Anschub für Agri-PV im Kanton Zürich
Agri-Photovoltaik hat ein beachtliches Potenzial, auch im Kanton Zürich. Dies zeigt eine neue Studie der ZHAW anhand von Projektbeispielen. In einem nächsten Schritt begleitet die ZHAW zehn landwirtschaftliche Betriebe mit einer individuellen Machbarkeitsstudie. Dabei sollen klare Entscheidungsgrundlagen für Investitionen in Agri-PV-Anlagen im Kanton Zürich geschaffen werden.
Die Schweiz muss den Ausbau erneuerbarer Energien stark beschleunigen, wenn sie ihre gesetzten Ausbauziele erreichen will. Neben Photovoltaik-Anlagen auf Dächern bietet sich dazu Agri-PV an. Dabei werden Landwirtschaftsflächen doppelt genutzt – für die Lebensmittelproduktion und für die Stromerzeugung. Das Potenzial von Agri-PV in der Schweiz ist sehr gross, wie eine Studie der ZHAW aus dem Jahr 2024 zeigt. Doch derzeit ist Agri-PV eine noch wenig verbreitete Anwendung. Die Komplexität solcher Anlagen ist sehr hoch, denn es müssen sowohl Anforderungen an die landwirtschaftliche Bewirtschaftung als auch passende Anlagentypen sowie eine Vielzahl an möglichen Vermarktungs- und Fördermöglichkeiten berücksichtigt werden.
Beachtliches Potenzial im Kanton Zürich
Forschende der ZHAW untersuchten in einer Studie acht Flächen auf realen Landwirtschaftsbetrieben im Kanton Zürich hinsichtlich der Realisierbarkeit von Agri-PV-Anlagen. Sie berücksichtigten agronomische, technische und wirtschaftliche Aspekte. Insgesamt zeigt die Studie: Agri-PV-Anlagen besitzen auch im Kanton Zürich ein beachtliches Potenzial. Die vorliegenden Projektbeispiele zeigen teils lukrative Investitionsmöglichkeiten. Generell sind die Projekte aber mit hohen Anforderungen an Planung, Beratung und Genehmigung verbunden. Deshalb spricht die Studie auch als Empfehlung aus, gezielte Beratungsangebote einzurichten sowie Referenzanlagen aufzubauen, um weitere Erfahrungen zu sammeln und Vertrauen bei Bewirtschaftenden sowie Behörden zu schaffen.
Umfassende Unterstützung für interessierte Betriebe
Weitere Pilotprojekte können ein Multiplikator für eine stärkere Erschliessung des Schweizer Agri-PV-Potenzials sein. Dazu lanciert die ZHAW im Auftrag des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft
(AWEL) des Kantons Zürich das Projekt «Kompetenz-Booster Agri-PV». Dabei sollen klare Entscheidungsgrundlagen für Investitionen in Agri-PV-Anlagen im Kanton Zürich geschaffen werden. Das Projekt begleitet zehn landwirtschaftliche Betriebe mit einer individuellen Machbarkeitsstudie. Diese umfasst die Analyse der Flächen und Kulturen, die Ertrags- und Praxiseinschätzung, die Prüfung von Netzanschluss und Bewilligungen, die Wirtschaftlichkeitsrechnung, den Markt- und Vermarktungscheck sowie optionale Zusatzbausteine wie ein Begleitforschungskonzept oder Batteriespeicheroptionen. Jeder Betrieb erhält einen individuellen Bericht. Dank der Unterstützung durch das AWEL werden 90 Prozent der Kosten übernommen.
Interessierte Landwirtschaftsbetriebe können sich bei der ZHAW melden.
Weitere Informationen
- Abschlussbericht Pilotprojekte Agri-PV im Kanton Zürich
- Agri-Photovoltaik: Doppelnutzung von Landwirtschaftsflächen zur Stromproduktion, AWEL, Kanton Zürich
- Praxisleitfaden Agri-PV
- ZHAW-Agri-PV-Forschungsanlage feierlich eingeweiht, Medienmitteilung vom 27. Oktober 2025
- Agri-Photovoltaik könnte fünf Mal mehr Strom liefern als die Schweiz braucht, Medienmitteilung vom 2. September 2024
Downloads
Medienmitteilung «Anschub für Agri-PV im Kanton Zürich» (PDF 112 kB)
Fachkontakt
- Jürg Rohrer, Leiter Forschungsgruppe Erneuerbare Energien, Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen, Departement Life Sciences und Facility Management, juerg.rohrer@zhaw.ch
- Mareike Jäger, Leiterin Forschungsgruppe Regenerative Landwirtschaftssysteme, Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen, Departement Life Sciences und Facility Management,
mareike.jaeger@zhaw.ch
Medienkontakt
- Beatrice Huber, Media Relations ZHAW-Departement Life Sciences und Facility Management, beatrice.huber@zhaw.ch