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Wirksamkeit von Komplementär- und Alternativmedizin

Auf einen Blick

Beschreibung

Komplementär- und Alternativmedizin (KAM) wird in der Schweiz relativ häufig eingesetzt. Eine gesamtschweizerische Umfrage aus dem Jahr 2002 zeigte, dass ca. 30% der Bevölkerung zumindest teilweise KAM benützt. Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit solcher Therapien wurden 2005 durch das Programm Evaluation Komplementärmedizin unter die Lupe genommen. Es stellte sich heraus, dass mit KAM höhere Patientenzufriedenheit erreicht wird, dies mit weniger bzw. schwächeren Nebenwirkungen und niedrigeren Kosten als in der Schulmedizin.


Während die schwächeren Nebenwirkungen von KAM selten in Frage gestellt werden, ist die Wirksamkeit umstritten und deshalb auch die Wirtschaftlichkeit in Frage gestellt. Gründliche Untersuchungen durch randomisierte klinische Studien scheitern hauptsächlich an der fehlenden Motivation der Patienten dafür, sowie an den finanziellen Mitteln, welche dafür nötig wären. Zur Untersuchung der Wirksamkeit wird deshalb häufiger auf einfacher durchzuführende, aber weniger aussagekräftige Beobachtungsstudien und Umfragen ausgewichen.

Einen zwar indirekten, aber dafür globalen Hinweis zur Wirksamkeit von KAM kann man durch eine Umfrage zur Einnahme von konventionellen Medikamenten durch Nutzer von KAM erhalten. Sollten diese weniger der konventionellen Medikamente einnehmen, so würde das dafür sprechen, dass KAM wenigstens teilweise in der Lage ist, sie zu ersetzen. Man könnte in diesem Fall davon ausgehen, dass eine gewisse Wirksamkeit gegeben ist.


Im Jahr 2007 führte das Bundesamt für Statistik eine Schweizerische Gesundheitsbefragung (SGB 2007) durch. Es wurden soziodemographische Angaben Medikamentenkonsum, Gesundheitszustand und Nutzung von KAM erhoben. Es zeigte sich, dass über einen Zeitraum von 12 Monaten rund 39% der Befragten KAM in Anspruch nahmen. Zur Untersuchung der Wirksamkeit von KAM sollen aufgrund der SGB 2007 mit einer multivariaten Analyse durch Einbezug der zahlreichen Merkmale die folgenden Fragen beantwortet werden. Gibt es Unterschiede zwischen Nutzern und Nicht-Nutzern der KAM bezüglich:


  • der demografischen Merkmale?
  • dem Medikamentenkonsum?
  • dem Gesundheitszustand?
  • dem Medikamentenkonsum, bei vergleichbarem Gesundheitszustand?


Sollte die Benutzung der KAM mit einer reduzierten Einnahme von Medikamente der konventionellen Medizin einhergehen, so wäre dies ein Hinweis auf Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit von KAM. Eine detaillierte Datenanalyse könnte auch zeigen bei welchem Gesundheitszustand die Benutzung von KAM besonders vorteilhaft – oder unvorteilhaft - ist.


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