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Entwicklung und Validierung eines ICF-basierten Fragebogens für Harn- und Stuhlinkontinenz (ICF-IAF)

Ein neues Assessment zur Erfassung, Planung und Auswertung im multiprofessionellen Setting

Auf einen Blick

  • Projektleiter/in : Prof. Dr. Barbara Köhler
  • Co-Projektleiter/in : Prof. Dr. Lorenz Radlinger
  • Projektteam : Pascale Brand, Stepanie Gass, Irene König, Anita Müller-Spielmann, Anita Müller-Spillmann
  • Projektvolumen : CHF 4'000
  • Projektstatus : laufend
  • Drittmittelgeber : Andere (pelvisuisse)
  • Projektpartner : Berner Fachhochschule BFH / Departement Gesundheit

Beschreibung

Ausgangslage:

Die Behandlung von Menschen mit Kontinenzproblemen (Harn- und/ oder Stuhlinkontinenz) fokussiert die Linderung von Beschwerden und die optimale Förderung von Ressourcen der Betroffenen. Hierfür sind standardisierte Assessments notwendig, mit denen die positiven und negativen Einflussfaktoren der Funktionsfähigkeit, der Aktivität und Partizipation, sowie der Umwelt- und Personbezogenen Faktoren erfasst werden. Es bedarf eines einfachen validen Erfassungsinstrumentes, mit dem belastende, aber auch förderne Faktoren quantifiziert werden können, um die Kommunikation mit den Betroffenen und im multiprofessionellen Setting zu unterstützen (1). Die bestehenden validen Fragebogen mit Empfehlungsgrad A erfassen Symptome und wenige Lebensqualitätsfragen und sind zudem defizitorientiert. Probleme und Ressourcen werden bislang nicht im holistischen Sinn des biopsychosozialen Modells der WHO als Grundlage der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) erfasst (2). Diese Tatsache mindert die Aussagekraft bisheriger Assessments.


Um diesen Mangel zu beheben, entwickelt die Studiengruppe von Barbara Köhler das evidenzbasierte, reliable und valide ICF-basierte Inkontinenz Assessment Formular (ICF-IAF).


Zielsetzung:

1. Probleme und Ressourcen von Menschen mit Harn- und/ oder Stuhlinkontinenz mit qualitativen und quantitativen Methoden erfassen.

2. Erfassen von positiven und negativen Einflussfaktoren im holistischen Sinn der ICF.

3. Entwickeln und validieren eines standardisierten Assessments für den Einsatz in multiprofessionellen Teams.


Teilprojekte:

  • Systematische Analyse der krankheitsspezifischen Fragebögen mit Level A Empfehlung (Status: abgeschlossen).
  • Delphibefragung mit 262 spezialisierten Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten aus Deutschland, Lichtenstein, Luxemburg, Österreich und der Schweiz (Status: abgeschlossen).
  • Fokusgruppeninterviews mit Betroffenen (Status: abgeschlossen).
  • Einzelinterviews mit Betroffenen (Status: laufend).
  • Konsensus-Konferenz am 17. November 2017 mit je 2 Vertretungen der entsprechenden Arbeitsgruppen von Berufsverbänden bzw. Vereinen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (Status: abgeschlossen).
  • Internationaler und multiprofessioneller Validierungsprozess 2018-2022 (Status: in Planung).


Der ICF-IAF kann mit Abschluss der Konsensuskonferenz in seiner 1. Version zum Einsatz kommen. Die über 200 existierenden Überstezungen der ICF und das Kodierungssystem ermöglichen rasch einen weltweiten Einsatz. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Therapie und Forschungsprotokolle zu standardisieren.


Literatur:

1. Köhler B, Kirchberger I, Glässel Andrea, Kool J, Stucki G, Alarcos C. Validation of the International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) Comprehensive Core Sets for Osteoporosis: The Perspective of Physical Therapists. J Geriatr Phys Ther 2011;34:117-130.


2. Koehler B, Brand P, Isler M, Passweg D, Radlinger L. The development of the ICF-Incontinence Assessment Form to identify problems and resources for planning and evaluation of interventions (ICF-IAF). Physiotherapy 2015 May;101:e774.


3. Koehler B, Koenig I, Isler M, Passweg D, Radlinger L. Development ot the ICF-Incontinence Assessment Form to identify problems and resources in male and female patients with urinary and / or faecal incontinence (ICF-IAF): Subproject Delphi technique survey among 262 physiotherapists in 5 German speaking countries. Neurourol Urodyn 2015;3:314-315.


4. Köhler B, Marks D. Die ICF und der Einsatz von Core Sets in der klinischen Praxis, in: Wirz M, Köhler B, Marks D, Kool J, Sattelmayer M, Oesch P, Hilfiker R, Rogan S, Schädler S, Verra M, Lüthi H. Lehrbuch Assessments in der Rehabilitation. Hans Huber, Bern 2014;59-85.


Schlüsselwörter:

Harninkontinenz, Stuhlinkontinenz, bio-psycho-soziales Model, ICF, Fragebogen, Probleme, Ressourcen.


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