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Interventionen bei psychischen Störungen von Kindern und Jugendlichen. Systematisches Review zur Wirksamkeit und Kosteneffektivität von psychosozialen Interventionen, Psychotherapie und Pharmakotherapie.

Bericht z.Hd. des Regierungsrates des Kantons Zürich

Auf einen Blick

  • Projektleiter/in : Prof. Dr. Peter Rüesch
  • Projektteam : Nicole Maeder
  • Projektstatus : abgeschlossen
  • Drittmittelgeber : Öffentliche Hand (ohne Bund) (Kanton Zürich (Gesundheitsdirektion))
  • Kontaktperson : Peter Rüesch

Beschreibung

Problemstellung:

Der Zürcher Regierungsrat wurde Ende Juli 2008 mit einem Postulat des Kantonsrates beauftragt, die Entwicklung der Diagnosestellung und Behandlung psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen in den letzten fünf Jahren aufzuzeigen; ein besonderes Augenmerk gilt der Behandlung mit Psychopharmaka. Der Kantonsärztliche Dienst gibt nun eine Studie in Auftrag, bei der es um die Ermittlung des aktuellen Kenntnisstandes der Behandlung psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen geht.

Fragestellungen:

Vier Fragenkomplexe sollen dabei untersucht werden:

  • Bestandesaufnahme von Krankheitshäufigkeiten, Behandlungsbedürftigkeit und der angewandten Behandlungen derjenigen Krankheiten, die üblicherweise mit Psychopharmaka behandelt werden können.
  • Analyse der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit der Psychopharmakabehand-lung bei den drei häufigsten psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter. Falls vorhanden: Vergleich der alleinigen Psychopharmakabehandlung im Vergleich mit anderen geeigneten Therapieformen oder Kombinationen von Psychopharmakabehandlung und anderen Behand-lungen.
  • Darstellung potentieller Veränderungen und Verschiebungen hinsichtlich der Therapieformen in den letzten zehn Jahren.
  • Identifikation von wesentlichen offenen Fragen aufgrund der Erkenntnisse der vorangehenden Recherche und die für die gute Versorgung im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie zwin-gend zu beantworten sind. Darlegung eines Vorschlages für ein Studienkonzept zur Beantwortung dieser Fragen sowie dessen Aufwand- und Kostenschätzung

Methodisches Vorgehen:

Systematische Literaturrecherche in etablierten Datenbanken, welche eine Differenzierung der Krankheitshäufigkeiten, Wirksamkeit, Zweckmässigkeit, Wirtschaftlichkeit und Veränderungen von Therapieformen nach Geschlecht und Entwicklungsphasen vorsieht. Des Weiteren wurde in der Startphase der Studie ein Experteninterview durchgeführt.

Ergebnisse:

  • Gesamthaft erweisen sich sowohl psychotherapeutische oder psychosoziale Interventionen als auch pharmakologische Behandlungen als wirksam in der Behandlung der häufigsten psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Die kombinierte Anwendung beider Interventionsarten zeigt tendenziell positive Effekte, aber deren Studienlage ist zurzeit noch schmal.
  • Die pharmakologische Behandlung zeigt besonders bei zwei Störungsbildern gut abgesicherte positive Wirkungen: bei Angsterkrankungen und bei ADHS. Bei letzterer zeigen Psychopharma-ka (insbesondere MPH bzw. ‚Ritalin’) stärkere positive Effekte als psychotherapeutische Interventionen.
  • Die Wirksamkeit psychotherapeutischer Interventionen ist für alle der untersuchten Störungen belegt, wobei die stärksten Effekte in der Behandlung von Angsterkrankungen zu verzeichnen sind.
  • Die Studienlage zur Wirtschaftlichkeit von Interventionen bei psychischen Störungen von Kindern und Jugendlichen ist schmal, die Befunde sind jedoch relativ konsistent mit der Bewertung der Wirksamkeit der Interventionen.