CAS Vegetationsanalyse und Feldbotanik
Die mehr als 3'000 Gefässpflanzenarten stellen einen wesentlichen Teil der Biodiversität in der Schweiz dar und bilden zugleich die Grundlage für eine umfassende Bioindikation. In der Schweiz gibt es zahlreiche Kurse zum Erlernen dieser Pflanzenarten. Der CAS «Vegetationsanalyse und Feldbotanik» geht jedoch einen entscheidenden Schritt weiter.
Der CAS Vegetationsanalyse und Feldbotanik zeigt, wie sich dieses Wissen in fundierte Datenerhebungen und aussagekräftige Analysen überführen lässt. Dadurch werden belastbare Erfolgskontrollen, Biodiversitätsmonitorings sowie Untersuchungen zu gefährdeten Arten ermöglicht. Mit diesem Kurs vertiefen Sie einerseits Ihre Artenkenntnis der Schweizer Gefässpflanzen – insbesondere in anspruchsvollen und vegetativen Gruppen – und erwerben andererseits umfassende Kompetenzen in Vegetationsaufnahmen, Samplingdesign und statistischen Auswertungen.
Der CAS Vegetationsanalyse und Feldbotanik ist in drei aufeinander abgestimmte, ineinandergreifende Module gegliedert. Die Module können auch einzeln besucht werden, empfohlen wird jedoch die Teilnahme am gesamten Lehrgang, um den grösstmöglichen Lernerfolg zu erzielen.
Modul 1: Feldbotanik
Das Modul umfasst zehn Kurstage und findet teils in gut ausgestatteten Kursräumen, überwiegend jedoch im Gelände in verschiedenen Regionen der Schweiz statt. Die Teilnehmenden erwerben und vertiefen dabei ihre Kenntnisse der Gefässpflanzen der Schweiz, insbesondere in schwierigen Artengruppen und im vegetativen Zustand. Dadurch werden sie befähigt, qualitativ hochwertige Vegetationsaufnahmen als Grundlage für weiterführende Auswertungen zu erstellen.
Kurstag 1
Kurseinführung und Methodik wissenschaftliche Vegetationsaufnahmen
Am ersten Kurstag stellen wir das Konzept des Kurses vor und machen die Teilnehmenden mit relevanter Literatur vertraut. Danach besprechen wir im Detail, wie man hochwertige Vegetationsaufnahmen anfertigt, einschliesslich Grösse und Form der Probeflächen, Deckungsschätzung der Arten, Erfassung von Struktur- und Umweltvariablen. Anschliessend üben wir dieses praktisch in der Grünlandvegetation auf dem Campus Grüental, sowohl auf Papier wie auch mit der FlorApp. Ferner geben wir an diesem Tag einen ersten Einstieg in das Samplingdesign, also die Frage, wie viele Aufnahmeflächen man braucht und wie man diese räumlich verteilen sollte.
Samstag 08.05.2027 in Wädenswil ZH
Jürgen Dengler und Manuel Babbi
Kurstage 2 und 3
Poaceae (Süssgräser) und Cyperaceae (Sauergräser)
An diesen beiden Kurstagen steht die vertiefte Bestimmung der Familien Poaceae und Cyperaceae im Fokus. Anhand von Frischmaterial werden morphologische Fachbegriffe präzisiert sowie diagnostisch relevante Merkmale zentraler Gattungen kritisch verglichen. In Bestimmungsübungen festigen die Teilnehmenden den sicheren Umgang mit gängiger Bestimmungsliteratur und trainieren das Erkennen ausgewählter Arten im vegetativen Zustand. Exkursionen ermöglichen die Anwendung im Feld und die Einordnung in ökologische Zusammenhänge. Der Unterricht im Leiterinnen-Tandem ermöglicht eine intensive und individuelle Betreuung.
Freitag 28.05.2027 und Samstag 29.05.2027
Benjamas Ramsauer und Kathrin Häberlin
Kurstag 4
Asteraceae (Korbblütler)
Der Kurstag steht im Zeichen der Asteraceae, einer der artenreichsten Pflanzenfamilien. Die Teilnehmenden erarbeiten sich einen systematischen Zugang zur Artenvielfalt der Asteraceae und vertiefen ihre individuellen Bestimmungskompetenzen innerhalb der Familie. Ausgehend von den morphologischen Merkmalen der Familie sowie den drei in der Schweiz vertretenen Unterfamilien werden die artenreichsten Gattungen und deren diagnostische Merkmale behandelt. Mit Bestimmungsübungen wird das Erlernte praktisch angewendet. Ergänzend werden die vegetative Bestimmung sowie besonders kritische Gattungen thematisiert. Dabei liegt der Fokus auf Strategien, wie in der Praxis mit diesen «Problemen» umgegangen werden kann.
Freitag 11.06.27
Daniel Hepenstrick
Kurstage 5 und 6
Xerothermvegetation und Datenerhebung im Feld
An diesen zwei Kurstagen lernen die Teilnehmenden die diverse Flora der Xerothermvegetation im Wallis kennen – von trockenen Ruderalfluren über Halb- und Volltrockenrasen bis hin zu thermophilen Gebüschen und Föhrenwäldern. Neben den Arten sprechen wir auch die Lebensraumtypen und Pflanzengesellschaften an. Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Diskussion von Samplingdesigns im Feld und dem praktischen Üben von hochwertigen Vegetationsaufnahmen in artenreichen Beständen mit vielen nicht-blühenden Arten.
Samstag 19.06.2027 und Sonntag 20.06.2027 in Ausserberg VS
Jürgen Dengler
Kurstage 7 und 8
Vegetation der Alpen (montan bis alpin) und Lebensraumansprache
Im Zentrum der zweitägigen Exkursion ins Pizol-Gebiet steht die Arbeit mit der Schweizer Lebensraumtypologie TypoCH (Delarze et al. 2015). Die Teilnehmenden lernen und üben unterschiedliche Methoden zur Bestimmung und Abgrenzung von Lebensräumen. Das Pizol-Gebiet zeichnet sich durch ausgeprägte Höhen‑, Nährstoff‑, Feuchtigkeits‑ und Bewirtschaftungsgradienten aus, entlang derer sich eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume entwickelt hat. Neben der Bestimmung der Lebensraumtypen werden auch deren typische Arten sowie die massgebenden ökologischen Bedingungen behandelt.
Freitag 02.07.2027 und Samstag 03.07.2027 im Gebiet Pizol SG
Daniel Hepenstrick
Kurstag 9
Pteridophyta (Gefässsporenpflanzen)
An diesem Kurtag befassen wir uns mit Farnen und Farnverwandten. Am Vormittag vertiefen wir im Kursraum, anhand von Lebendmaterial die Erkennungs- und Unterscheidungsmerkmale der wichtigsten Farnarten der Schweiz. Der Fokus liegt dabei auf den vegetativen Merkmalen, die im Feld am besten weiterhelfen. Am Nachmittag folgt eine Exkursion ins Murgtal, um das Gelernte direkt anzuwenden.
Freitag 20.08.2027 in Wädenswil ZH und Murgtal SG
Moritz Vögeli
Kurstag 10
Aquatische Makrophyten (Wasserpflanzen)
Im Fokus steht die Vegetation stehender und fliessender Gewässer. Im Rahmen einer Exkursion auf die Halbinsel Au erhalten die Teilnehmenden eine Einführung in die Vielfalt der Wasserpflanzen, lernen deren typische Standorte kennen und sammeln Proben entlang des Zürichseeufers. Im Anschluss führen wir im Labor Bestimmungsübungen unter Einsatz einschlägiger Literatur sowie spezialisierter Fachliteratur durch, stellen die wichtigsten Arten sowie ihre ökologischen Ansprüche und ihre Bedeutung für die Gewässerökologie vor.
Samstag 21.08.2027 in Au ZH und Wädenswil ZH
Manuel Babbi
Modul 2: Vegetationsanalyse
In 10 Kurstagen mit Theorie, praktischen, konzeptionellen und vor allem Computerübungen in Wädenswil lernen die Teilnehmenden, ihre Vegetationsdaten aus dem Gelände mit modernen Methoden umfassend für vielfältige Fragestellungen auszuwerten. Wir setzen dabei weitestgehend auf die Freeware-Programme R, VEGEDAZ und JUICE und stellen effiziente Workflows vor.
Kurstag 11
Nutzung von Vegetationsaufnahmen: Biodiversität, Bioindikation und Samplingdesign
Vegetationsaufnahmen, deren Anfertigung die Teilnehmenden im Modul 1 gelernt haben, beinhalten äusserst vielfältige Informationen, die eine breite Palette von Analysen ermöglichen. Zu Beginn von Modul 2 schauen wir uns daher an, welche Biodiversitätsmasse (Artenreichtum, Shannon-Diversität, Shannon-Evenness, Alpha-, Beta- und Gamma-Diversität) wir aus den Aufnahmen gewinnen können und wie wir sie effizient für die Bioindikation mittels ökologischer Zeigerwerte, CSR-Strategietypen und Lebensformen nutzen können. Zudem vertiefen wir die Frage des ökologischen Samplingdesigns aus Modul 1, so dass die Teilnehmenden anschliessend in der Lage sind, für unterschiedliche Situationen adäquate Lösungen zu finden.
Freitag 01.10.2027 in Wädenswil ZH
Jürgen Dengler
Kurstag 12
Nutzung von R in der Vegetationsökologie I: Berechnung von Diversitätsmassen, Erstellen von Abbildungen, t-Test, ANOVA
An diesem Kurstag führen wir die Teilnehmenden in die Analyse von Vegetationsdaten mit der Statistiksoftware und Programmiersprache R ein. Für R-Ein- oder Wiedereinsteiger stellen wir im Vorfeld Übungsmaterialien zur Einführung bzw. Repetition der R-Grundlagen zur Verfügung. Im Kurs vermitteln wir, was bei der Verwendung von Vegetationsdaten speziell zu beachten ist. Wir werden die Berechnung von Diversitätsmassen (Alpha, Beta, Gamma) behandeln. Wir zeigen, wie man Abbildungen erstellen und optimieren kann, sowohl mit «base» R als auch mit dem Paket ‘ggplot’, in das wir zudem eine Einführung geben werden. Darüber hinaus gibt es eine Einführung in die Statistik, gefolgt von statistischen Tests zum Vergleich von Mittelwerten von zwei (t-Test) oder mehr als zwei Gruppen (ANOVA).
Samstag 02.10.2027 in Wädenswil ZH
Jürgen Dengler und Stefan Widmer
Kurstage 13 und 14
Nutzung des Programms VEGEDAZ für die Datenaufbereitung und einfache Analysen
Vegetationsdaten haben ihre Stärken und Schwächen. Für verlässliche Analysen gilt es, die Möglichkeiten und Grenzen zu kennen. Am ersten Kurstag liegt der Fokus bei der kritischen Sichtung und Darstellung von Daten. Am zweiten Kurstag werden statistische Analysemethoden an verschiedenen Datensätzen erprobt, mit Schwerpunkt bei der Analyse von Zustand und Veränderung von Biotopen (Monitoring). Wir verwenden im Kurs das Programm VEGEDAZ, das intern für bestimmte Analysen auf die Statistik-Software R zugreift. Die besondere Stärke von VEGEDAZ liegt darin, dass verschiedene Referenz-Dateien zur Schweizer Flora und Vegetation «eingebaut sind» und damit Datenkonsistenzprüfungen, die Berechnung von mittleren Zeigerwerten und das Hinzufügen von bestimmten Art-Attributen wie Rote-Liste-Status sehr effizient möglich ist.
Freitag 15.10.2027 und Samstag 16.10.2027 in Wädenswil ZH
Meinrad Küchler und Helen Küchler
Kurstag 15
Nutzung von R in der Vegetationsökologie II: Regressionsanalysen (LMs, GLMs, LMMs)
An diesem Kurstag befassen wir uns mit der grossen Familie der Regressionsanalysen. Wir beginnen mit der einfachen linearen Regression, bei der wir testen, ob eine abhängige Variable von einer unabhängigen Variable beeinflusst wird. Danach gehen wir über zu multiplen linearen Regressionen, bei denen versucht wird, die abhängige Variable durch zwei oder mehr verschiedene unabhängige Variablen zu erklären. Anschliessend diskutieren wir generalisierte lineare Modelle (GLMs), die einige wesentliche Limitierungen linearer Modelle überwinden. Abschliessend behandeln wir linear mixed effect models (LMMs), die Abhängigkeiten, wie beispielsweise Schachtelungen oder wiederholte Messungen, berücksichtigen.
Samstag 29.10.2027 in Wädenswil ZH
Jürgen Dengler und Stefan Widmer
Kurstag 16
Nutzung von R in der Vegetationsökologie III: Ordinationstechniken und Clusteranalysen
Dieser Kurstag führt in die multivariat-deskriptiven Methoden ein, die in der Vegetationsökologie (und allgemein der Gemeinschaftsökologie) weite Verbreitung haben, um vieldimensionale Datensätze zu verstehen und zu interpretieren. Mit vieldimensional ist gemeint, dass wir zu jeder Beobachtung (Vegetationsaufnahme) einerseits verschiedene Struktur- und Umweltvariablen haben, andererseits etliche Arten mit ihrer Artmächtigkeit (Deckung). Ordinationstechniken stellen die Ähnlichkeitsbeziehungen zwischen Vegetationsaufnahmen im zwei- oder dreidimensionalen Raum vereinfacht dar und erlauben es auch mögliche Treiber der Unterschiede deskriptiv zu identifizieren. Wir zeigen, welche Ordinationstechniken (PCA, DCA, NMDS, RDA) für welchen Zweck geeignet sind und wie man die relativ komplexen «outputs» korrekt interpretiert. In einem letzten Teil wenden wir uns dann der zweiten Kategorie von multivariat-deskriptiven Methoden zu, den Clusteranalysen. Mit k-means-Partitionen bzw. hierarchischen Clusteranalysen, können wir Gruppen von ähnlichen Vegetationsaufnahmen zusammenfassen – eine der Grundlagen für das Thema Vegetationsklassifikation am letzten Kurstag.
Samstag 30.10.2027 in Wädenswil ZH
Jürgen Dengler und Stefan Widmer
Kurstag 17
Nutzung von R in der Vegetationsökologie IV: GIS und räumliche Analysen
Der Kurstag vermittelt eine praxisnahe Einführung in die Arbeit mit räumlichen Daten in R. Im Zentrum stehen typische GIS-Workflows anhand von Punktdaten aus Vegetationsaufnahmen: Daten importieren, strukturieren und analysieren sowie Ergebnisse visualisieren. Die Teilnehmenden lernen zentrale Konzepte wie Koordinatensysteme, Datenformate und einfache räumliche Auswertungen kennen. Der Fokus liegt auf nachvollziehbaren, reproduzierbaren Arbeitsschritten. Kurze Inputs wechseln sich mit praktischen Übungen ab, sodass die erarbeiteten Methoden direkt angewendet werden können.
Freitag 12.11.2027 in Wädenswil ZH
Nils Ratnaweera
Kurstag 18
InfoFlora als nationales Datenzentrum / Funktionelle Merkmale von Pflanzen
Am Morgen stellen wir den Teilnehmenden InfoFlora als nationales Datenzentrum für die Flora und die Vegetation der Schweiz vor. Es geht um die verschiedenen Tools und Services, die InfoFlora bereitstellt, von der Checkliste der Flora, der Funddatenbank, das Online-Feldbuch bis hin zur Rote Liste, Liste der prioritären Arten und zu Neophytenbeurteilungen. Wir zeigen, wie diese Datenbanken und Tools effektiv genutzt werden können, aber auch, wie man selbst dazu beitragen kann.
Am Nachmittag führen wir dann in funktionelle Merkmale von Pflanzen ein, die in der Vegetationsökologie in den letzten zwei Dekaden eine grosse Bedeutung erlangt haben, da sie helfen, das Vorkommen von Arten entlang von Umweltgradienten (response traits) und zugleich die Rückwirkung von Arten auf die Umwelt (effect traits) zu verstehen. Gewichtete mittelwerte numerischer Merkmale (z.B. Samenmasse, Wuchshöhe) und Anteile kategorischer Merkmale (z.B. Lebensformen) erlauben es Effekte von Naturschutzmassnahmen oder die Auswirkungen des globalen Wandels prozessorientiert zu beschreiben.
Samstag 13.11.2027 in Wädenswil ZH
Christophe Bornand, Jürgen Dengler und Stefan Widmer
Kurstag 19
Biodiversitätsmonitoring und Vegetationswandel
Am Morgen geben wir eine allgemeine Einführung in Erfolgskontrollen und Monitoringansätze. Es geht darum, mit welchen Methoden man die Veränderung von Flora und Vegetation erkennen und quantifizieren kann, vom Luftbildvergleich bis zur Nutzung von grossen Vegetationsdatenbanken, einschliesslich Vor- und Nachteilen und praktischer Umsetzung. Ein Fokus liegt hier in der Vorstellung der drei grossen nationalen Biodiversitätsmonitoringprogramme der Schweiz, BDM, WBS und ALL-EMA, die alle ein Vegetationsmodul als zentrales Element enthalten. Von den Strategien dieser Programme kann man viel auch für kleinräumigere Studien lernen.
Am Nachmittag liegt der Fokus ganz auf dem Biodiversitätsmonitoring Schweiz BDM. Es ist das älteste der nationalen Monitoringprogramme zur Biodiversität. Seine Erhebungen zur Vegetation starteten im Jahr 2001. Die BDM-Methoden und -Konzepte wurden seither mehrfach als Grundlage für die Entwicklung kantonaler Programme verwendet. Die Teilnehmenden bekommen nicht nur vertiefte Einsichten in Methoden und Ergebnisse, sondern werden das Auffinden und Erhebung einer BDM-Dauerfläche auch praktisch üben.
Freitag 25.11.2027 in Wädenswil ZH
Jürgen Dengler und Christoph Bühler
Kurstag 20
Vegetationsklassifikation / Konzeption der CAS-Arbeiten
Der Tag beginnt mit einer Einführung in den Sinn und Zweck von Vegetationsklassifikationen, samt Unterscheidung von «unsupervised», «semi-supervised» und «supervised» Klassikationen, einschliesslich elektronischer Expertensystem für die reproduzierbare Bestimmung von Pflanzengesellschaften und Lebensräumen. Wir besprechen, wie das pflanzensoziologische Klassifikationssystem Europas funktioniert und welche grosse Fülle an Informationen an sich über dieses erschliessen kann. Ferner führen wir in das Konzept diagnostischer Arten ein und wie diese sich statistisch bestimmen lassen. Zum Ende des ersten Blocks probieren die Teilnehmenden mit dem Freeware-Programm JUICE, wie sich die agglomerative Clustermethode TWINSPAN auf unsere Datensätze anwenden lässt und wie sich dessen «outputs» in ein überzeugendes lokales/regionales Klassifikationssystem übersetzen und als synoptische Tabelle darstellen lässt. Schliesslich besprechen wir, wie wir von einer Vegetationsklassifikation zu einer Vegetationskarte kommen.
Das letzte Drittel des Schlusstages ist dann der konzeptionellen Planung der CAS-Arbeiten gewidmet. Die für das Modul 3 angemeldeten Teilnehmenden werden dazu ihre Projektideen im Kurs vorstellen und sich dazu das Feedback der anderen Teilnehmenden und der Dozierenden einholen, vor dem Hintergrund des im Modul 2 erworbenen methodischen Wissens.
Samstag 26.11.2027 in Wädenswil ZH
Jürgen Dengler und weitere Dozierende
Modul 3: CAS-Abschlussarbeit
Ziel der CAS-Abschlussarbeit ist es, dass die Teilnehmenden zu einem Thema ihrer Wahl und betreut von einer Lehrperson aus den vorhergehenden Modulen eine selbstständige Untersuchung durchführen, von der Definition der Fragestellung über die Festlegung des Samplingdesigns, die Erhebung der Daten im Gelände, die statistische Auswertung bis hin zum Verfassen eines schriftlichen Berichtes. Am Tag der Zertifikatsfeier stellen sie die Ergebnisse mit einem Vortrag vor.
Einen Einblick in die grosse Themenvielfalt, die in früheren Durchgängen des CAS bearbeitet wurden, geben die folgenden exemplarischen Beispiele:
- Schmutz M. (2024): Vegetationskartierung Gipsgrube Wissbrunn Zeglingen. CAS-Abschlussarbeit, ZHAW, 25 S.
- Thoma M. (2024): Inula helvetica im Kanton Bern: Standortbedingungen bei ausgewählten Populationen und Vergleich mit möglichen Ansiedlungsflächen. CAS-Abschlussarbeit, ZHAW, 35 S.
- Liembd U. (2024): Vergleich der linken und rechten Uferseite am Aabach in Schmerikon SG. CAS-Abschlussarbeit, ZHAW, 48 S.
Einige CAS-Arbeiten wurden in internationalen Journals veröffentlicht:
- Häberli K.E.R. & Dengler J. (2025): Recent biodiversity changes in grasslands across elevational bands in Switzerland. Basic and Applied Ecology 87 (2025): 29–37.
- Schmid P. (2022): Phytosociology, ecology and plant species diversity of grasslands within nature protection sites near Zurich (Switzerland). Palaearctic Grasslands 52.
Dozierende
Im CAS Vegetationsanalyse und Feldbotanik engagieren sich führende Expertinnen und Experten verschiedener Artengruppen und der Datenanalyse. Sie arbeiten in Forschungsinstitutionen, Ingenieurbüros sowie in der freien Praxis und bringen vielfältige Perspektiven ein, die die Weiterbildung lebendig und anwendungsnah gestaltet.
Manuel Babbi
ZHAW
Modul 1
Manuel ist seit 2013 an der ZHAW tätig und arbeitet dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe Vegetationsökologie. Er verbindet fundierte Felderfahrung mit praxisnaher Lehre. Manuel forscht u.a. zur ökologischen Aufwertung von Waldrändern und zur Biodiversität in Schweizer Landschaften. Aquatische Lebensräume und Wasserpflanzen faszinieren ihn besonders.
Dr. Christophe Bornand
InfoFlora
Modul 2
Christophe arbeitet seit 2013 bei InfoFlora. Er ist verantwortlich für den Bereich „Monitoring“ sowie für die Smartphone-Apps FlorApp und InvasivApp. Nach seiner Dissertation über Rote Listen beschäftigt er sich weiterhin mit den Faktoren, die die Seltenheit und Gefährdung von Arten beeinflussen, sowie mit der Entwicklung robuster Methoden zur Beobachtung der Entwicklung der Flora.
Christoph Bühler
Hintermann und Weber
Modul 2
Christoph ist Biologe und seit über 25 Jahren als Projektleiter in Ökobüros tätig. In dieser Zeit hat er diverse, auch umfangreiche Monitoring- und Erfolgskontrollprojekte im Bereich Flora und Fauna mitkonzipiert und abgewickelt. Christoph kennt das Biodiversitätsmonitoring Schweiz seit seinem Start im Jahr 2001 und war in verschiedenen Funktionen darin tätig. Auch in seiner Freizeit ist er ein versierter Feldbotaniker.
Prof. Dr. Jürgen Dengler
ZHAW
Kursleitung, Modul 1 und Modul 2
Seit 2017 leitet Jürgen die Forschungsgruppe Vegetationsökologie an der ZHAW. Als Autor von über 400 wissenschaftlichen Publikation forscht und lehrt er zu einer breiten Palette von Themen in der Vegetationsökologie, insbesondere zum anthropogenen Vegetationswandel, zum evidenzbasierten Naturschutz, zu konsistenten Vegetationsklassifikation und zu Biodiversitätsmustern. Regelmässig testet er Methoden der Vegetationsökologie und entwickelt sie weiter, was aktuell in ein entstehendes Lehrbuch vegetationsökologischer Methoden einfliesst. Während Jürgen quer durch alle Lebensräume arbeitet, gilt sein besonderes Faible den halbnatürlichen und natürlichen Grasländern, einschliesslich ihrer Moose und Flechten.
Kathrin Häberlin
B + S Ingenieure und Planer
Modul 1
Ursprünglich Gymnasiallehrerin für Mathematik, erwarb sich Kathrin durch botanische Weiterbildungen fundiertes feldbotanisches Wissen. Mit dem CAS Vegetationsanalyse & Feldbotanik (ZHAW) gelang ihr 2024 die berufliche Neuorientierung. Heute ist sie Fachspezialistin «Flora, Fauna und Lebensräume» bei B+S Ingenieure und Planer. Mit dem Zertifikat «Grasartige Pflanzen» (InfoFlora) vertiefte sie ihre Kenntnisse und setzt diese u. a. bei Kartierungen in geschützten Flachmooren und TWW ein.
Dr. Daniel Hepenstrick
Botanikon
Modul 1
Daniel ist freischaffender Botaniker mit langjähriger Erfahrung in Flora und Vegetationserhebungen, Lebensraumkartierung sowie in der Vermittlung von systematischer Botanik. Er lehrte und forschte während 13 Jahren an der ZHAW und doktorierte in dieser Zeit an der ETH Zürich zur Naturschutzbiologie von Moosen auf Findlingen. Neben der naturwissenschaftlichen Perspektive schätzt Daniel auch den kulturhistorischen und emotionalen Zugang zur einheimischen Flora und Vegetation.
Helen Küchler
WSL
Modul 2
Helen ist Biologin und arbeitete an der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL im Projekt Wirkungskontrolle Biotopschutz Schweiz (WBS), wo sie Felddaten erhoben, aufgearbeitet und ausgewertet hat. Ihr Spezialgebiet sind die Moose. Für das Programm VEGEDAZ hat sie die Dokumentation und Hilfe erstellt. Seit der Pensionierung ist die berufliche Arbeit zum Hobby geworden. So bringt sie ihr Wissen u.a. bei der Mission Flora und der Flora Raetica ein.
Dr. Meinrad Küchler
WSL
Modul 2
Meinrad hat nach Abschluss des ETH-Studiums an Mittelschulen Biologie unterrichtet, sowie die Geschäftsstelle von Pro Natura Schwyz betreut. Von 1994 bis 2008 betreute er an der WSL das Projekt „Wirkungskontrolle Moorschutz Schweiz“. Im Anschlussprojekt „Wirkungskontrolle Biotopschutz Schweiz (WBS)“ brachte er seine Erfahrung bei Felderhebungen und Auswertungen ein. Als Werkzeug für die Aufbereitung und Analyse von Vegetationsdaten hat er das Programm VEGEDAZ entwickelt.
Benjamas Ramsauer
feldflora
Modul 1
Benjamas ist in Bangkok aufgewachsen und entdeckte in der Schweiz ihre Faszination für die Pflanzenwelt. Ihr botanisches Wissen eignete sie sich zuerst autodidaktisch und dann kontinuierlich bei Weiterbildungen an. Heute leitet sie selbst Feldbotanikkurse sowie Exkursionen und macht Vegetationsaufnahmen für diverse Auftraggeber. Ihre Erfahrung und ungebrochene Freude für die Botanik vermittelt sie mit grosser Begeisterung durch eine fundierte und sehr praxisnahe Herangehensweise.
Nils Ratnaweera
ZHAW
Modul 2
Nils ist seit 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe Geoinformatik an der ZHAW. Als Spatial Data Scientist verbindet er Methoden der Datenanalyse mit Umweltfragen – von Landwirtschaft und Klima bis zur Bewegung von Wildtieren und Flusslandschaften. Reproduzierbarkeit und offene Ansätze sind ihm zentral.
Moritz Vögeli
ZHAW
Modul 1
Moritz leitet an der ZHAW den Forschungsbereich Urbane Ökosystemen. Seit seiner Gärtnerlehre beschäftigt er sich leidenschaftlich mit Farnen. Während den ersten Jahren in Wädenswil hat er eine grosse Farn-Produktion mit aufgebaut. Heute streift er durch die Wälder und widmet sich gerne schwierigen Artengruppen.
Dr. Stefan Widmer
ZHAW
Modul 2
Stefan ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe Vegetationsökologie an der ZHAW für die er seit 2016 tätig ist. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Vegetationsveränderung in der Schweiz. Darüber hinaus befasst er sich vor allem mit naturschutzbiologischen Untersuchungen. In Forschung und Lehre liegt ein besonderer Fokus von ihm auf der Datenanalyse, insbesondere auf der Auswertung gemeinschaftsökologischer (Community Ecology) Daten.