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Life Sciences und
Facility Management

Besuch aus Indien macht deutlich: Agrarökologie funktioniert im grossen Massstab

Was braucht es, damit Agrarökologie ganze Regionen nachhaltig stärken kann? Eine Delegation aus Andhra Pradesh gab im Rahmen des Mastermoduls «Natural Resource Management in Developing Countries» Einblick in ein Programm, das zeigt, wie Landwirtschaft neu gedacht und im grossen Stil umgesetzt werden kann.

Auf dem Bild sieht man von links nach rechts: Yerrakonda Sudhakar (APCNF Koordinator), Delia Hürlimann (GoF), Jyothi Bobbili (APCNF Landwirtin), Narasamma Arika (APCNF Landwirtin), Claudia Veith (GoF), Swati Renduchintala (APCNF Koordinatorin), Fabienne Buchmann (GoF))
Der Besuch aus Indien erkundet die Gärten des Campus Grüental. © Jasper Jordan (Weltacker International). (Von links nach rechts: Yerrakonda Sudhakar (APCNF Koordinator), Delia Hürlimann (GoF), Jyothi Bobbili (APCNF Landwirtin), Narasamma Arika (APCNF Landwirtin), Claudia Veith (GoF), Swati Renduchintala (APCNF Koordinatorin), Fabienne Buchmann (GoF))

Der Besuch aus Andhra Pradesh bot einen seltenen Einblick in einen agrarökologischen Transformationsprozess, der weit über Einzelbetriebe hinausreicht. Die Andhra Pradesh Community Managed Natural Farming (APCNF) Bewegung verfolgt seit mehreren Jahren das Ziel, Landwirtschaft komplett ohne chemisch-synthetische Dünger oder Pestizide zu gestalten und zugleich lokale Ökosysteme sowie soziale Netzwerke zu stärken.

Besonders auffällig ist dabei die Grösse und organisatorische Tiefe des Programms. Mit rund 1,2 Millionen teilnehmenden Landwirt:innen gehört APCNF zu den umfangreichsten agrarökologischen Initiativen weltweit. Möglich wird diese Verbreitung durch ein enges Netzwerk aus Schulungen, Peer-to-Peer-Lernformaten und regionalen Koordinationsstrukturen, das bäuerliche Gemeinschaften befähigt, Veränderungen eigenständig voranzutreiben.

Eine Schlüsselrolle übernehmen dabei die Frauen-Selbsthilfegruppen, die vielerorts die soziale Infrastruktur der Dörfer prägen. Sie organisieren Weiterbildungen, begleiten neue Praktiken in der Einführungsphase und sorgen dafür, dass Wissen innerhalb der Gemeinden weitergegeben wird. Dadurch wird Transformation nicht nur vermittelt, sondern dauerhaft verankert.

Im Zentrum der landwirtschaftlichen Praxis steht der Boden als lebendiges System. Anstatt externe Betriebsmittel einzusetzen, setzt APCNF auf naturnahe Methoden: die Förderung des Bodenmikrobioms, vielfältige Fruchtfolgen, Zwischenbegrünung sowie den Einsatz lokal hergestellter natürlicher Präparate. Diese Massnahmen regenerieren Bodenfruchtbarkeit, verbessern Wasserhaltekapazitäten und reduzieren gleichzeitig Kosten.

Der Besuch der Delegation zeigte eindrücklich, wie politische Unterstützung, gemeinschaftliche Organisation und ökologisches Wissen ineinandergreifen können. APCNF verdeutlicht, dass agrarökologische Transformation dann besonders wirkungsvoll ist, wenn sie sozial eingebettet ist und die Menschen vor Ort zu aktiven Gestalter:innen des Wandels werden.

Weitere Informationen gibt es hier (auf Englisch): 

 https://apcnf.in/

https://www.2000m2.eu/news/weltacker-delegation-in-india/