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Lebensmitteltagung

Wädenswiler Lebensmitteltagung am 26. November 2020 in der Kulturhalle Glärnisch, Wädenswil oder online.

«Circular Economy in der Lebensmittelverarbeitung: Innovative technologische Ansätze»

Diskussionen rund um Lebensmittelverschwendung sind allgegenwärtig, aber mit welchen Massnahmen lassen sich Lebensmittel möglichst gesamtheitlich verwerten?

Tatsächlich wird heutzutage ein Drittel des globalen Energieverbrauches verwendet, um Lebensmittel herzustellen, von denen wiederum ein Drittel weggeworfen wird. Diese unakzeptable Situation gilt es zu verbessern. Circular Economy in der Lebensmittelverarbeitung bedeutet, den Anteil an ungenutzten Rohmaterialien zu reduzieren, Nebenprodukte und Lebensmittelabfälle aufzuwerten und in die Lebensmittelkette zurückzuführen sowie unverkaufte Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe konsequent zu verwerten. In der Umsetzung dieser Konzepte sind alle Stufen der Verarbeitungs- und Distributionskette von Bedeutung.

Datenmaterial über die Zusammensetzung sowie Ursachen für Lebensmittelverluste ist weiterhin limitiert. Dennoch genügt die Datenbasis in einigen Ländern, um prioritäre Massnahmen abzuleiten oder vielversprechende erste Markt-Lösungen anzubieten. Neuartige Technologien ermöglichen beispielsweise das gezielte Haltbarmachen oder die massgeschneiderte Verbesserung sensorischer Eigenschaften von Lebensmitteln aus Nebenproduktströmen. Für eine erfolgreiche weitere Umsetzung ist die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure der Lebensmittel-Wertschöpfungskette essenziell.

Erfahren Sie an der Wädenswiler Lebensmitteltagung mehr über die Chancen und Herausforderungen von «Circular Economy in der Lebensmittelverarbeitung» und diskutieren Sie erste Lösungsansätze sowie zukünftige Möglichkeiten mit namhaften nationalen und internationalen Expertinnen und Experten.

Veranstaltungsort: Kulturhalle Glärnisch, Glärnischstrasse 5, 8820 Wädenswil (Die geltenden Abstandsregeln können eingehalten werden.) Erstmals ermöglichen wir in diesem Jahr auch die virtuelle Teilnahme zu einem attraktiven Preis. Ihre Login-Daten erhalten Sie 24 Std. vor dem Anlass per E-Mail.

Referate und Referierende

Programm, 26. November 2020

Zeit Programmpunkt
ab 08.30 Registrierung und Kaffee
Vormittag Moderation
Dr. Nadina Müller, ILGI, ZHAW
09.00 – 09.15 Begrüssung
Prof. Michael Kleinert, Institut für Lebensmittel- und Getränkeinnovation, ILGI, ZHAW
09.15 – 10.00 Mehr Nahrung mit weniger Ressourcen:Chancen und Herausforderung für die Lebensmittelindustrie
Dr. Béatrice Conde-Petit, Bühler AG, Schweiz
10.00 – 10.20 Yasai – Circular vertical farming
Philipp Bosshard, Yasai, Schweiz
10.20 – 10.40 Wieso Insekten nicht immer nachhaltiger sind!
Moritz Gold, ETH Zürich, Schweiz
10.40 – 11.10 Kaffeepause
11.10 – 11.40 Kreislaufwirtschaft in der Lebensmittelindustrie – prozesstechnische Innovationen für eine ressourcenschonende Produktion
Prof. Dr. Stefan Töpfl, DIL, Deutschland
11.40 – 12.00 Unraveling complex supply chains with DNA technologies
Dr. Emma Cavalli, Haelixa, Schweiz
12.30 – 13.45 Mittagessen
Nachmittag Moderation
Prof. Dr. Corinne Gantenbein-Demarchi, ILGI, ZHAW
13.45 – 14.05 Leveraging digitalization and facilitating circular economy –startups success stories
Dr. Nicolás Meneses, Foodtech Freelancer, Schweiz
14.05 – 14.25 Handel mit industriellen Nebenströmen – digitale Herangehensweise mit resilientem Geschäftspotential
Linda Grieder, RethinkResource GmbH, Schweiz
14.25 – 14.45 Sustainable Food Chain Model: Lebensmittel und ihr Einfluss auf die Umwelt neu bewertet
Dr. Claudio Beretta, ZHAW, Schweiz
14.45 – 15.15 Kaffeepause
15.15 – 16.00 Food Futures – Dinner and Beyond!
Dr. Morgaine Gaye, Food Futurologist, England
16.00 – 16.20 Koa – eine Innovation in Ghanas Kakaoverarbeitung mit grossem Potential für den ganzen Schokoladensektor
Anian Schreiber, KOA, Schweiz
16.20 – 16.30 Schlusswort
Dr. Nadina Müller & Prof. Michael Kleinert
ab 16.30 Apéro (bei schönem Wetter im Freien)

Mehr Nahrung mit weniger Ressourcen - Chancen und Herausforderung für die Lebensmittelindustrie

«Mit unserem Ernährungssystem stehen wir in einer Sackgasse. Die heutige Nahrungsproduktion ist in hohem Masse für Biodiversitätsverlust und Klimakrise verantwortlich und ist kein Model, um 10 Milliarden Menschen in 2050 nachhaltig zu ernähren. In Zukunft brauchen wir mehr Nahrungsmittel, die die Bedürfnisse der Konsumenten erfüllen und aus Wertschöpfungsketten mit tiefem ökologischen Fussabdruck stammen. Die Lösung dieser Herausforderung bietet auch Wachstumspotential für die Lebensmittelindustrie. Die wertbringende Nutzung von pflanzlichen Rohstoffen ist bei weitem nicht ausgeschöpft. Kreislauf Konzepte, Partnerschaften für Innovation und neue Technologien sind der Schlüssel für ein zukünftiges Ernährungssystem, welches Menschen, Natur und Wirtschaft gerecht wird.»

Dr. Béatrice Conde-Petit, Food Science Officer, Bühler

«With increasing knowledge and awareness, we are seeing the potential of technology to create, develop and re-purpose waste materials and by products from manufacturing. As a Food Futurologist, I am interested in the innovation around new fabrics, building matter and everyday objects made from food waste. There are exciting new processes which will enable us to re-eat and upcycle our leftover food and for the population to get their protein from CO2. The future of a true, consumer circular economy is almost here!»

Dr. Morgaine Gaye, Food Futurologist

«Durch die natürliche Evolution konnte sich nur etablieren, was langfristig funktioniert: geschlossene Kreislaufsysteme. Einzig die Sonnenenergie kann als äussere, für menschliche Dimensionen unerschöpfliche Quelle angezapft werden. Alle irdischen Ressourcen sind aber begrenzt und müssen daher im Kreislauf bleiben. Deshalb sollte der Kreislaufgedanke ein Grundprinzip jeder Wirtschaft sein, die langfristig funktionieren kann. Weshalb gibt es dennoch so viel Widerstand gegen Kreislaufsysteme als Alternative zum unbegrenzten Wirtschaftswachstum? Wenn wir langfristigen Erfolg über Eigennutz stellen, dann gibt es nur noch einen Weg: die Kreislaufwirtschaft.»

Dr. Claudio Beretta, Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Nachhaltigkeit und Food Waste-Vermeidung im Ernährungssystem, ZHAW

«As food supply chains become more complex and global, the importance of traceability is greater than ever. At Haelixa, our mission is to accelerate the transition to a transparent consumer goods industry, empowering consumers to make conscious decisions about their purchases and their social and environmental impact. Haelixa’s technology has been established at ETH Zürich, and is based on the use of IN-product DNA markers. We enable true product traceability by physically marking the materials themselves and turning the products into carriers of the information about their origin and journey.»

Dr. Emma Cavalli, Program Manager, Haelixa

«Für uns liegt der Schlüssel zu einer nachhaltigen Zukunft und resilienten Wertschöpfungsketten im verantwortungsvollen Umgang mit Rohstoffen. Deshalb sehen wir industrielle Nebenströme als strategisches Kapital - mit langfristigen Wettbewerbsvorteilen. Mit unserem Circular Economy Ansatz - Circado - wollen wir den Wert dieser «gestrandeten Assets» zurückholen.»

Linda Grieder, RethinkResource GmbH, CEO

«Durch eine gesamtheitliche, verantwortungsvolle und transparente Verarbeitung von Lebensmitteln können wir nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung unserer Erde Leisten. Wir haben dadurch auch die einzigartige Möglichkeit Geschmackserlebnisse und Produkte zu schaffen die Kunden von heute und morgen begeistern. Die Kakaofrucht ist hierfür nur eines von unzähligen Möglichkeiten.»

Anian Schreiber, KOA, Mitgründer &Group Managing Director

Prozesstechnische Innovationen für eine ressourcenschonende Produktion

«Optimale Verfahren ermöglichen eine ressourcenschonende Herstellung von Lebensmitteln. Die Nutzung von Nebenströmen gelingt durch geeignete Technologien zur Trennung und Stabilisierung. Durch Verfahren zur Aufarbeitung und Strukturierung können ansprechende Produkte auf Basis pflanzlicher Proteine hergestellt werden. Skalier- und Automatisierbare Prozesse erlauben eine bedarfsgerechte, dezentrale Produktion und tragen zu einer Verringerung des Distributionsaufwands bei.»

Prof. Dr. Stefan Töpfl, Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik DIL e.V.

«Die Integration von Kreislaufprozessen ist unabdingbar für die Transformation hin zu einer nachhaltigen und ressourcensparenden Wirtschaft. Yasai setzt sich dafür ein, diesen Ansatz auch in der noch jungen Vertical Farming Industrie zu etablieren und diesen zu einem festen Bestandteil davon zu machen. Die Nebenprodukte von Vertical Farms, wie Grüngut und Abwärme, betrachten wir nicht als Abfall, sondern als wertvolle Ressource. In unseren Farmen verwenden wir die Abwärme für die Erzeugung von Warmwasser und die Beheizung unserer Nebenräume, Schnittabfälle werden zur Biogasproduktion verwendet und die notwendigen Pflanzennährstoffe möchten wir in Zukunft aus städtischem Abwasser gewinnen, um auch dort einen Kreislauf zu schliessen.»

Philipp Bosshard, Yasai, CTO

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