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Life Sciences und
Facility Management

CAS Vegetationsanalyse und Feldbotanik

Die mehr als 3'000 Gefässpflanzenarten stellen einen wesentlichen Teil der Biodiversität in der Schweiz dar und bilden zugleich die Grundlage für eine umfassende Bioindikation. In der Schweiz gibt es zahlreiche Kurse zum Erlernen dieser Pflanzenarten. Der CAS «Vegetationsanalyse und Feldbotanik» geht jedoch einen entscheidenden Schritt weiter.

Der CAS Vegetationsanalyse und Feldbotanik zeigt, wie sich dieses Wissen in fundierte Datenerhebungen und aussagekräftige Analysen überführen lässt. Dadurch werden belastbare Erfolgskontrollen, Biodiversitätsmonitorings sowie Untersuchungen zu gefährdeten Arten ermöglicht. Mit diesem Kurs vertiefen Sie einerseits Ihre Artenkenntnis der Schweizer Gefässpflanzen – insbesondere in anspruchsvollen und vegetativen Gruppen – und erwerben andererseits umfassende Kompetenzen in Vegetationsaufnahmen, Samplingdesign und statistischen Auswertungen.

Der CAS Vegetationsanalyse und Feldbotanik ist in drei aufeinander abgestimmte, ineinandergreifende Module gegliedert. Die Module können auch einzeln besucht werden, empfohlen wird jedoch die Teilnahme am gesamten Lehrgang, um den grösstmöglichen Lernerfolg zu erzielen.

Modul 1: Feldbotanik

Das Modul umfasst zehn Kurstage und findet teils in gut ausgestatteten Kursräumen, überwiegend jedoch im Gelände in verschiedenen Regionen der Schweiz statt. Die Teilnehmenden erwerben und vertiefen dabei ihre Kenntnisse der Gefässpflanzen der Schweiz, insbesondere in schwierigen Artengruppen und im vegetativen Zustand. Dadurch werden sie befähigt, qualitativ hochwertige Vegetationsaufnahmen als Grundlage für weiterführende Auswertungen zu erstellen.

Kurstag 1

Kurseinführung und Methodik wissenschaftliche Vegetationsaufnahmen

Am ersten Kurstag stellen wir das Konzept des Kurses vor und machen die Teilnehmenden mit relevanter Literatur vertraut. Danach besprechen wir im Detail, wie man hochwertige Vegetationsaufnahmen anfertigt, einschliesslich Grösse und Form der Probeflächen, Deckungsschätzung der Arten, Erfassung von Struktur- und Umweltvariablen. Anschliessend üben wir dieses praktisch in der Grünlandvegetation auf dem Campus Grüental, sowohl auf Papier wie auch mit der FlorApp. Ferner geben wir an diesem Tag einen ersten Einstieg in das Samplingdesign, also die Frage, wie viele Aufnahmeflächen man braucht und wie man diese räumlich verteilen sollte.  

Samstag 08.05.2027 in Wädenswil ZH
Jürgen Dengler und Manuel Babbi

Kurstage 2 und 3

Poaceae (Süssgräser) und Cyperaceae (Sauergräser)

An diesen beiden Kurstagen steht die vertiefte Bestimmung der Familien Poaceae und Cyperaceae im Fokus. Anhand von Frischmaterial werden morphologische Fachbegriffe präzisiert sowie diagnostisch relevante Merkmale zentraler Gattungen kritisch verglichen. In Bestimmungsübungen festigen die Teilnehmenden den sicheren Umgang mit gängiger Bestimmungsliteratur und trainieren das Erkennen ausgewählter Arten im vegetativen Zustand. Exkursionen ermöglichen die Anwendung im Feld und die Einordnung in ökologische Zusammenhänge. Der Unterricht im Leiterinnen-Tandem ermöglicht eine intensive und individuelle Betreuung. 

Freitag 28.05.2027 und Samstag 29.05.2027
Benjamas Ramsauer und Kathrin Häberlin

Kurstag 4

Asteraceae (Korbblütler)

Der Kurstag steht im Zeichen der Asteraceae, einer der artenreichsten Pflanzenfamilien. Die Teilnehmenden erarbeiten sich einen systematischen Zugang zur Artenvielfalt der Asteraceae und vertiefen ihre individuellen Bestimmungskompetenzen innerhalb der Familie. Ausgehend von den morphologischen Merkmalen der Familie sowie den drei in der Schweiz vertretenen Unterfamilien werden die artenreichsten Gattungen und deren diagnostische Merkmale behandelt. Mit Bestimmungsübungen wird das Erlernte praktisch angewendet. Ergänzend werden die vegetative Bestimmung sowie besonders kritische Gattungen thematisiert. Dabei liegt der Fokus auf Strategien, wie in der Praxis mit diesen «Problemen» umgegangen werden kann.

Freitag 11.06.27
Daniel Hepenstrick

Kurstage 5 und 6

Xerothermvegetation und Datenerhebung im Feld

An diesen zwei Kurstagen lernen die Teilnehmenden die diverse Flora der Xerothermvegetation im Wallis kennen – von trockenen Ruderalfluren über Halb- und Volltrockenrasen bis hin zu thermophilen Gebüschen und Föhrenwäldern. Neben den Arten sprechen wir auch die Lebensraumtypen und Pflanzengesellschaften an. Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Diskussion von Samplingdesigns im Feld und dem praktischen Üben von hochwertigen Vegetationsaufnahmen in artenreichen Beständen mit vielen nicht-blühenden Arten.  

Samstag 19.06.2027 und Sonntag 20.06.2027 in Ausserberg VS
Jürgen Dengler

Kurstage 7 und 8

Vegetation der Alpen (montan bis alpin) und Lebensraumansprache

Im Zentrum der zweitägigen Exkursion ins Pizol-Gebiet steht die Arbeit mit der Schweizer Lebensraumtypologie TypoCH (Delarze et al. 2015). Die Teilnehmenden lernen und üben unterschiedliche Methoden zur Bestimmung und Abgrenzung von Lebensräumen. Das Pizol-Gebiet zeichnet sich durch ausgeprägte Höhen‑, Nährstoff‑, Feuchtigkeits‑ und Bewirtschaftungsgradienten aus, entlang derer sich eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume entwickelt hat. Neben der Bestimmung der Lebensraumtypen werden auch deren typische Arten sowie die massgebenden ökologischen Bedingungen behandelt.  

Freitag 02.07.2027 und Samstag 03.07.2027 im Gebiet Pizol SG
Daniel Hepenstrick

Kurstag 9

Pteridophyta (Gefässsporenpflanzen)

An diesem Kurtag befassen wir uns mit Farnen und Farnverwandten. Am Vormittag vertiefen wir im Kursraum, anhand von Lebendmaterial die Erkennungs- und Unterscheidungsmerkmale der wichtigsten Farnarten der Schweiz. Der Fokus liegt dabei auf den vegetativen Merkmalen, die im Feld am besten weiterhelfen. Am Nachmittag folgt eine Exkursion ins Murgtal, um das Gelernte direkt anzuwenden.  

Freitag 20.08.2027 in Wädenswil ZH und Murgtal SG
Moritz Vögeli

Kurstag 10

Aquatische Makrophyten (Wasserpflanzen)

Im Fokus steht die Vegetation stehender und fliessender Gewässer. Im Rahmen einer Exkursion auf die Halbinsel Au erhalten die Teilnehmenden eine Einführung in die Vielfalt der Wasserpflanzen, lernen deren typische Standorte kennen und sammeln Proben entlang des Zürichseeufers. Im Anschluss führen wir im Labor Bestimmungsübungen unter Einsatz einschlägiger Literatur sowie spezialisierter Fachliteratur durch, stellen die wichtigsten Arten sowie ihre ökologischen Ansprüche und ihre Bedeutung für die Gewässerökologie vor. 

Samstag 21.08.2027 in Au ZH und Wädenswil ZH
Manuel Babbi

Modul 2: Vegetationsanalyse

In 10 Kurstagen mit Theorie, praktischen, konzeptionellen und vor allem Computerübungen in Wädenswil lernen die Teilnehmenden, ihre Vegetationsdaten aus dem Gelände mit modernen Methoden umfassend für vielfältige Fragestellungen auszuwerten. Wir setzen dabei weitestgehend auf die Freeware-Programme R, VEGEDAZ und JUICE und stellen effiziente Workflows vor.

Kurstag 11

Nutzung von Vegetationsaufnahmen: Biodiversität, Bioindikation und Samplingdesign
 

Kurstag 12

Nutzung von R in der Vegetationsökologie I: Berechnung von Diversitätsmassen, Erstellen von Abbildungen, t-Test, ANOVA

Kurstage 13 und 14

Nutzung des Programms VEGEDAZ für die Datenaufbereitung und einfache Analysen

Kurstag 15

Nutzung von R in der Vegetationsökologie II: Regressionsanalysen (LMs, GLMs, LMMs)

Kurstag 16

Nutzung von R in der Vegetationsökologie III:  Ordinationstechniken und Clusteranalysen

Kurstag 17

Nutzung von R in der Vegetationsökologie IV: GIS und räumliche Analysen

Kurstag 18

InfoFlora als nationales Datenzentrum / Funktionelle Merkmale von Pflanzen

Kurstag 19

Biodiversitätsmonitoring und Vegetationswandel

Kurstag 20

Vegetationsklassifikation / Konzeption der CAS-Arbeiten

Modul 3: CAS-Abschlussarbeit

Ziel der CAS-Abschlussarbeit ist es, dass die Teilnehmenden zu einem Thema ihrer Wahl und betreut von einer Lehrperson aus den vorhergehenden Modulen eine selbstständige Untersuchung durchführen, von der Definition der Fragestellung über die Festlegung des Samplingdesigns, die Erhebung der Daten im Gelände, die statistische Auswertung bis hin zum Verfassen eines schriftlichen Berichtes. Am Tag der Zertifikatsfeier stellen sie dann ihre Ergebnisse mit einem Vortrag vor.
Einen Einblick in die grosse Themenvielfalt, die in früheren Durchgängen des CAS bearbeitet wurden, geben die folgenden exemplarischen Beispiele:

  • Schmutz
  • Etc.
  • Etc.

Einige CAS-Arbeiten wurden in internationalen Journals veröffentlicht:

  • Häberli & Dengler
  • Schmid

Dozierende

Im CAS Vegetationsanalyse und Feldbotanik engagieren sich führende Expertinnen und Experten verschiedener Artengruppen und der Datenanalyse. Sie arbeiten in Forschungsinstitutionen, Ingenieurbüros sowie in der freien Praxis und bringen vielfältige Perspektiven ein, die die Weiterbildung lebendig und anwendungsnah gestaltet.