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Die narrative Recherche als künstlerische Intervention im kommunalpolitischen und behördlichen Kontext

Case Study: Explorative situative Diskursanalyse

Auf einen Blick

Beschreibung

Die Gesellschaft ist Veränderungsprozessen unterworfen. Und mit ihr auch Organisationen, Institutionen und Unternehmen. Die Art wie wir denken, handeln und kommunizieren wandelt sich. Wie begegnen wir diesen Veränderungen? Wie gestalten wir den Wandel? Mit welchen Bildern, mit welchen Geschichten erzählen wir von uns? Wie geben wir unserem gesellschaftlichen, unserem organisationalen, unserem unternehmerischen „Wir“ in Bewegung eine angepasste Erzählung und Struktur?

Das Blockseminar "Narrative Recherche - Künstlerische Bewegungen in Organisationen" an der HKS Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg vermittelt BA- und MA-Studierenden der Kunsttherapie, der Tanz- und Theaterpädagogik, der freien bildenden Kunst und des Artful Leadership die Grundlagen einer "Narrativen Recherche". Die "Narrative Recherche" wurde von Michael Uhl, freischaffender Regisseur und Dozent entwickelt. Sie ist eine künstlerische Intervention und Technik, mit der das Theater Gesellschaft befragt, indem es Perspektiven und Narrationen der beteiligten Akteure sammelt. Es entsteht ein Mosaik aus unterschiedlichen Perspektiven und Narrativen, das zu einer künstlerischen Form zusammengeführt wird. Diese künstlerische Methode der "Narrativen Recherche" lässt sich auch in spezifischen gesellschaftlichen-sozialen Gruppen wie Institutionen oder Unternehmen anwenden. Das Storytelling, der gemeinsame Blick auf das Ganze, wird dabei nicht hierarchisch von oben erzählt, sondern stellt einen gemeinsamen kommunikativen Prozess unterschiedlichster Einzelperspektiven dar. - Das Seminar ist praxisorientiert angelegt: Die Studierenden sollen durch eigenes Tun exemplarisch die Phasen einer "Narrativen Recherche" durchlaufen. Im Rahmen des Seminars führen die Studierenden Gespräche mit politischen und behördlichen Akeuren der Ottersberger Kommunalpolitik und nehmen an einer Rats- und einer Fachausschuss-Sitzung für Kultur und Bürgerbeteiligung, Finanzen & Wirtschaft teil. Die Ergebnisse und Learnings aus diesen Begegnungen fliessen in den Prozess der "Narrativen Recherche" ein.

Der Forschungsschwerpunkt OKOE Organisationskommunikation und Öffentlichkeit des IAM Instituts für Angewandte Medienwissenschaft realisiert im Auftrag der HKS eine Case Study in Form einer explorativen situativen Diskursanalyse. Folgende Fragen stehen im Fokus der Analyse: Was interessiert Studierende im Prozess der "Narrativen Recherche" an kommunaler Verwaltung und Politik? Welche Themen und Geschichten lassen sich sprachlich rekonstruieren? Wie wird der Prozess der narrativen Recherche am Fallbeispiel Kommunalpolitik/-Verwaltung durch die Studierenden sprachlich rekonstruiert? Die Analyse umfasst eine situative Bestimmung der erzählten Geschichten und Themen seitens der interviewten Studierenden sowie der sprachlichen Rekonstruktion des Prozesses der "Narrativen Recherche" - dies im Sinne eines ersten "Mappings" der gemachten Erfahrungen im Rahmen des Seminars sowie im Praxisfeld von Kommunalpolitik und -Verwaltung.