AbsolventInnen berichten

Wir haben AbsolventInnen der Vertiefung Fachübersetzen im Masterstudiengang Angewandte Linguistik vier Fragen gestellt. Lesen Sie, was sie zu berichten haben.

Anina Traub

«In meinem Berufsalltag ist es wichtig, dass ich sprachliche Entscheidungen sowohl Laien als auch KollegInnen gegenüber gut begründen kann. Meine fundierte und praxisorientierte Ausbildung hilft mir dabei sehr.»

Weshalb haben Sie sich gerade für diesen Masterstudiengang entschieden?
Bereits während des Bachelorstudiums hatte ich festgestellt, dass Übersetzen mir grossen Spass macht und ich gerne bis zur Perfektion an Texten feile. Nach dem Abschluss wollte ich mich deshalb noch vertiefter mit Theorie und Praxis des Fachübersetzens auseinandersetzen, um wirklich fürs Berufsleben fit zu werden.

Was haben Sie gelernt?
Einerseits konnte ich im Rahmen des Übersetzungsunterrichts Routine gewinnen und die Herausforderungen weiterer Textsorten entdecken. Andererseits wurden in den eher theoretischen Fächern auch methodische Kompetenzen erarbeitet. Und nicht zuletzt ist es ein einzigartiger «Lehrblätz», eine umfangreiche wissenschaftliche Arbeit zu schreiben: Vom Anwenden und Umsetzen des Stoffs profitiert man einfach meisten – denn was man nicht verstanden hat, das kann man auch nicht ordentlich darlegen. Die Masterarbeit zwingt einen, sich so richtig in ein Thema reinzuknien.

Was haben Sie besonders geschätzt?
Mir hat die breite Palette an Fächern und Themen gefallen; die Phänomene «Sprache» und «Kommunikation» wurden aus diversen Perspektiven beleuchtet. Auch erlebte ich eine ausgeprägte und fruchtbare Zusammenarbeit unter den Studierenden: Man unterstützte sich gegenseitig, gab konstruktives Feedback und ergänzte einander.

Hatte das Masterstudium bereits Auswirkungen auf Ihre berufliche Laufbahn?
Nach dem Studium hatte ich das Glück, sofort eine Stelle im internen Sprachendienst der AXA Winterthur zu finden. Bereits ein gutes Jahr später gab es Veränderungen im Team, und seither bin ich für den Bereich Deutsch verantwortlich. In meinem Berufsalltag ist es wichtig, dass ich sprachliche Entscheidungen sowohl Laien als auch KollegInnen gegenüber gut begründen kann. Meine fundierte und praxisorientierte Ausbildung hilft mir dabei sehr. Last, but not least durfte ich 2015 bereits erste Unterrichtserfahrungen an der ZHAW sammeln (Fachübersetzen Französisch-Deutsch), was eine ebenso herausfordernde wie bereichernde Aufgabe war.

Marina Siedl

«Ich habe direkt nach dem Studium begonnen, in einer Sprachagentur zu arbeiten. Als Berufseinsteigerin hatte ich mit dem Masterstudium eine solide Grundlage sowie Vertrauen in mein Wissen und meine Fähigkeiten.»

Weshalb haben Sie sich gerade für diesen Masterstudiengang entschieden?
Ich hatte von Anfang an das Ziel, das Übersetzerhandwerk zu lernen. Nachdem ich schon den Bachelor in Übersetzung mit Vertiefung Mehrsprachige Kommunikation gemacht hatte, war dies der logische Schritt für mich.

Was haben Sie gelernt?
Alles rund ums Fachübersetzen, beispielsweise Wissen über verschiedene Textsorten und kulturspezifische Konventionen, Recherchetechniken, Übersetzungsrevision und auch, Übersetzungsprojekte als Team zu bearbeiten.

Was haben Sie besonders geschätzt?
Ich fand es super, dass das Studium in vielen Bereichen sehr praxisbezogen war und dass die Dozierenden grösstenteils selbst ÜbersetzerInnen sind.

Hatte das Masterstudium bereits Auswirkungen auf Ihre berufliche Laufbahn?
Ich habe direkt nach dem Studium begonnen, in einer Sprachagentur zu arbeiten. Als Berufseinsteigerin hatte ich mit dem Masterstudium eine solide Grundlage sowie Vertrauen in mein Wissen und meine Fähigkeiten.

Yves-Manuel Méan

«Das Masterdiplom war meine Eintrittskarte in die Übersetzerwelt und hat mir in der Folge auch die Türe zum Dozieren geöffnet – ein Traum, den ich mir dank dem Masterstudiengang erfüllen konnte.»

Weshalb haben Sie sich gerade für diesen Masterstudiengang entschieden?
Nach meinem Bachelorabschluss in Übersetzen an der ZHAW fühlte ich mich noch nicht bereit für den Arbeitsmarkt und hatte auch meinen Wissensdurst im Bereich Linguistik noch nicht gestillt. Ich wollte tiefer in den Sprachendschungel vordringen und dabei lernen, wie ich aus diesem Urwald wieder herausfinde. Mein Erasmus-Semester in Brüssel und der Austausch mit Studierenden aus ganz Europa hatten mir zudem gezeigt, dass mich das Studium an der ZHAW insbesondere aufgrund seiner Praxisnähe weiter bringen kann. Der Standort Winterthur war für mich als Zürcher ein weiterer Pluspunkt und machte die ZHAW zum idealen Aus- und Weiterbildungsort.

Was haben Sie gelernt?
Die berühmten Worte «Ich weiss, dass ich nichts weiss» beschreiben die ersten Wochen meines Masterstudiums ziemlich gut. Obschon das Übersetzen im Bachelorstudiengang nicht zu kurz gekommen war, musste ich im Masterstudiengang feststellen, dass an vielem noch gefeilt werden musste. Ich habe gelernt, dass Übersetzen ein Handwerk ist und dass Übung den Meister macht. Dank zahlreicher Gruppenarbeiten konnte ich auch von meinen StudienkollegInnen profitieren. Und schliesslich durfte ich erfahren, dass die Arbeit mit verschiedenen Sprachen, Menschen und Kulturen enorm viel Spass und Freude bereitet.

Was haben Sie besonders geschätzt?
Für mich zeichnen den Masterstudiengang an der ZHAW vor allem zwei Punkte aus: Der erste ist das angenehme, fast schon familiäre Umfeld. Durch die kleine Studierendenzahl ist der Austausch mit den Dozierenden sehr direkt, intensiv, ehrlich, produktiv. Die Dozierenden kennen die Studierenden und deren Schwächen, sind aber auch in der Lage, die Stärken hervorzuheben.
Der zweite Pluspunkt ist die Praxisnähe, d.h. der Übersetzeralltag wird möglichst realitätsgetreu nachgestellt. Als Beispiel seien die Prüfungen erwähnt, bei denen wie im „richtigen Leben“ alle Hilfsmittel – sprich Wörterbücher, Computer, Internet – erlaubt sind. Dadurch wird auch die Recherchekompetenz bewertet, was unabdingbar ist. Meines Erachtens ist ein Übersetzer, der nicht recherchiert, nur ein halber Übersetzer.

Hatte das Masterstudium bereits Auswirkungen auf Ihre berufliche Laufbahn?
Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich ohne Masterabschluss trotz Bachelor in Übersetzen nicht Übersetzer geworden wäre. Ohne Masterdiplom ist es äusserst schwierig, an eine Übersetzerstelle zu gelangen. Das Masterdiplom war meine Eintrittskarte in die Übersetzerwelt und hat mir in der Folge auch die Türe zum Dozieren geöffnet – ein Traum, den ich mir dank dem Masterstudiengang erfüllen konnte.