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Caseload Converter

Vorstudie zur Entwicklung eines Tools zum Vergleich der Falllast in der Sozialhilfe

Auf einen Blick

Beschreibung

Innocheck-Projekt zum Vergleich und zur Bestimmung der Falllast in der Sozialhilfe
Vor dem Hintergrund unserer Studie zur Falllastreduktion (Eser Davolio et al. 2017), bei der sich für die Langzeitberatung der Stadt Winterthur gezeigt hat, dass eine Senkung der Falllast zu signifikanten Mehreinnahmen der Sozialhilfebeziehenden geführt hat, möchten wir die Ergebnisse für weitere Gemeinden nutzbar machen. Dabei stellen sich komplexe Herausforderungen, denn jeder Sozial-dienst ist unterschiedlich aufgestellt und ausgestattet, weshalb eine Vielzahl von Parametern, wie etwa die Entlastung durch Administration, Unterstützung durch interne Fachstellen, zusätzliche Auf-gaben wie Beistandschaftsmandate etc. einbezogen und gewichtet werden müssen.
In der geplanten Vorstudie im Rahmen von Inocheck wird daher ausgehend von bestehender For-schungsliteratur im Austausch mit Fachexpertinnen und Fachexperten aus der Praxis eine zweifache Zielsetzung verfolgt:  
1. Grundlagen zu erarbeiten, um die Falllast pro Vollzeitäquivalent von Sozialarbeitenden in der Sozialberatung präzise zu bestimmen
2. die Parameter zu identifizieren, um die Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Sozial-diensten in unterschiedlichen Kontexten herzustellen.
Die SKOS (Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe) möchte in Kooperation mit dem Forschungsteam von Miryam Eser Davolio und Rahel Strohmeier Navarro Smith , Institut Vielfalt und gesellschaftliche Teilhabe, Departement Soziale Arbeit ZHAW, Vorsondierungen und Abklärungen treffen, wie die Ent-wicklung eines „Caseload Converters“ angelegt sein muss, damit alle relevanten Faktoren ausreichend berücksichtig und sowohl quantitative als auch qualitative Dimensionen der Fallarbeit genügend Rechnung getragen wird. Für den Innocheck musste gemäss Vorgaben von Innosuisse der „Wirtschaftspartner“, also die SKOS, das Gesuch einreichen.

Vorgehen: Im Vordergrund des Innochecks stehen die Fragen nach der Bestimmung und Vergleichbarkeit der Falllast. Im Rahmen von drei Expertendiskussionen (zwei Diskussionsrunden in der Deutschschweiz, eine mit Leitenden kleiner und mittlerer Sozialer Dienste, eine mit grösseren Diensten sowie  in einer weiteren Runde in der Westschweiz mit Leitenden von Sozialdiensten) werden im August/September 2020 die Berücksichtigung der unterschiedlichen Voraussetzungen (Administrative Entlastung, Fachstellen, zusätzliche Mandate von Sozialarbeitenden etc.) und weitere Rahmenbedingungen (Ressourcen- und Fallsteuerung etc.) diskutiert. Die Diskussionen werden dokumentiert und ausgewertet. Je nach Bedarf werden zur Klärung spezifischer Fragen noch weitere Interviews mit Fachpersonen geführt. Auf dieser Grundlage werden die zu erfassenden Faktoren/Parameter bestimmt sowie ein erster Modellentwurf für einen Vergleichsraster zur Falllast (unterteilt nach Grösse der Sozialen Dienste) erarbeitet. Die präzise Gewichtung der Parameter sowie die weitere Konkretisierung und Erprobung des Modells in unterschiedlichen Kontexten wäre Gegenstand eines nachfolgenden, grösseren Entwicklungsprojektes.

Ergebnis: Auf der Grundlage der Expertendiskussionen soll klarwerden, inwieweit es sich lohnt, das Vorhaben weiter zu verfolgen, oder ob es zu komplex oder voraussetzungsvoll ist. Wenn möglich, soll mithilfe der Ergebnisse der Fokusgruppendiskussionen ein erster Modellentwurf für einen Vergleichraster zur Falllast (unterteilt nach Grösse der Sozialen Dienste) erarbeitet werden. Die präzise Gewichtung der Parameter sowie die weitere Konkretisierung und Erprobung des Modells in unterschiedlichen Kontexten wäre Gegenstand eines nachfolgenden, grösseren Entwicklungsprojektes.
Nach der stetigen Zunahme der Fallbelastung in der Sozialhilfe in den letzten Jahren sollen dies Ergebnisse eine fundierte Grundlage für die Bestimmung der Falllast bieten und Sozialen Diensten ein zusätzliches Argumentarium aufgrund der Vergleichsmöglichkeiten sowohl für die Diskussion inner-halb der Dienste als auch die lokale politische Diskussion ausserhalb einbringen können an die Hand geben.