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Der Energiediskurs in der Schweiz: (Miss)repräsentieren mehrsprachige Quellen die monolingualen Teildiskurse?

Vertiefungsstudie zum Projekt Energiediskurse in der Schweiz

Auf einen Blick

Beschreibung

Tendenziell wird in der Schweiz bei Initiativen und Referenden je nach Sprachregion recht unterschiedlich abgestimmt. Obwohl Sprache als Faktor der Parteibindung und politischen Einstellungen zwar in der Schweiz insgesamt abnimmt (vgl. Goldberg 2017), zeigt sich in der Energiepolitik wenig verändert das Bild der Korrelation von Sprachregion und Abstimmungsverhalten; Viele Bezirke in der Romandie und im Kanton Tessin haben die "Atomausstiegsinitiative" Ende 2016 angenommen; in der Deutsch-schweiz stimmten vergleichsweise wenige für die Vorlage. Das uneinheitliche Abstimmungsverhalten der drei grossen Landesteile korreliert also mit der jeweils dominanten Sprache. Somit könnten die Einstellungen zu Energiepolitik auch auf kulturelle, diskursive und damit auch auf sprachliche Unter-schiede zurückgeführt werden.

Wesentlich für die Meinungsbildung in politischen Angelegenheiten sind unter anderem amtliche Texte und Dossiers, die auf der gesamteidgenössischen Website "admin.ch"; eingesehen werden können und demnach allgemein zugänglich sind. Für Stimmberechtigte ist zudem insbesondere das "Bundesbüchlein" zentral, welches vor Abstimmungen an sie verschickt wird und auf Deutsch, Französisch und Italienisch erscheint. Die Sprache, in der die Ausarbeitung der Abstimmungsunterlagen vorgenommen wird, können die anderen Versionen beeinflussen. Hieraus ergibt sich die Forschungsfrage der Ergänzungsstudie: Verzerren mehrsprachige Quellen die monolingualen Teildiskurse? Ausgangspunkt ist folgende Überlegung: Weil der Inhalt des Bundesbüchleins in allen Sprachen gleich zu sein hat, sind Unterschiede lediglich in der konkreten Wortwahl zu erwarten. Ziel der Vertiefungsstudie ist, die sprachbedingten Unterschiede zu ermitteln, zu beschreiben und als mögliche Einflussfaktoren auf das Abstimmungsverhalten zu deuten. Diese Art der Analyse von dominanten sprachübergreifenden Argumentationen und von möglichen diskursiven Verzerrungen infolgedessen wird in diesem Projekt-zusammenhang erstmals versucht.

Publikationen