Superblock – Erfolgsfaktoren und Herausforderungen
Was mit dem Superblock im Matthäus- und St. Johann-Quartier für Basel getestet wird, funktioniert in anderen Städten wie Wien und Barcelona ausgezeichnet. Wien ist über eine Dekade zur lebensfreundlichsten Stadt weltweit gekürt worden. Doch welche Konzepte stehen hinter diesem Erfolg? In Barcelona sind Superblocks das Herzstück eines 2016 von der Stadtverwaltung entwickelten Konzepts für nachhaltige Mobilität. Mit einem vielfältigen Vorabendprogramm laden wir Sie zu Präsentationen und zum Austausch mit wichtigen Wegbereiterinnen und Wegbereitern dieser Entwicklungen ein.
Interreg-Projekt COMMONAIR
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Interreg-Projektes COMMONAIR statt; Durch die direkte Einbindung der Bürger zielt COMMONAIR darauf ab, fundierte Diskussionen, gezielte politische Massnahmen und eine stärkere Anpassung an klimatische Herausforderungen zu fördern. Durch die Zusammenarbeit über Regionen und Länder hinweg möchte COMMONAIR zudem den Austausch bewährter Verfahren erleichtern, um die Klimaresilienz zu stärken
Veranstaltungsdetails
Datum: 3. Juni 2026
Zeit: 17:30 Uhr - 20:00 Uhr
Ort: Aula Kollegienhaus der Universität Basel, Petersplatz 1
Inhalt: Wie sieht Basel als Stadt von morgen aus? Gebote der Stunde sind Klimaanpassung, situativ angepasste Mobilität, Aufwertung und Begrünung von Wohnumfeldern. Können Superblocks dazu sinnvolle Beiträge leisten? Welche Probleme und Herausforderungen zeigen sich? Können sie angegangen und gelöst werden - und wenn ja, wie und von wem?
Zielgruppe: Die Veranstaltung richtet sich interessierte Bewohner:innen der Superblock-Testgebiete und weitere am Thema Stadtentwicklung, Klimaanpassung, Begrünungen, Begegnungszonen interessierte Personen sowie Vertreter:innen von Quartiervereinen, Fachleuten und Medienvertreter:innen. Anmeldungen siehe weiter unten.
Veranstalter: Forschungsgruppe Stadtökologie, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW, Verein Ökostadt Basel, Quartiervereine
Kosten: Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich
Programm
17:30 Uhr - Begrüssung durch Veranstalter
17:40 Uhr - Florian Lorenz
Urbane Transformation mit Superblocks - Wie Visionen und Potenziale in die Umsetzung finden
18:15 Uhr - Hermann Knoflacher
Warum ist es so schwer aus der Autofalle herauszukommen?
18:50 Uhr - Juan Delgado Garcia
Superblock - Von der Idee zur Verwirklichung
19:25 Uhr - Sarah Simmen / Constantin Mast / Günter Hipler
Zivilgesellschafte Blickwinkel auf die Planung und Umsetzung von Superblocks in Basel
19:45 Uhr - Abschluss-Diskussionsrunde
20:00 Uhr - Apéro riche
Referierende

Florian Lorenz
Florian ist Ökologe, Landschaftsarchitekt und Prozessdesigner mit den Schwerpunkten öffentlicher Raum, Mobilität und post-fossiler Urbanismus. Er plant und begleitet urbane Transformationsprozesse in Städten und Gemeinden und kooperiert mit führenden Institutionen in Forschungs- und Entwicklungsprojekten.
Im Jahr 2021 gründete er mit Georg Wieser LAUT - ein Studio für Landschaftsarchitektur und urbane Transformation. LAUT erforscht, entwickelt und realisiert zukunftsweisende, am menschlichen Maßstab ausgerichtete Stadträume. Studio LAUT arbeitet mit Stadtverwaltungen, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen an der Realisierung von transformativen Projektvorhaben in kollaborativen Settings.
Florian Lorenz beschäftigt sich seit dem Jahr 2015 intensiv mit dem Thema Superblocks. Die Bandbreite dieser Arbeiten beinhaltet visionären Konzepte, Fachpublikationen, Innovationsprojekte, Machbarkeitsstudien und die Umsetzung von Pilotprojekten. Dieses Engagement ermöglichte den Transfer des Superblock Konzepts aus Barcelona in ein erstes Umsetzungsvorhaben in Wien und resultierte in der Abbildung des Konzepts in strategischen Dokumenten der Wiener Stadtentwicklung.

Hermann Knoflacher
Hermann Knoflacher forschte und lehrte von 1974 – 2008 als Professor und Vorstand des Instituts für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik an der Technischen Universität Wien. Seine Arbeiten an der TU Wien prägten und prägen Generationen von Stadtplanern. Er gründete und leitete das Institut für Verkehrswesen im Kuratorium für Verkehrssicherheit und betrieb ein Ingenieurbüro. Zahlreiche Publikationen und mehrere Fachbücher wurden von ihm publiziert, u. a.: Katalysatoren für Nichtmotorisierte / Zur Harmonie von Stadt und Verkehr / Der Stau ist kein Verkehrsproblem / Grundlagen der Verkehrs- und Siedlungsplanung, Band 1 und 2/ Verkehr ist keine Schicksal / Virus Auto / Zurück zur Mobilität. Hermann Knoflacher ist Präsidiumsmitglied des Club of Vienna und Mitglied internationaler und nationaler wissenschaftlichen Vereinigungen.

Juan Delgado Garcia
Juan ist Architekt der Technische Hochschule für Architektur in Barcelona. Seit 2014 arbeitet er in der Abteilung für Stadtentwicklungsprojekte der Stadtverwaltung von Barcelona, wo er als Referenz für verschiedene komplexe Projekte zur Umgestaltung öffentlicher Räume fungiert, darunter die Neugestaltung der Avenida Meridiana oder die Umsetzung der «Eixos Verds» (Superblocks) im Stadtteil Eixample.
Parallel dazu arbeitet er an der Gestaltung öffentlicher Räume mit, die aus Umgestaltungen hervorgehen, an denen andere Einrichtungen oder Verwaltungen beteiligt sind. Schließlich ist er auch eine Referenz bei Kooperationsprojekten mit anderen Städten im Mittelmeerraum in Fragen der Verbesserung der Barrierefreiheit, der Grünflächen oder der Wasserwirtschaft im städtischen Raum.

Sarah Simmen / Constantin Mast / Günter Hipler
Sarah Simmen (Psychologin, arbeitet als Datenanalystin) und Günter Hipler (Informatiker), beide Mitglied im Verein «Grüne Superblocks Basel», verfassten als Co-Autoren ein Konzept zur Evaluation und Dokumentation der Wirkungen der Pilotprojekte in Basel aus zivilgesellschaftlicher Sicht im Rahmen des «Citizen Science» Ansatz.
Constantin Mast ist Verkehrsplaner mit dem Schwerpunkt Fuss- und Veloverkehrsplanung, arbeitet für ein Ingenieurbüro in Berlin und ist Mitautor der Empfehlungen für Superblocks (ESu) des Vereins Changing Cities.
Das Trio berichtet über die vergangenen Monate in den Basler Pilotprojekten im St. Johann und Matthäus und teilt seine ersten Erkenntnisse, wo die Piloten schon erfolgreich zeigen, was Superblocks in Basel bewirken können und welche Herausforderungen es noch gibt. Aktuell arbeitet der Verein Grüne Superblocks Basel mit der unterstützenden Perspektive aus Berlin an einer laufenden zivilgesellschaftlichen Evaluation ergänzend zur Evaluation der Stadt. Durch diese Bürgerinnensicht soll das Vertrauen der Stadtbewohnerinnen in den Transformationsprozess zum «Basel von morgen» gestärkt werden.



