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Einfluss und Nachweis von biologisch abbaubaren Werkstoffen in der Umwelt (BAWIU)

Auf einen Blick

Beschreibung

Jedes Jahr gelangen in der Schweiz rund 14'000 Tonnen Kunststoffe in die Böden und in die Gewässer. Ursache ist der Gebrauch von Kunststoffprodukten sowie die unsachgemässe Entsorgung von Kunststoffabfällen. Die Einträge von Kunststoffen in die Umwelt müssen im Sinne des Vorsorgeprinzips so weit wie möglich reduziert werden. Eine mögliche Lösung hierfür könnte der Einsatz von biologisch abbaubaren Werkstoffen (BAW) sein.

Mittlerweile gibt es viele biologisch abbaubare Materialien und Produkte auf dem Markt und das Thema BAW gerät dadurch immer mehr in den Fokus von Politik und Öffentlichkeit. Die Verwendung von BAW, z.B. biologisch abbaubare Kunststoffe, bietet viele Chancen, birgt jedoch auch Risiken. Wenn Kunststoffprodukte, die normalerweise in der Natur landen (z.B. Geotextilien zur Hangsicherung, Feuerwerkskörper, etc.), durch BAW ersetzt werden, kann dies von grossem Vorteil sein. «Biologisch abbaubar» bedeutet aber nicht, dass sich das Material unter allen Umständen abbaut. Die Abbaubarkeit von BAW hängt einerseits von den Materialeigenschaften (chemisch und physikalisch), andererseits von den Umgebungsbedingungen (biotisch und abiotisch) ab. Stimmen diese Bedingungen nicht, so kommt es nicht oder nur zu einem unvollständigen Abbau. Das heisst, ein bioabbaubarer Plastiksack, der sich auf einer Kompostieranlage abbaut, baut sich nicht unbedingt auf dem Feld, im Wald oder in der Tiefsee ab. Dies ist den Verbraucherinnen und Verbrauchern kaum bewusst, wodurch BAW oft nicht korrekt entsorgt werden (z.B. bewusstes Littering).

Mit der Studie BAWIU - Biologisch abbaubare Werkstoffe in der Umwelt - sollen die Umweltauswirkungen von BAW bestimmt und eine Grundlage geschaffen werden, wo der Einsatz von BAW sinnvoll und wo ihr Einsatz für die Umwelt nachteilig ist. Verschiedene BAW werden auf ihre Materialeigenschaften, Abbauarbeit und Umweltrelevanz untersucht. Des Weiteren soll die Analytik von BAW in organischen Proben vorangetrieben werden, denn der Nachweis von BAW ist ein zentraler Schritt zur Immissionsreduktion von schlecht abbaubaren BAW.

Die Ziele des Projekts BAWIU umfassen unter anderem folgende Punkte:

  • Ist-Zustand von BAW in der Schweiz im Vergleich zu angrenzenden EU-Ländern (FR, DE, IT, AT, FL) beurteilen
  • Entscheidungshilfe für die Entsorgung von BAW
  • Immissionsreduktion durch Weiterentwicklung von Nachweismethoden von BAW in Boden, Kompost und Gärgut
  • Unterscheidung zwischen umweltbelastenden BAW-Materialien und umweltfreundlichen BAW ermöglichen