Der Weg zur Dekarbonisierung unserer Gebäude
Die BauSIM-Konferenz 2026 brachte Fachleute aus dem Bereich der Gebäudesimulation zusammen und lieferte dabei wichtige Impulse für die Transformation des Gebäudebestands hin zur Klimaneutralität.
Co-organisiert von den ZHAW-Instituten für Facility Management und Computational Physics fand die BauSIM-Konferenz in ihrer 11. Ausgabe vom 9. bis 11. September 2026 in Zürich statt. Über 120 Fachleute aus dem Bereich der Gebäudesimulation folgten der Einladung und diskutierten über Themen wie thermischer Komfort, Raumluftqualität, Nutzerverhalten, BIM-basierte Planungswerkzeuge und die Integration regenerativer Energiesysteme. Dabei lag ein spezieller Fokus auf dem Wissenstransfer aus der akademischen Forschung in die konkrete Umsetzung. Zudem konnte das 20-Jahr-Jubiläum von BauSIM gefeiert werden, denn die Konferenz hatte 2006 erstmals stattgefunden.
Einführung spannt Bogen zum Konferenzort
Michael Kauer, Co-Leiter des ZHAW-Instituts für Facility Management, eröffnete die Konferenz mit einer Rede, die den Bogen zum Konferenzort, dem Toni-Areal, spannte. Aus dem ehemaligen Industriegelände im Herzen von Zürich wurde ein Bildungscampus und ein Umfeld für Unternehmertum. Kristina Orehounig, Professorin für Bauwissenschaften und Humanökologie an der TU Wien, warf in ihren Keynote-Referat einen Blick zurück auf «20 Jahre BauSIM und der Weg zur Dekarbonisierung unserer Gebäude».
Am zweiten Tag war der Keynote in Kurzreferate aufgeteilt. Prof. Dr. Andrea González vom Institut für Facility Management gab Einblicke in das Thema «Investitionen, Betrieb und Daten für Smart Building Management». Sie spannte einen Bogen vom historischen Gebäudebetrieb bis hin zur Optimierung und hob die Relevanz für die Immobilienbranche hervor. Prof. Dr. Luca Baldini vom ZHAW-Departement Architektur, Gestaltung und Bauingenieurwesen erläuterte das Thema «Gebäudeplanung im neuen Zeitalter – vom vereinfachten Denken zum systemischen Verständnis» und zeigte dabei auch die Bedeutung der neuen Gebäudeplanung in Ausbildungsprogrammen auf. Dr. Matteo Spada von der School of Engineering stellte die Frage: «Was passiert, wenn der normale Betrieb nicht mehr normal ist? Von nachhaltigen zu widerstandsfähigen Gebäuden und Stadtvierteln». Prof. Dr. Andreas Witzig, ebenfalls von der School of Engineering, stellte eine neue, auf Open Source basierende Umgebung für agentenbasierte KI und Gebäudesimulationen vor und lud die Gebäudesimulations-Community ein, sich seiner Initiative anzuschliessen.
Workshops zu Simulationen und Modellierungen
Im Rahmen der Konferenz fanden an den drei Tagen drei verschiedene Workshops statt. Am ersten Tag fand ein praxisorientierter Workshop mit IDA Districts zu «Von GIS-Daten zu einem dynamischen Fernwärmemodell» statt. Beim Workshop am zweiten Tag ging es um «IDA ICE: Echte Integration von Luftströmen in thermische Gebäudesimulationsmodelle». «COMSOL Multiphysics-Simulationen in Architektur, Ingenieurwesen und Bauwesen» war dann das Thema des letzten Workshops.
Weiterer Programmpunkt waren die Präsentationen der eingereichten Papers. Dabei zeichneten die Reviewer das Paper «An Open Source Pipeline for Estimating Residential Heating and Cooling Demands in Germany» von Martin Stengel, TH Rosenheim, als besten Beitrag der BauSIM2026 aus.
Weitere Informationen