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Master Hebamme

«Hebammen mit einem Master of Science sind fähig, neue Rollen und Aufgaben in interprofessionellen Teams zu übernehmen. Sie können die klinische Praxis und das theoretische Wissen evidenzbasiert und bedarfsgerecht weiterentwickeln und damit eine hohe geburtshilfliche Betreuungsqualität garantieren.»

Karin Brendel, Studiengangleiterin MSc Hebamme

Der MSc Hebamme ermöglicht Hebammen, berufsbegleitend oder Vollzeit das konsekutive Masterstudium in der Schweiz zu absolvieren.

Drei Gründe für einen Master of Science Hebamme

  • Das Masterstudium bereitet Hebammen auf neue Rollen und Kompetenzen in der spezialisierten Praxis, in Leadership Positionen sowie in der Forschung und der Lehre vor.
  • Hebammen mit einem Master of Science sind gefragt, um als Fachexpertinnen, Forscherinnen und Dozentinnen Lösungen zu aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in der interdisziplinären geburtshilflichen Gesundheitsversorgung unter Einbezug der Nutzerinnen und Nutzer zu erarbeiten.
  • Der Master of Science Hebamme entspricht den fachlichen Anforderungen der Zeit sowie den Bedürfnissen von Frauen und ihren Familien. Der Abschluss ist international anerkannt und eröffnet vielfältige Berufswege sowie den Weg zum Doktorat an Universitäten im In- und Ausland.

«So ist das Masterstudium Hebamme»

Hadern, Ankommen, Wachsen – das erste Semester des Master of Science in Hebamme ist gemeistert. Swantje und Martina gehören zu den ersten Hebammen-Masterstudierenden an der ZHAW. Im Film ziehen sie eine erste Zwischenbilanz.

Im Studium erwerben Sie forschungsbasierte Kompetenzen für die spezialisierte Praxis, Leadership Aufgaben, die berufsspezifische und interprofessionelle Forschung sowie die Lehrtätigkeit.

Geplant ist, dass Studierende von nationalen und internationalen Expertinnen und Experten unterrichtet werden und einzelne Lehrveranstaltungen in Englisch stattfinden. In den Transfermodulen können auch Einsätze in Form eines Workshadowing im Ausland absolviert werden.

Der Masterstudiengang baut auf dem Bachelorstudiengang Hebamme auf und wird als Teilzeitstudiengang angeboten. So können Sie weiterhin arbeiten, Ihr Studium laufend mit der Praxis verknüpfen oder neben dem Studium Familienaufgaben wahrnehmen.

«Die Hebamme ist Expertin der physiologischen Abläufe von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Als Fachverantwortliche im Gebärsaal kann ich im Sinn der Evidence-Based Practice meine erweiterte Fachexpertise in unsere Arbeitsweise am Spital einfliessen lassen.»

Piroska Zsindely, Stud. MSc Midwifery, Hebamme im Spital Männedorf

Zulassungsbedingungen

  • Bachelor Hebamme einer in- oder ausländischen  Hochschule
  • Hebamme HF mit zusätzlichen Qualifikationen wie nachträglicher Titelerwerb (NTE)
  • Gute Kenntnisse in Wissenschaftlichem Arbeiten und Clinical Assessment
  • Gute Englischkenntnisse

Weitere Informationen zu den Zulassungsbedingungen

Aufbau Teilzeitstudium

Das Studium ist modular aufgebaut und berufsbegleitend über sechs Semester oder Vollzeit über drei Semester absolvierbar.

Studieninhalte

Hebammenspezifische Module

  • Geburtshilfe in komplexen Situationen
    Anhand bio-psycho-sozialer Problemstellungen entwickeln Sie Szenarien für das fachlich korrekte Handeln und Kommunizieren in der Betreuung von Frauen und Neugeborenen mit Risikofaktoren sowie in Notfallsituationen. Sie diskutieren die Prinzipien des Informed Consent und Shared Decision Making im Spannungsfeld von Physiologie, Pathologisierung und Risikoorientierung. Ebenso analysieren Sie Versorgungsmodelle und Konzepte, um Massnahmen für eine frauen- und familienzentrierte interdisziplinäre Versorgung in komplexen Situationen abzuleiten.
  • Diversität in der perinatalen Versorgung
    Im Vordergrund steht die Versorgung aller Frauen, Familien und Neugeborenen mit Fokus auf die Auswirkungen von Armut, sozialer Benachteiligung und Migration. Sie betrachten die Folgen für die bio-psycho-soziale Gesundheit auf nationaler und internationaler sowie individueller und gesellschaftlicher Ebene. Sie diskutieren und entwickeln interdisziplinäre Ansätze für Versorgungskonzepte in der Geburtshilfe. Ziel ist es, soziale Benachteiligung in Gesundheitsversorgung und Forschung zu identifizieren, zu untersuchen und Lösungswege zu entwerfen.
  • Perinatale psychische Gesundheit
    Sie erweitern Ihr Wissen über psychische Gesundheit, Prävention von perinatalen psychischen Störungen sowie präkonzeptionelle Betreuung und Gesundheitsförderung. Sie entwickeln Strategien, um psychische Störungen frühzeitig zu erkennen und mit weiteren Fachpersonen Massnahmen zur Stabilisierung der Familien einzuleiten.  
  • Forschungsplan und Evaluation
    Sie planen ein Forschungs- oder Evaluationsprojekt anhand einer eigenen Fragestellung. Als Vorbereitung auf die Masterthesis lernen Sie die Evaluation als systematischen und umfassenden Prozess kennen und anwenden.
  • Transfermodule 1 und 2
    Transfermodule absolvieren Sie als Praxiseinsätze in der Klinik, Forschung oder in einem anderen Bereich des Gesundheitswesens. Dies ermöglicht Ihnen, das theoretisch Wissen in einem selbst gewählten Praxis- oder Forschungsfeld anzuwenden.
  • Masterthesis
    Sie untersuchen innerhalb eines Forschungsprojekts eine Fragestellung mit geeigneten Methoden. Es entsteht eine selbständig erstellte Forschungsarbeit auf wissenschaftlichem Niveau, die Entschei dungen fundiert begründet, reflektiert und evaluiert.

Übergeordnete Module

Die übergeordeten Module werden im MSc in Pflege besucht.

  • Klinische Ethik
    Sie wenden Modelle und Strategien an, um spezifische ethische Fragestellungen im gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Kontext zu analysieren und mögliche Lösungsansätze zu beschreiben. Dabei betrachten Sie eigene und fremde Werthaltungen und integrieren Ihre Erkenntnisse in die Praxis.
  • Theorien und Konzepte
    Sie lernen verschiedene Verfahren zur Konzept- und Theorieentwicklung in der Pflege und Hebammentätigkeit kennen. Die kritische Diskussion von Theorien und Konzepten zeigt Ihnen deren Relevanz für die Praxis auf.
  • Forschungsmethoden I
    Sie vertiefen die Prozesse von unterschiedlichen Forschungsrichtungen und -designs sowie von angewandten Forschungsmethoden.
  • Forschungsmethoden  II
    Sie planen und bearbeiten eigene Forschungsprojekte mit wissenschaftsbasierten Strategien und professioneller Software, um diese Ergebnisse für wissenschaftliche Publikationen fachgerecht zu interpretieren und aufzubereiten.
  • Statistik
    Sie lernen, wie unterschiedliche statistische Testverfahren angewendet werden. Anhand von Beispielen werten Sie einfache und komplexe statistische Daten aus und beschreiben Ihre Erkenntnisse adressatengerecht.
  • Kommunikation
    Sie lernen erweiterte Techniken der Gesprächsführung wie Motivational Interviewing oder die lösungsorientierte Beratung kennen und üben mit Kommunikationstrainerinnen und Schauspielern, diese anzuwenden. Sie professionalisieren das wissenschaftliche Schreiben.
  • Advanced Practice Nursing
    Sie lernen, wie Sie unter Einbezug der Kontextfaktoren neue Versorgungsmodelle auch für die Geburtshilfe entwickeln und implementieren.
  • Praxiskonzepte
    Sie betrachten Versorgungsmodelle im Kontext von Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik, um Change-Management-Prozesse zu initiieren, umzusetzen und zu evaluieren.
«Die Verbindung zum Masterstudiengang in Pflege sehe ich als Chance für die Zusammenarbeit im klinischen Alltag. Es ist sinnvoll, berufliche Skills gemeinsam zu trainieren und Ressourcen optimal einzusetzen bei der Implementierung und Evaluation von neuen Versorgungsmodellen.»

Regula Lanter, MSc Midwifery, Leiterin Pflegedienst Medizinbereich Frau-Kind, Universitätsspital Zürich

Berufsbild und Ausbildungsziele

Als Fachexpertin stehen Sie  dafür ein, dass Frauen und Familien gemäss ihren Bedürfnissen und dem aktuellen Wissensstand optimal betreut sind.

  • Sie sichern den evidenzvasierten Wissenstransfer in die Praxis.
  • Sie betreuen und begleiten Frauen mit besonderen Bedürfnissen und unterstützen ihre psychische, soziale und körperlichen Gesundheit.
  • Sie unterstützen Teamkolleginnen in komplexen geburtshilflichen Situationen und bei ethischen Fragen.
  • Sie fördern den physiologischen Verlauf von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.
  • Sie leiten Qualitätszirkel und Fallbesprechungen.
  • Sie entwickeln, implementieren und evaluieren Projekte, Konzepte, neue Versorgungsmodelle  und  Betreuungspfade.

In Forschung und Entwicklung sowie in der Lehre vermitteln Sie evidenzbasierte Inhalte, Sie initiieren und evaluieren die Weiterentwicklung des Berufs auf praktischer und wissenschaftlicher Ebene.

  • Sie führen interdisziplinäre und interprofessionelle Weiterbildungen durch.
  • Sie stärken die Zusammenarbeit mit den Praxisinstitutionen.
  • Sie arbeiten in Forschungsprojekten mit und publizieren fachspezifisches Wissen.
  • Sie schaffen wissenschaftliche Grundlagen zur Entwicklung und Evaluierung neuer Versorgungsmodelle.
  • Sie tragen dazu bei, die Qualität von Geburtshilfe und Hebammenarbeit zur bestmöglichen Versorgung von Frauen, Kindern und Familien zu fördern.

In einer Leadership-Position gestalten Sie die Qualität der Betreuung von Frauen und ihren Familien sowie die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden.

  • Sie initiieren Projekte zur Verbesserung der perinatalen Versorgung auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse.
  • Sie integrieren Vorschläge aus dem Team sowie ökonomische und interprofessionelle Aspekte in Ihre Entwicklungsarbeit.
  • Sie engagieren sich in einer Berufsorganisation oder Behörde auf gesellschaftlicher und politischer Ebene für eine frauen- und familienorientierte Entwicklung in der Gesundheitspolitik.

Auf einen Blick

Abschluss: Master of Science Hebamme ZFH / Master of Science Midwifery UAS Zurich

Arbeitsaufwand: 90 ECTS

Dauer: Teilzeitstudium über sechs Semester

Organisationsform: Berufsbegleitend

Studienbeginn: September (KW 38)

Anmeldeschluss: 31. Juli - bis auf weiteres verlängert

Unterrichtsorte: Winterthur, Bern, St. Gallen

Unterrichtssprache: Deutsch, teilweise in Englisch

Studiengebühr: CHF 720.- pro Semester