Startup-Campus-Gewinner und Hackathon-Erfolg: Wie Dario Geiser mit Kreativität und Data Skills überzeugt
Dario Geiser studiert im 8. Semester Applied Digital Life Sciences und feiert aktuell Erfolge auf nationaler wie internationaler Ebene. Mit der Startup-Idee «StraightUp» gewann er gemeinsam mit seinem Team den 1. Platz im Pitch des STARTUP CAMPUS Switzerland. Beim Hackathon der FutureShapers Sommerschool in Bukarest sicherte er sich den 3. Platz. Im Interview erzählt er, wie er dabei seine Kreativität und Data Skills einsetzt, welche Erfahrungen ihn geprägt haben und warum Unternehmertum für ihn die Zukunft ist.
Dario, herzliche Gratulation dir und deinem Team zum Startup-Pitch-Erfolg mit eurer Idee «StraightUp»! Um was geht es da?
StraightUp ist ein In-Ear-Kopfhörer-Coach, der durch Messungen mit dem Kopfhörer eine falsche Haltung erkennt und ein Signal gibt. So unterstützt StraightUp eine ergonomische, aufrechte Haltung beim Arbeiten am Computer und kann helfen, Beschwerden wie Nackenschmerzen vorzubeugen.
Was war dein persönlicher Beitrag im Team?
Normalerweise bin ich die Person, die direkt mit dem Coden beginnt. In diesem Projekt habe ich eine andere Rolle eingenommen und mich um alles ausser der Softwareentwicklung gekümmert. Dazu gehörten Interviews mit potenziellen Nutzern, Market-Size-Research, Finanzplanungen sowie die Planung und der Dreh eines Videos, bei dem ich selbst als Kameramann tätig war. Ausserdem habe ich aktiv Firmenleads für unser Produkt gesucht und gefunden. Dadurch konnte ich Einblicke in viele für mich neue Bereiche gewinnen und wertvolle Firsthand-Erfahrungen sammeln.
Welche Inhalte oder Skills aus dem Bachelorstudium Applied Digital Life Sciences haben dir dabei geholfen?
Die Personen in meinem Team kamen aus sehr unterschiedlichen fachlichen Hintergründen, von aktuell an der ETH promovierenden Personen bis hin zu einem Biomedical-Engineering-Studenten in den USA. Durch die breite Abdeckung meines Studiengangs hatte ich nie Probleme, bei projektspezifischen Themen mitzureden. Zudem konnte ich mich auch zu anderen technischen Themen ausserhalb des Projekts einbringen und mein Team dabei gelegentlich damit überraschen, wie gut ich mich in diesen Bereichen auskannte. Im Projekt selbst konnte ich, selbst wenn ich nicht aktiv programmiert habe, aufgrund meines Verständnisses gezielt Tipps und Optimierungen vorschlagen.
Du hast auch am FutureShapers Camp in Bukarest teilgenommen und den 3. Platz gewonnen – auch hier herzliche Gratulation! Was war für dich das Highlight dieser internationalen Erfahrung?
Es gab mehrere. Für mich war es insgesamt sehr interessant, zum ersten Mal komplett allein in ein unbekanntes Land zu reisen und gleichzeitig auch das erste Mal nach Osteuropa.
Ein Highlight waren die Abende nach dem offiziellen Programm. Unsere Gruppe war eine gute Mischung aus einheimischen Rumänen, die uns viel zeigen konnten, sowie internationalen Studierenden aus ganz Europa. Wir haben uns sehr schnell angefreundet und zusammen eine unvergessliche und sehr lustige Zeit verbracht.
FutureShapers-Camp-spezifische Highlights waren für mich auf jeden Fall das Pitchen unseres Projekts und das anschliessende Gewinnen des dritten Platzes. Auch der gemeinsame Ausflug am letzten Tag zu einem klassischen rumänischen Schloss, inklusive eines Zwischenstopps mit traditionellem rumänischem Essen, war für mich ein sehr schönes Erlebnis.
Welche neuen Skills oder Perspektiven hast du dort mitgenommen - fachlich oder persönlich?
Das Projekt bestand darin, etwas Kreatives mit einem Arduino (programmierbare Elektronik-Plattform) zu bauen, den ich bereits aus meinem Studium kannte. Deshalb habe ich mich darauf konzentriert, eine möglichst kreative Präsentation unseres Projekts zu gestalten. Dabei habe ich mich stark an den Präsentationen von Steve Jobs orientiert und versucht, diesen Stil auf unser Projekt anzuwenden. Ich habe somit komplett anders präsentiert als sonst, was für mich eine sehr wertvolle und spannende Erfahrung war.
Zudem habe ich dort sehr viel über die rumänische Geschichte gelernt, welche mir die Einheimischen stets mit grossem Stolz nähergebracht haben. Generell fand ich es sehr spannend, mit Menschen aus anderen Kulturen über unterschiedliche Themen zu sprechen und ihre Sichtweisen kennenzulernen. Rückblickend bereue ich es ein wenig, im Verlauf meines Studiums nicht an mehr Sommerschools teilgenommen zu haben, da es eine einmalige Möglichkeit ist, all diese Erfahrungen zu sammeln, die ich dort machen durfte.
Warum hast du dich für den Studiengang «Applied Digital Life Sciences» an der ZHAW entschieden - und was macht ihn für dich besonders?
Das war bei mir ursprünglich eine sehr spontane Entscheidung. Ich hatte mich zunächst für ein anderes Studium angemeldet. Kurz vor Anmeldeschluss war ich in der RS, wo ich mir öfter Gedanken über meine Zukunft gemacht habe. Dabei bin ich zum Schluss gekommen, dass mich meine ursprüngliche Studienwahl eigentlich gar nicht so stark interessierte.
«Applied Digital Life Sciences» hatte ich zwar schon länger im Hinterkopf, war mir aber lange unsicher. Da ich einen Informatik-Hintergrund habe und mich Naturwissenschaften schon früh in der Schule interessiert haben, fand ich die Idee, diese beiden Bereiche zu verbinden, immer spannender. Zudem sehe ich in dieser Kombination grosses Potenzial für die Zukunft, weshalb ich mich schliesslich endgültig für das Studium Applied Digital Life Sciences entschieden habe.
Besonders überzeugt haben mich die vielen Möglichkeiten, die das Studium bietet. Durch die Vertiefungen und Wahlpflichtfächer kann man das Studium sehr individuell gestalten und es nach den eigenen Interessen ausrichten.
Du arbeitest Teilzeit als DevOps Engineer bei Swisscom. Wie ergänzen sich Studium und Job für dich?
Im Studium fielen mir aufgrund meines technischen Hintergrunds die meisten technischen Module eher leicht, wodurch ich mich voll und ganz auf die naturwissenschaftlichen Inhalte konzentrieren konnte. Vor allem in späteren Projekten war dies sehr hilfreich, da man dort viele Freiheiten hat und ich dadurch zahlreiche Kenntnisse aus der Softwareentwicklung mit den studienspezifischen Inhalten verbinden konnte. Ein Beispiel dafür ist meine Projektarbeit 2, bei der ich eine Pipeline aufgebaut habe, um genomische Daten dezentral zu speichern.
In meinem Job habe ich zudem gelernt, Prozesse gezielt zu optimieren und effizienter zu gestalten, meist durch den Einsatz von KI-basierten Lösungen.
Du stehst kurz vor dem Abschluss. Wo siehst du dich danach?
Langfristig möchte ich auf jeden Fall ein eigenes Unternehmen führen. Nach meinem Abschluss werde ich daher alles tun, was dafür notwendig ist. Wie genau dieser Weg aussehen wird, ist aktuell noch offen. Derzeit plane ich, das Thema meiner Bachelorarbeit weiterzuverfolgen. In dieser arbeite ich an einer Datenpipeline, die auf Blockchain-Technologien basiert. Damit sollen genomische Daten sicher gespeichert, Zugriffsrechte verwaltet und Eigentum über digitale Tokens abgebildet werden.
Ich kann mir auch vorstellen, zunächst in einem anderen Startup mitzuarbeiten oder in einem klassischen Job fehlendes Wissen und praktische Erfahrung zu sammeln. Falls es für meine Ziele sinnvoll ist, schliesse ich zudem auch ein Masterstudium nicht aus.
Auch eine Auswanderung schliesse ich aktuell nicht aus. Derzeit habe ich Zypern im Auge, insbesondere wegen des aufstrebenden Unternehmertums und Startup-Ökosystems dort, aber auch aufgrund der attraktiven Lage und des angenehmen Klimas.
Was würdest du Erstsemestrigen oder Bachelor-Interessierten mit auf den Weg geben?
Glaubt immer an euch. Wenn euch der Studiengang interessiert, dann zieht ihn durch, auch wenn es manchmal schwerfällt. Auch ich habe nicht jede Prüfung auf Anhieb bestanden, trotzdem stehe ich jetzt kurz vor dem Abschluss. Fangt zudem früh genug mit dem Lernen an und macht es nicht wie ich, alles erst kurz vor den Prüfungen mit hohem Stress anzugehen.
Mehr Informationen zum Bachelor in Applied Digital Life Sciences.