Signale wahrzunehmen.

Das Schlusswort wurde wie schon in den Jahren zuvor von einer Hebammenstudentin gehalten. Michèle Oberholzer studiert im 5. Semester des Bachelorstudiengangs Hebamme. Sie hat mit eindrücklichen, persönlichen Worten einen berührenden Bezug zu Epigenetik hergestellt und das 5. Winterthurer Hebammensymposium in wunderbarer Weise abgeschlossen.

Wir danken allen Referierenden und Gästen für ihre Teilnahme am 5. Winterthurer Hebammensymposium.

Regula Hauser
Leiterin Weiterbildung Institut für Hebammen

Referentinnen

Prof. Dr. Annick Bogaerts, ist Hebamme und Forscherin an der Universität  Leuven (B). Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Entwicklung und der Einfluss von mütterlicher Adipositas in der Schwangerschaft und deren Folgen für Mutter und Kind. Sie leitet eine Forschungsgruppe, die sich mit den Auswirkungen von Lebensstil-Interventionen mittels E-Health-Technologie beschäftigt. Das durch E-Health unterstützte Monitoring- und Coaching soll Frauen nach einer Schwangerschaft mit übermässiger Gewichtszunahme unterstützen, vor einer nächsten Schwangerschaft ein gesundes Gewicht zu erreichen. In ihrem Referat stellt sie ihre Forschungsergebnisse vor.

Prof. Dr. Ulrike Ehlert, studierte Psychologie und Soziologie an der Universität in Trier. Seit 1999 ist sie Ordinaria für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Zürich. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Psychoendokrinologie und Stress. Auslöser epigenetischer Veränderungen sind Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, Essgewohnheiten oder sportliche Aktivitäten. Diese können günstige epigenetische Effekte für die Schwangerschaft haben, aber auch genau gegenteilige Effekte bewirken. In ihrem Eingangsreferat erklärt sie den Begriff der Epigenetik und darauf aufbauend ihre Studienergebnisse  aus der Schwangerschaftsforschung.

Martina König-Bachmann, MHPE, ist Hebamme, Säuglings-, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin. Am Zentrum für Gesundheitsberufe Tirol, Innsbruck (A), leitet sie den Bachelorstudiengang Hebamme und den Weiterbildungsmasterstudiengang in Advanced Practice Midwifery. Aktuell forscht sie zum ökonomischen und sozialen Verhalten von schwangeren Frauen und zur resilienzorientierten Stärkung von Hebammen in der Betreuung von gewaltbetroffenen Frauen. In ihrem Beitrag zeigt sie auf, welche Auswirkungen peripartale traumatische Erfahrungen auf das System Familie haben können und wie Hebammen belastende Situationen frühzeitig erkennen und begleiten können.

Prof. Lesley Page, CBE, war bis Juni 2017 Präsidentin des Royal College of Midwives (GB). Sie war die erste Professorin für Geburtshilfe in Grossbritannien. 2013 erhielt sie zudem den Ehren-Doktortitel und wurde 2014 zum Commander des British Empire (CBE) für Hebammen-Dienstleistungen ernannt. Heute ist sie Gastprofessorin für Geburtshilfe an verschiedenen Universitäten. Die Humanisierung der Geburt beschreibt einen Prozess, der die Geburt nicht mehr als medikalisiertes Ereignis sieht, sondern als bedeutenden Moment für Familie und Gesellschaft. Dies umfasst eine Begleitung, die Gesundheit und Wohlergehen der Familie verbessert. In ihrem Referat möchte sie anhand von Beispielen diskutieren, wie eine humanisierte Betreuung in der Geburtshilfe gelingt und zu besseren Outcomes für Babys, Frauen und deren Familien führt.

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