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Erfahrungsberichte

4 Fragen an Xinying Liu

Porträtfoto von Xinying Liu

«Die Atmosphäre im Büro ist sehr angenehm. Es herrscht eine gute Kommunikation und die anderen Mitarbeitenden haben mir geholfen. Es war einfach sie kennenzulernen.»

Was hat Sie in die Schweiz geführt?

Ursprünglich bin ich aus China. Ich habe in Deutschland studiert und dort ein Praktikum absolviert und gearbeitet. Insgesamt war ich sieben Jahre in Deutschland, zuletzt in Stuttgart. Ich wollte eine Stelle im deutschsprachigen Raum – und ich wollte etwas Neues sehen. Dies ist auch der Grund, weshalb ich mich für die Schweiz entschieden habe. Die Stelle an der ZHAW hat mich angesprochen, deshalb habe ich mich darauf beworben. In der Schweiz kannte ich niemanden. Ich hab's einfach probiert und jetzt bin ich seit März 2016 hier.

Für den Umzug habe ich einfach alle meine Sachen ins Auto gepackt und bin im Februar in die Schweiz gefahren. Zuvor hatte ich Kontakt mit dem Sekretariat an der ZHAW. So habe ich eine Wohnung für Incoming staff vermittelt bekommen.

Was gefällt Ihnen besonders an der Schweiz?

Die Schweiz ist ein kleines Land. Es ist alles gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Das schätze ich. Auch die Atmosphäre im Büro ist sehr angenehm. Es herrscht eine gute Kommunikation und die anderen Mitarbeitenden haben mir am Anfang geholfen. Es war einfach sie kennenzulernen. Ausserhalb der ZHAW kenne ich aber noch nicht viele Schweizer. Die Mischung aus Forschung und Lehre an der ZHAW ist meine erwartete Arbeitsweise. Und bei der Arbeit hier habe ich ausreichenden Spielraum, mich fachlich weiterzuentwickeln.

Mein schönstes Erlebnis bisher ist, dass es so viele Feste gibt: Zürifest, Albanifest, Musikfestwochen und Openairs. Es immer etwas los!

Welche Herausforderungen gab es beim Wechsel in die Schweiz zu meistern?

Die Kultur ist in der Schweiz klar anders als in Deutschland, vor allem auch die Sprache und die Mentalität. Auch ungewohnt ist für mich, dass die 26 Kantone je eigene Regeln (Gesetze) haben. In China ist alles nochmals ganz anders: Die Arbeits- und Denkweise, die Umgangsformen und –regeln, natürlich auch das Essen. Ich reise ein bis zwei Mal pro Jahr nach China in die Ferien.

Infos zu Kontoeröffnung und ähnlichem habe ich im Internet gesucht. Ich habe mir einen Plan gemacht, was wann gemacht werden muss. Das war alles nicht schwierig. Mit einer Ausnahme: Die Einwohnerkontrolle brauchte von mir eine Einreisebewilligung, die ich aber gar nicht hatte, weil ich einfach mit dem Auto über die Grenze gefahren war. Ich musste noch einmal zurück nach Stuttgart und mir das Papier besorgen.

Welchen Tipp geben Sie jemandem, der aus dem Ausland kommt und in der Schweiz arbeiten möchte?

Der Umzug ist keine leichte Aufgabe, man muss sich gut vorbereiten. Auf der einen Seite muss man alle Dokumente beisammen haben. Ich liess mich auf einem Forum für Auswanderer gut informieren. Auf der anderen Seite muss man sich auch darauf einstellen und sich bewusst machen, dass man einen Wechsel vollzieht, dass man in ein neues Land geht, eine neue Sprache hören wird, neue Leute treffen wird und so weiter. Ich habe viele neue Regeln lernen müssen – das wird einem erst so richtig bewusst, wenn man hier ist.

4 Fragen an Helene Eller

Porträtfoto von Helene Eller

«Ich habe mir genau das Land ausgesucht, in das ich wollte – ich mag, was die Schweiz bietet.»

Was hat Sie in die Schweiz geführt?

Ich bin ursprünglich aus Tirol, aus Innsbruck. Ich habe aber eine Tante, die seit 50 Jahren in der Nähe von Zürich wohnt und die ich häufig besucht habe. So war und ist die Schweiz für mich eine Art zweite Heimat.

Es war immer mein Wunsch, zu unterrichten und ich wusste, dass Hochschulen in der Schweiz einen hohen Stellenwert und ein gutes Ansehen haben. Zudem gibt es in der Schweiz im Hochschulbereich gute Entwicklungsmöglichkeiten.

Als ich da ein Angebot an ZHAW gesehen habe, hab ich angefragt, ob ich mich noch bewerben kann – und ich konnte. Ich habe mir also das Land ausgesucht, in das ich wollte. Ich mag das, was die Schweiz mir bietet.

Was gefällt Ihnen besonders an der Schweiz?

Ich empfinde die Menschen hier als sehr freundlich. Das hat schon mit der Person angefangen, mit der ich in Kontakt war, um zu klären, ob man sich auf die offene Stelle überhaupt noch bewerben konnte. Auch auf Ämtern wurde ich immer freundlich bedient. Generell gefällt mir die Hilfsbereitschaft in der Schweiz: am SBB-Schalter beim Kauf meines Halbtax-Abos, in Geschäften und einfach im Alltag. Man ist sehr zuvorkommend. Damit war auch die Wohnungssuche rasch erledigt.

Auch im Büro habe ich mich von Anfang an willkommen gefühlt. Es herrschen eine positive Stimmung, ein guter Austausch und ein wohlwollender Umgang miteinander. Die Kollegen haben mich gleich am ersten Tag zum Mittagessen mitgenommen. Ich wurde also gut aufgenommen.

Die Schweiz ist ein Land mit hoher Lebensqualität, mit schönen Landschaften, vielen Bergen und viel Kultur. Das gefällt mir alles sehr.

Welche Herausforderungen gab es beim Wechsel in die Schweiz zu meistern?

Meine Verwandten haben mich beim Eröffnen eines Bankkontos, beim Abschliessen von Versicherungen und ähnlichem unterstützt. Der Unterschied zwischen der Schweiz und Österreich ist auch nicht so gross. Am schwierigsten zu lösen fand ich das Thema Krankenversicherung, weil wir in Österreich eine Pflichtversicherung haben, und die Prämie gleich vom Gehalt abgezogen wird. Die Anmeldung dazu macht der Arbeitgeber. Aber ich finde es spannend zu entdecken, wie das hier funktioniert.

Für mich war es bei der Integration sicher ein Vorteil, dass ich in ein Land gezogen bin, das ich mir ausgewählt hatte. Zudem mag ich Schweizerdeutsch und versuche auch, darin etwas heimisch zu werden. Ich nehme hier Gesangsunterricht, singe in einem Chor und bin gerne in den Bergen. Die Herausforderungen haben sich deshalb sehr in Grenzen gehalten.

Welchen Tipp geben Sie jemandem, der aus dem Ausland kommt und in der Schweiz arbeiten möchte?

Ich bin seit Juni 2016 in der Schweiz und wohne aktuell in Winterthur, in einer möblierten Wohnung. So habe ich keine Möbel kaufen müssen. Die Wohnung habe ich über Homegate gefunden; ein Kollege hatte mir den Tipp gegeben.

Für mich war ein etappenweiser Umzug ideal. Im Januar habe ich mich für die Stelle entschieden, im April war ich zu Besuch und habe mich über Bankkonto, Versicherung und ähnliches informiert. Im Juni habe ich dann alles Organisatorische innerhalb eines halben Tages erledigen können. Die Studierenden kommen erst im September. Durch meine Ankunft in der ruhigen Zeit des Semesters hatte ich genügend Zeit für eine gute Vorbereitung und um selber Fuss zu fassen.

Ich habe die Zelte zuhause nicht abgebrochen. Hin und wieder fahre ich am Wochenende nach Innsbruck. Aber die Abstände werden schon jetzt immer grösser.

4 Fragen an Morgan Kavanagh

Porträtfoto von Morgan Kavanagh

«Ich arbeite in einer multikulturellen Umgebung, daher sind viele meiner Arbeitskollegen aus England und USA. Mein privater Freundeskreis besteht aber eher aus Schweizern.»

Was hat Sie in die Schweiz geführt?

Ich bin ursprünglich aus New Castle, Australien. 2012 bin ich in die Schweiz gekommen, ich habe aber früher schon einmal in der Schweiz gearbeitet. Meine Frau ist Schweizerin. Zuerst haben wir zusammen in Australien gelebt, aber es war immer eine Option, nach Europa und in die Schweiz zu kommen.

Wir sind nach Winterthur gezogen. Die ZHAW war mir schon bekannt und da es mein Ziel war, an der ZHAW zu arbeiten, habe ich aktiv eine Stelle an der ZHAW gesucht. Im August 2012 habe ich eine passende Stelle an der ZHAW gefunden – allerdings in Wädenswil. Von Winterthur nach Wädenswil zu pendeln, war nicht ideal. Ich hatte aber Glück und konnte im August 2015 innerhalb der ZHAW die Stelle wechseln. Jetzt arbeite ich in Winterthur und habe mehr Freizeit, da das Pendeln wegfällt. Das geniesse ich.

Was gefällt Ihnen besonders an der Schweiz?

Mir gefallen die kleinen Städte in der Schweiz. Man kann fast alles mit dem Velo machen, bei jedem Wetter, das geniesse ich sehr. In Australien ist das nicht so: Die Städte sind sehr weitläufig. Meine Heimatstadt ist so gross wie der Kanton Zürich.

Vor dem Umzug konnte ich schon (Schweizer-)Deutsch und ich hatte kein grosses Problem mit der Umstellung. Da ich schon einmal in der Schweiz gewohnt hatte, wusste ich, was mich erwartet. Der Übergang war leicht, da ich meine Erwartungen gut angepasst hatte. Ich bin es gewohnt mich schnell in eine neue Kultur einzuleben. Ich habe schon in Südkorea, England, Russland, Schweden und in der Schweiz gearbeitet und gelebt und ich bin immer viel gereist. Ich kann mich an vielen Orten wohlfühlen.

Einheimische kennenzulernen ist überall ein bisschen schwierig. Die Leute, die schon länger hier leben, haben bereits ihre Familie, Freunde, Arbeit, etc. und somit wenig Grund, neue Kontakte zu knüpfen. Darum braucht man am Anfang etwas Geduld und Offenheit. Trotzdem habe ich schnell ein paar gute Kollegen und Freunde gefunden. Viele meiner Arbeitskollegen sind aus England und aus den USA, also aus ähnlichen Kulturen wie ich. Das hat sicher geholfen. In meinem privaten Freundeskreis sind mehr Schweizer. Mir scheint, dass viele Schweizer den privaten Freundeskreis vom Kollegenkreis von der Arbeit trennen. Auch die Art und Weise, wie man Freundschaften schliesst, ist etwas anders: in Australien geht man ziemlich schnell neue Freundschaften ein, die dann vielleicht nicht so tief werden. In der Schweiz dauert es etwas länger, bis eine Freundschaft entsteht, dafür wird die Freundschaft tiefer und dauert länger. Hier haben viele Leute Freundschaften, die seit dem Kindergarten bestehen. Beides hat Vor- und Nachteile.

Mir gefällt auch, dass die öffentliche Infrastruktur sehr gut funktioniert. Das bringt viel Lebensqualität. Man erreicht fast jeden Ort schnell und zuverlässig mit Bus und/oder Zug. Auch die kulturelle Vielfalt auf engem Raum gefällt mir gut. In nur zwei Stunden kann ich in eine andere Sprachregion gelangen, das ist spannend, ich mag das.

Welche Herausforderungen gab es beim Wechsel in die Schweiz zu meistern?

Beim Umzug hatte ich einige Sachen in Kisten gepackt und diese verschifft, das dauerte 3 Monate. Im Nachhinein finde ich, das hat sich so nicht gelohnt. Das nächste Mal würde ich alles verkaufen und dann am neuen Ort Occasionen kaufen, das geht schneller und einfacher.

Der Umzug an sich ist immer ein grosser Aufwand, man muss zu Hause alles abmelden und hier alles anmelden. Das ist in jedem Land ähnlich. Es hat manchmal etwas Kafkaeskes: Wenn ich mich bei einer staatlichen oder kantonalen Stelle anmelden möchte, fordert diese, dass ich mich zuerst bei einer anderen Stelle angemeldet haben muss. Die zweite fordert aber gleichzeitig, dass ich bei ersterer bereits angemeldet bin. Das ist wie wenn ich einen Mietvertrag erst erhalte, wenn ich eine Stromrechnung vorzeigen kann, aber eine Stromrechnung erst dann erhalte, wenn ich einen Mietvertrag habe. Das war für mich die grösste Herausforderung.

Wertvolle Unterstützung und Informationen bekam ich bei einem Kontaktpunkt der Stadt Winterthur.

Welchen Tipp geben Sie jemandem, der aus dem Ausland kommt und in der Schweiz arbeiten möchte?

Ich würde versuchen, mich auf die Dinge zu konzentrieren, die hier speziell und gut sind, beispielsweise die schönen Aspekte der neuen Umgebung, der neuen Kultur, des neuen Landes. Vielleicht gefallen einem nicht die gleichen Dinge wie zuhause. So wird man nicht so leicht enttäuscht und kann das Positive eher geniessen.

Ein Beispiel: In Australien gibt es viel Sonne und man ist oft am Strand. Ich surfe gerne. Das kann ich hier nicht. Dafür kann ich in die Berge gehen, was mir auch sehr gefällt.