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Forum Pflege Kostenkorsetts in der Pflege

Regulierungen des Gesundheitssystems sind notwendig, kontrovers diskutiert werden die Art der Anreizsysteme und der Umgang damit.

Diagnose Related Groups (DRG) wurden zur Standardisierung von medizinischen Behandlungen und zur Vereinheitlichung der Tarifstrukturen entwickelt. Damit versprachen sich die Initianten Kostentransparenz, die Vergleichbarkeit verschiedener Anbieter und bessere Grundlagen für die die ökonomische Steuerung im Gesundheitswesen.

In seinem Referat vertritt Prof. Simon Wieser, Gesundheitsökonom und Forschungsleiter am ZHAW Institut für Gesundheitsökonomie, die Ansicht, dass ökonomische Anreize durchaus sinnvoll sind und etwas Wettbewerb nicht schadet. Er betont die ökonomische Bedeutung der Gesundheitskosten in unserem stark regulierten Gesundheitssystem.

Welcher Wettbewerb macht Sinn

Die Frage ist, welche Anreize, welcher Wettbewerb Sinn machen: denn, durch die Struktur des Schweizer Gesundheitswesens können auch Fehlanreize entstehen, wenn unnötige Behandlungen durchgeführt oder die Wirksamkeit einer Behandlung falsch eingeschätzt wird. Er forscht zurzeit an einem Projekt in der stationären Rehabilitation, wo es darum geht, Kriterien und Merkmale für ein neues Tarifsystem zu entwickeln, welches auch die Pflegekosten als Teil der variablen Kosten ins Wirtschaftlichkeitskalkül einschliesst.

Mascha Madörin, Ökonomin und Verfasserin der Studie «Ökonomisierung im Gesundheitswesen – Sicht der Pflege» stellt die Arbeitsprozesse, nicht die Anreizsysteme ins Zentrum ihrer Betrachtung. Pflege werde nicht gesundheitsökonomisch betrachtet, sondern nur als Kostenfaktor. Sie plädiert für eine Aufhebung der Fallpauschalen und spricht der Neoklassischen Wirtschaftstheorie ihre Berechtigung ab.

Ökonomisierung als Chance

Wo drückt es in der Pflege am meisten? Wo gibt es Stützfunktionen für die Pflege, sind sie überhaupt nötig? Diese Fragen diskutierten die Podianten. Christina Brunnschweiler,  Ökonomin und Leiterin der Spitex Zürich Limmat sieht in der Ökonomisierung durchaus eine Chance. Die Pflege sei mit der Einführung der DRG sichtbarer geworden.

Auch Elsi Meier, Direktorin Pflege, Soziales und Human Resources am Stadtspital Triemli, spricht der Pflege eine gewichtige Stimme zu, wenn es um das interprofessionelle Zusammenwirken im ökonomischen Kontext geht.

Man will gar nicht aus ökonomischen Gründen sparen, findet Prof. Pierre Gobet von der Haute école de travail social et de la santé EESP Lausanne. Er plädiert für neue Lösungen, die Pflege, ihre Leistung und ihren Preis erkennbar zu machen.  

Podiantinnen und Podianten

Christina Brunnschweiler, lic. oec. HSG, CEO Spitex Zürich Limmat
Simon Wieser, Prof. Dr. oec. publ., Leiter Gesundheitsökonomische Forschung, Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie, ZHAW
Pierre Gobet, Prof. Dr., Haute école de travail social et de la santé, EESP, Lausanne
Elsi Meier, Direktorin Pflege, Soziales, Therapien und Human Resources, Stadtspital Triemli, Zürich
Mascha Madörin, Ökonomin, lic. rer. pol.

Moderation: Cornelia Kazis, Redakteurin SRF, Publizistin

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