Usability-Labor

Die Benutzerfreundlichkeit von Produkten ist auf dem Gebiet der Technikkommunikation ein entscheidendes Erfolgskriterium – man denke nur an Probleme, die beim Umgang mit einer nicht intuitiv bedienbaren Software-Oberfläche oder einer nicht zielgruppengerecht verfassten Bedienungsanleitung entstehen können.

Die ZHAW hat als anwendungsorientierte Hochschule den Auftrag, praxisorientierte Studiengänge anzubieten, die Weiterbildung zu pflegen, anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung zu betreiben und Dienstleistungen für Dritte zu erbringen. Im Sinne dieses Leistungsauftrags trägt unser Usability-Labor dazu bei, den Aspekt der Benutzerfreundlichkeit in der Lehre, in der anwendungsorientierten Forschung sowie im Bereich der Dienstleistung hervorzuheben und zu vertiefen.

Räume und technische Infrastruktur

Ein Blick ins Entree, das als Empfangs- und Vorbereitungsraum dient.

Im Usability-Labor am Departement Angewandte Linguistik der ZHAW steht eine hochwertige technische Infrastruktur zur Erfassung und Analyse der in den Usability-Tests gewonnenen Daten zur Verfügung.

Testraum

Probandin beim Lösen einer Aufgabe für einen Usability-Test.

Im geräuschisolierten Testraum werden die Usability-Tests mit einzelnen ProbandInnen durchgeführt. Durch einen Einwegspiegel zwischen dem Testraum und dem Beobachtungs- und Kontrollraum können die Vorgänge im Testraum verfolgt werden, ohne dass die ProbandInnen abgelenkt werden.

Dome-Kamera

Dome-Kamera.

Zwei Dome-Kameras und eine flexible Kamera auf Stativ erlauben eine zielgenaue Aufnahme der zu testenden Produkte sowie der Handlungen, der verbalen Äusserungen und der Gestik und Mimik der ProbandInnen. Für den Test von Softwareprodukten wird darüber hinaus eine Screenrecording-Software eingesetzt, die den jeweiligen Bildschirminhalt sowie die Eingaben der ProbandInnen aufzeichnet.

Eyetracking-System

Mit dem Eyetracking-System können Webseiten oder Software am Bildschirm getestet werden.

Unser modernes Eyetracking-System ermöglicht Untersuchungen der Blickbewegung der ProbandInnen beim Betrachten einer Anwendung auf dem Bildschirm. Es handelt sich hierbei um ein so genanntes Remote-System, bei dem, im Gegensatz zu Head-Mounted-Display-Systemen, die ProbandInnen ohne störende Zusatzapparaturen sich vollkommen auf das Geschehen auf dem Bildschirm konzentrieren können. Die Eyetracking-Methode kann in Kombination mit einem Usability-Test eingesetzt werden. Die Testperson löst dabei die von der Testleitung vorgegebene Aufgabe und gleichzeitig wird der Blickverlauf aufgezeichnet. Dadurch können zusätzliche wertvolle Hinweise eruiert werden, wie beispielsweise auf Bereiche einer Onscreen-Applikation, die der Aufmerksamkeit der BenutzerInnen völlig entgehen.

Zur Ausstattung des Labors gehört auch eine Mobile Device Kamera, die zur optimierten Aufnahme von Vorgängen und Handlungsabläufen an mobilen Geräten, z. B. einer Fernbedienung oder einem Mobiltelefon, eingesetzt wird. Die Kamera kann am Gerät selbst befestigt oder auch für Feldbeobachtungen ausserhalb des Labors eingesetzt werden.

Fokusgruppenraum

Blick in den grosszügigen Fokusgruppenraum.

Der Fokusgruppenraum ist hauptsächlich für Gruppenuntersuchungen bestimmt. Im Fokusgruppenraum können beispielsweise potenzielle BenutzerInnen eines Gerätes bereits während des Entwicklungsprozesses einbezogen werden. Sie können zum Beispiel Fragestellungen in Verbindung mit einer optimierten Gestaltung einer Benutzerschnittstelle erörtern und Lösungen oder Vorschläge in einem Ideenfindungsprozess innerhalb der Gruppe ausarbeiten.

Im Fokusgruppenraum befinden sich zwei Dome-Kameras und zwei Grenzflächenmikrofone, die es erlauben, aus dem Beobachtungsraum heraus den Ablauf zu verfolgen und aufzuzeichnen.

Beobachtungs- und Kontrollraum

Blick aus dem Beobachtungsraum in den Testraum während einer Eyetrackingaufzeichnung.

Im Beobachtungs- und Kontrollraum fliessen alle Signale aus dem Testraum und dem Fokusgruppenraum zusammen. Mit Hilfe einer leistungsstarken Software können die gewonnenen Daten dokumentiert und ausgewertet werden.

Eyetracking-Brille

Probandin mit Eyetracking-Brille beim Testen einer Kaffeemaschine.

Ähnlich wie das stationäre Eyetracking-System, das in unserem Testraum installiert ist, ermöglicht die Eyetracking-Brille das Aufzeichnen der Blickbewegungen von ProbandInnen. In die Eyetracking-Brille sind eine Videokamera und ein Mikrofon eingebaut, welche ausserdem die Testumgebung aufzeichnen. Dank dieses kompakten Systems können sich die ProbandInnen uneingeschränkt in der Umwelt bewegen. Dadurch eröffnen sich neue Bereiche für Eyetracking-Aufnahmen:

  • Produktnutzung
  • Gestaltung von User Interfaces
  • Leseverhalten
  • Wirksamkeit von Plakatwerbung
  • Einkaufsverhalten in Supermärkten
  • Orientierungsverhalten an unbekannten Orten