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Digital Linguistics

In unserem Forschungs- und Arbeitsbereich entwickeln und verwenden wir digitale korpuslinguistische Methoden zur Analyse von natürlichem Sprachgebrauch und erforschen digitale Erscheinungsformen von sprachlicher Kommunikation. Besonders interessieren wir uns dabei für die Zusammenhänge von Sprache und Gesellschaft, Kultur und Medialität.

Visualisierung des Flüchtlingsdiskurses in Form von Geokollokationen

In der digitalen Gesellschaft werden grosse Mengen von Textdaten produziert, die mittels intelligenter Algorithmen ausgewertet werden können (Big Data). Der spezifisch korpuslinguistische Zugriff auf solche Daten verbindet linguistische Fragestellungen und theoretische Erklärungsansätze mit datengeleiteten, maschinellen Methoden. Die Kombination qualitativ-hermeneutischer und quantitativer Methoden führt zu gesicherten Forschungsergebnissen und hilft, diese erklärend zu vermitteln.

Im Forschungs- und Arbeitsbereich «Digital Linguistics» entwickeln wir korpuslinguistische Methoden für eine sozial- und kulturwissenschaftlich interessierte Linguistik und reflektieren diese Methoden kritisch vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Entwicklungen. Anwendungsgebiete sind Disziplinen der Angewandten Linguistik wie Diskurslinguistik, Semantik, Multilingualität und Learning/Writing Analytics.

Datengeleitete Berechnung von typischen Narrativen in Erzählungen von Müttern über die Geburten ihrer Kinder
Visualisierung von drei unterschiedlichen Gesprächskonstellationen (vgl. Bubenhofer, Noah (im Druck): Visualisierungen in der Korpuslinguistik. Diagrammatische Operationen zur Gegenstandkonstitution, -Analyse und Ergebnispräsentation.)

Digitalität interessiert uns aber auch empirisch als Sprache in Form von Web 2.0 und sozialen Medien, in Form von Algorithmen und Programmiercode oder als maschinengenerierte Sprache z.B. von maschinellen Übersetzungssystemen oder Bots.

Daten

Der Forschungs- und Arbeitsbereich «Digital Linguistics» baut und pflegt das Swiss Applied Linguistics Corpus (Swiss-AL-Korpus): Das Korpus besteht aus 1,5 Mrd. Token von Webseiten mit .ch-Domain in Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch und ist damit eines der grössten mehrsprachigen Korpora der Schweiz. Es ermöglicht umfassende korpusgestützte und korpusbasierte Analysen, beispielsweise für diskurslinguistische Fragestellungen. Darüber hinaus werden weitere spezialisierte Textkorpora aufgebaut und gepflegt.

Anzahl Quellen in Swiss-AL: März 2017/Juli 2017/September 2017/ März 2018 (von innen nach aussen)

Forschungsprojekte

Energiediskurse in der Schweiz

Fragen der Energieproduktion, -versorgung und -nutzung werden die Schweiz in den nächsten Jahren und Jahrzehnten beschäftigen. Das Departement Angewandte Linguistik erforscht die kommunikativen Voraussetzungen für die anstehenden Veränderungen im Rahmen des Projektes «Energiediskurse in der Schweiz». Das Projekt wird im Forschungsprogramm Energie-Wirtschaft-Gesellschaft (EWG) des Bundesamtes für Energie (BFE) massgeblich gefördert und läuft über drei Jahre bis 2019. Ziel des Projektes ist es, Muster des Sprachgebrauchs zu Energiefragen in drei Landessprachen zu identifizieren, wie sie sich über die Grenzen von Institutionen, Medien und gesellschaftliche Bereiche hinweg entwickeln. Basis der Forschung ist ein umfangreiches mehrsprachiges Textkorpus zu Schweizer Energiediskursen seit 2011. Das Wissen darüber soll aktiv an Akteure der Energiewende und des demokratischen Dialogs vermittelt werden.

Seamless Writing: Expanding Technologies to Support Thesis Writing (SWETLANA)

«Thesis Writer» ist eine digitale Lernumgebung, die Studierende beim Verfassen ihrer Abschlussarbeiten unterstützt und Bildungsinstitutionen bei deren Anleitung und Organisation zur Seite steht. Ein Prototyp dazu ist an der ZHAW bereits in Gebrauch. Er wird im Projekt «SWETLANA» weiterentwickelt und an verschiedenen Hochschulen eingesetzt und getestet. Unsere Abteilung ist verantwortlich für die schreibdidaktische Ausrichtung der Plattform und die Gestaltung von rhetorischen Unterstützungstools auf korpuslinguistischer Basis. Das Projekt ist Teil des IBH-Lab «Seamless Learning» der Internationalen Bodensee-Hochschule. Laufzeit: November 2017 – Dezember 2019.

Wissenschaftliches Netzwerk «Diskurse – digital: Theorien, Methoden, Fallstudien»

Das Netzwerk vereint WissenschaftlerInnen, die in ihren Projekten an der Analyse digitaler Diskurse arbeiten und dabei digitale Methoden der Korpuslinguistik bzw. Digital Methods nutzen. Ziel des Netzwerks ist es, das Programm und das Methodeninventar der Diskurslinguistik in zwei Richtungen zu erweitern: Zum einen sollen die spezifischen Beschreibungskategorien und Analysewerkzeuge für Diskurse in digitalen Medien (u.a. Links, Hashtags) systematisiert werden. Zum anderen sollen Methoden und Instrumente der Korpuslinguistik und Digital Methods im Hinblick auf die Anforderungen der Diskurslinguistik evaluiert und ausgebaut werden. Gefördert durch die DFG; Projektlaufzeit: September 2016 bis September 2019.

Textsortenentwicklung zwischen Standardisierung und Variation: Das Beispiel der Ansichtskarte

Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts lässt sich die Ausprägung spezieller kommunikativer Zwecke im Kontext der privaten Fern- und Alltagsschriftlichkeit am Beispiel der Ansichtskarte nachvollziehen. Sie zeichnet sich durch stark muster- und formelhafte sprachliche Lösungen zur Umsetzung dieser Zwecke aus. Im Projekt werden textlinguistische und korpuspragmatische Methoden kombiniert, um Rückschlüsse auf die Spezifik dieser Textsorte zu ziehen, wobei ein Konzept der textsortenspezifischen Musterhaftigkeit als gemeinsamer Nenner der Analysen dient.Das Forschungsprojekt ist eine Kooperation der Universität Zürich und der Technischen Universität Dresden. Laufzeit: April 2016 - März 2019.

Visual Linguistics

Das Projekt «Visual Linguistics» wurde von 2015 bis 2018 vom Schweizer Nationalfonds als Ambizione-Projekt finanziert. Es erarbeitete die Grundlagen der Visualisierung in den Sprachwissenschaften und systematisierte diese in einem «Visual Linguistics Framework». Das Framework soll ein Instrument sein, um für bestimmte Problemlagen in der Linguistik Visualisierungsmethoden zu finden und diese auch theoretisch begründen zu können. Der Fokus des Frameworks liegt besonders auf den neuen Herausforderungen der datenintensiven Digital Humanities. Für drei unterschiedlich gelagerte Visualisierungsprobleme in der datenintensiven Digital Humanities werden Fallstudien durchgeführt, in deren Rahmen neue visuelle Analysemethoden entwickelt wurden.

Visual Linguistics sind auch im Forschungs- und Arbeitsbereich «Digital Linguistics» ein Schwerpunkt. Eine entsprechende Publikation von Noah Bubenhofer ist in Vorbereitung.

Text+Berg digital: Projekt zur korpuslinguistischen Erschliessung alpinistischer Literatur

Im Projekt «Text+Berg digital» sollen zwei Publikationsreihen des Schweizer Alpen-Clubs (SAC), die kontinuierlich seit 1864 erschienen sind, digital erfasst und korpuslinguistisch aufbereitet werden.

Publikationen

Lehre

Wir unterrichten in allen Studiengängen des Departements Angewandte Linguistik zu Themen der Korpus- und Diskurslinguistik und betreuen Abschlussarbeiten. Zudem leiten wir regelmässig weltweit Workshops und Weiterbildungen für Nachwuchsforschende im Bereich der sozial- und kulturwissenschaftlich interessierten Korpuslinguistik. Unser Online-Handbuch «Einführung in die Korpuslinguistik» von Noah Bubenhofer gehört zu den wichtigsten deutschsprachigen Ressourcen in der Lehre.

Team

Wir sind ein Team erfahrender LinguistInnen aus den Bereichen Korpuslinguistik, Computerlinguistik, Diskurslinguistik, Visual Linguistics, Grammatik, Semantik, Didaktik, historische Linguistik, Textlinguistik und Politolinguistik.