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Doktoratsprogramm in Angewandter Linguistik: Sprachen, Argumente und Narrative in der datifizierten Gesellschaft

Das Departement Angewandte Linguistik der ZHAW und die Facoltà di comunicazione, cultura e società der USI freuen sich, eine zweite Runde des gemeinsamen Doktoratsprogramms in Angewandter Linguistik anbieten zu können. Der Fokus des Programms liegt auf Sprachen, Argumentation und Narrativen.

Wer sind wir?

Das Doktoratsprogramm ist eine Kooperation zwischen der Università della Svizzera italiana (USI) und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und wird von swissuniversities finanziert. Es ist an Doktorandinnen und Doktoranden gerichtet, deren Forschungsprojekt sich mit Sprachen, Argumentation und Narrativen befasst.

Was bieten wir?

Das Programm

Sprachen, Argumente und Narrative in der datifizierten Gesellschaft

Im Rahmen des Doktoratsprogramms analysieren wir Sprache an sich, sowie die Sprachen, die in unserer immer stärker von künstlicher Intelligenz beeinflussten Welt benutzt werden. Wir konzentrieren uns auf Argumente und Narrative als grundlegende Formen der menschlichen Sinnstiftung durch Sprache und ihr vielschichtiges Zusammenspiel in wissenschaftlichen, professionellen und öffentlichen Diskursen in der gegenwärtigen datifizierten Gesellschaft. Wir erforschen die Möglichkeiten und Herausforderungen, die sich daraus sowohl für die Forschung als auch für die Berufspraxis ergeben. Unser Ziel ist es, den Mehrwert zu identifizieren, den Menschen zur künstlichen Intelligenz in der datifizierten Gesellschaft und zu deren zunehmend algorithmischen Praktiken der Sprachverarbeitung hinzufügen können.

Wissenschaftliche Bedeutung

Die datifizierte Gesellschaft speichert maschinenlesbare Aufzeichnungen von kommunikativen Ereignissen; diese Aufzeichnungen werden gesammelt, analysiert und in numerische Daten umgewandelt. Aus einer (angewandten) linguistischen Perspektive entstehen dadurch neue Möglichkeiten, linguistische Daten zu sammeln und zu verarbeiten, neue Methoden zu entwickeln und neue Fragen zu stellen. Beispielsweise kann sich die Computerlinguistik am Aufbau der datifizierten Gesellschaft beteiligen, indem sie Sprachtechnologien weiterentwickelt. Die datifizierte Gesellschaft stellt die Pragmatik, die Diskursanalyse, die Soziolinguistik und die Angewandte Linguistik vor neue Fragen, da der menschliche Sprachgebrauch zunehmend auch die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine und die dadurch entstehenden neuen Kommunikationsmuster mit einschliesst.

Das Programm verbindet dreidimensionale Analysen des Sprachgebrauchs mit einer multidisziplinären Herangehensweise an Praxisprobleme in der datifizierten Gesellschaft.

Dreidimensionale Analyse

Das Doktoratsprogramm bereitet die Forschenden von morgen auf die Analyse des menschlichen Sprachgebrauchs in der datifizierten Gesellschaft vor, indem es drei analytische Dimensionen miteinander kombiniert: Kontext, Medien und Modus.

Argumentation ist ein Austausch, bei dem Gründe vorgebracht werden, um einen Standpunkt in Bezug auf ein strittiges Thema zu unterstützen. Neuere Forschung zur Argumentation betont deren Potenzial für die rationale Erörterung und zeigt auf, wie Versuche der Argumentation auf digitalen Kommunikationsplattformen schnell unproduktiv und polarisiert werden können. Wir untersuchen Argumentation bevorzugt im Hinblick auf grössere gesellschaftsübergreifende Themen und mit speziellem Augenmerk auf den wachsenden Bereich der «Argument Technologies», wie zum Beispiel «Argument Mining» und «Debating Agents».

Narrativ ist ein Diskursmodus, durch den die Welt verständlich gemacht und eine Identifikation geschaffen werden kann, und der besonders im öffentlichen Bereich in der Konstruktion von Diskursen zum Tragen kommt, so beispielsweise im Journalismus, in der öffentlichen Kommunikation, in der Unternehmenskommunikation und im Marketing. Aus einer diskurslinguistischen Perspektive gehen wir auf die Veränderungen ein, die durch die Digitalisierung in diesen Bereichen entstanden sind, zum Beispiel die Praktiken der mündlichen und schriftlichen Narration in fragmentarischen Kontexten wie den sozialen Medien. Besonderes Augenmerk legen wir hierbei auf die Herausforderungen im Hinblick auf unkontrollierte Erzählungen sowie auf Spannungen, die durch das Aufeinandertreffen konkurrierender Narrative entstehen.

Multidisziplinärer Ansatz

Die Lehrveranstaltungen und weiteren Aktivitäten im Rahmen des Doktoratsprogramms betrachten jede der Perspektiven auf drei Ebenen der Disziplinarität, indem sie:

Grundlegende und fortgeschrittene digitale Kenntnisse für Linguistinnen und Linguisten

Auf einer praktischen Ebene beinhaltet das Doktoratsprogramm Methodenkurse (mit Fokus auf korpusbasierte Methoden) sowie Kurse für Einsteiger und Fortgeschrittene in Natural Language Processing (NLP) und Computerlinguistik. Damit soll Linguistinnen und Linguisten die nötige Bildung in diesen Bereichen ermöglicht werden, um sie zu befähigen, Grundlagen- und angewandte Forschung zur Sprache in der datifizierten Gesellschaft zu betreiben.

Über uns

Co-Direktoren

Daniel Perrin (ZHAW)

Andrea Rocci (USI)

Programmleiterin

Eva Kuske (ZHAW)

Zulassung und praktische Informationen

Wer kann teilnehmen?

  • An einer Schweizer Universität immatrikulierte Doktorandinnen und Doktoranden
  • Bewerberinnen und Bewerber am Beginn und in späteren Phasen der Promotion
  • Bewerberinnen und Bewerber mit einem Master-Abschluss einer Fachhochschule können nach Prüfung des jeweiligen Profils an der USI zugelassen werden

Interessierte Studierende schicken bitte ihren akademischen Lebenslauf, eine Beschreibung ihres Forschungsschwerpunkts und ein Motivationsschreiben (in dem unter anderem darauf einzugehen ist, wie ihr Forschungsthema zum Thema des Programms passt) an Eva Kuske (eva.kuske@zhaw.ch).