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Abschlussarbeiten in Vegetationsökologie

Angebotene Masterarbeiten

Wer sich zu einer Masterarbeit in unserer Forschungsgruppe entscheidet, hat eine grosse Auswahl an spannenden Themen. Teilweise entsprechen sie den Forschungsschwerpunkten der Teammitglieder, teilweise sind sie auch in Kooperation mit externen Partnern. Eine Auswahl möglicher Themen ist im Folgenden aufgelistet. Auch die Beispiele abgeschlossener Arbeiten können als Inspiration dienen. Individuelle Ideen können gerne mit den Masterlehrenden Regula Billeter  und Jürgen Dengler diskutiert werden.

Vegetationswandel in der Schweiz: Quantifizierung durch Wiederholung historischer Vegetationsaufnahmen

Seit 2001 gibt es in der Schweiz das nationale Biodiversitätsmonitoring (BDM), das eine detaillierte Analyse der Biodiversitätsveränderung von Flora und Fauna erlaubt. Dagegen fehlen uns für die Zeit davor entsprechend gegeplante Stichprobennahmen. Im Bereich der Vegetation erlauben jedoch historische Vegetationsaufnahmen, deren Herkunft relativ genau lokalisiert und die heute an (nahezu) denselben Stellen wiederholt werden können, eine recht gute Quantifizierung, wie sich die Vegetation der Schweiz im Hinblick auf Artenzahlen, seltene und invasive Arten, mittlere Zeigerwerte oder Strategietypenspektren in den letzten Dekaden verändert hat. Aufgabe der Master Thesis ist es entsprechend, eine oder mehrere pflanzensoziologische Publikationen (oder unpublizierte Abschlussarbeiten) des 20. Jahrhunderts zu identifizieren, die mittels Karten oder verbaler Ortsbeschreibungen eine relativ genaue Relokaliserung erlauben, für diese die alten Aufnahmen zu wiederholen und diese Daten dann auf stattgefundene Veränderungen zu untersuchen. Dabei besteht relativ große Freiheit bezüglich der Wahl des Vegetationstyps und der Region.

Ausbreitung immergrüner Neophyten im Tessin – Invasion oder Bereicherung der Biodiversität?

In der Schweiz kommen zahlreiche laurophylle (immergrüne) Neophyten – z.B. der Kirschlorbeer oder die Hanfpalme – vor. Besonders in den Wäldern im Tessin können diese Arten zum Teil grosse Bestände bilden. Ende der 1990er Jahre wurde eine umfangreiche Studie zur Verbreitung der Hanfpalme im Tessin durchgeführt. Im Rahmen dieser Masterarbeit sollen die Erhebungen von damals wiederholt und die Ergebnisse mit der früheren Untersuchung verglichen werden. Die Masterarbeit kann auch auf weitere immergrüne Arten ausgedehnt werden.

Ecological Indicator Values for Europe (EIVE): development and implementation of a continent -wide tool for ecological assessment

Since 2014, the European Vegetation Archive (EVA) with currently approx. 1.5 million vegetation plots (relevés) from all European countries allows for supra-national and continental analyses of vegetation diversity and composition and their drivers. In Europe there are more than 20 different national and regional systems of ecological indicator values for plants similar to the Flora Indicativa of Landolt et al. for the Alps. However, these systems widely differ in scales and definitions as well as in assessment, so far preventing their easy combination. Therefore J. Dengler (ZHAW) is leading an international team that is are working on combining the national systems into a continental consensus system (Ecological Indicator Values for Europe; EIVE). Such a system would add a new dimension to analysing EVA data supra-nationally, in particular for environmental data related to soil conditions that are not well covered by available high-resolution GIS data. EVA data in turn could be used to recalibrate EIVE, to regionalise EIVE or to define indicator values for species that are not included in any of the national lists (but in EVA). Depending on the interests of the candidate and the starting time, there is a wide range of possible themes within the EIVE-EVA context.

Sekundäre Sukzession in Flachmooren – 20 Jahre später

Vor 20 Jahren wurden verbrachte Flachmoore in den Kantonen St. Gallen, Schwyz und Appenzell auf ihre Artenvielfalt an Blütenpflanzen und Moose untersucht und mit gemähten Mooren verglichen. Diese Aufnahmen könnten im Rahmen einer Masterarbeit wiederholt werden und mit den Ergebnissen von damals verglichen werden. Dies würde erlauben, das Fortschreiten der Sukzession zu dokumentieren und die Entwicklung der Vegetation (Artenvielfalt, seltene Arten, invasive Arten, Zeigerwerte) aufzuzeigen.

Entwicklung und Veränderung der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft der Reussebene

In der Reussebene wurden 2001/2002 alle wichtigen Habitattypen im Agrarland kartiert und mit Vegetationsaufnahmen erfasst. Auch wurden Erhebungen verschiedener Insektengruppen gemacht. Momentan wird das Gebiet durch die Agroscope Reckenholz erneut untersucht. Eine Wiederholung der Vegetationsaufnahmen von damals könnte im Rahmen einer Masterarbeit erfolgen. Eventuell könnte man gewisse Insektengruppen zusätzlich untersuchen und mit den Vegetationsaufnahmen korrelieren. Durch den Vergleich mit den Aufnahmen von 2001/2002 könnte die Entwicklung der Vegetation (Artenvielfalt, seltene Arten, invasive Arten, Zeigerwerte) erfasst werden, allenfalls ebenso die Insektenfauna.

Abgeschlossene Masterarbeiten in Vegetationsökologie

 

Auswahl abgeschlossener Masterarbeiten die von der Forschungsgruppe Vegetationsökologie betreut wurden:

Veränderung der Biodiversität und Artenzusammensetzung der Waldvegetation an der Albis-Uetlibergkette in 26 Jahren

Eline Staubli untersuchte in ihrer Masterarbeit (2020) in einer Resurvey-Studie wie sich Artenvielfalt in einem Scheizer Wald 26 Jahre nach der Erstaufnahme verändert hat. Sie stellte fest dass Artenzahl hat im Vergleich zu den historischen Daten signifikant abgenommen hat. Auch die Deckung der Krautschicht war in der aktuellen Erhebung deutlich tiefer als in den historischen Daten. Dieser Rückgang hängt warscheinlich unter anderem mit der Zunahme der Baumschicht, welche die Lichtverfügbarkeit reduzierte zusammen

Dynamik und Ökologie der Torfstichweiher im Hänsiried (Kanton Zürich)

Manuel Babbi kartierte in seiner Masterarbeit (2014) das Flachmoor Hänsiried (Kanton ZH) und konnte so den ökologischen Zustand des zuvor renaturierten Flachmoors beurteilen. Er dokumentierte die Veränderungen der Vegetationseinheiten und den Grad der Verbsuchung seit 1944 und erarbeitete  Empfehlungen für die weitere Aufwertung und Pflege des Hänsiried und anderer Feuchtgebiete. [Publikation]. Zudem konnte er einen im Wasser lebenden Käfer nachweisen, der vorher in der Schweiz als nicht vorhanden galt [Publikation].

Lebensraumansprüche des Libellen-Schmetterlingshafts (Libelloides coccajus [Denis & Schiffermüller, 1775]) nördlich der Alpen und mögliche Folgerungen für den Artenschutz

Markus Müller untersuchte in seiner Masterarbeit (2012):

(1) Wie die Vegetationsstruktur von Eiablagestellen des Libellen-Schmetterlingshafts (Libelloides coccajus) charakterisiert werden [Publikation]
(2) Welche Lebensräume vom Libelloides coccajus genutzt werden. [Publikation]
(3) Wie die aktuelle Bestandessituation von L. coccajus im Kanton Aargau ist? [Publikation]

Abgeschlossene Bachelorarbeiten in Vegetationsökologie

 

Auswahl abgeschlossener Bachelorarbeiten die von der Forschungsgruppe Vegetationsökologie betreut wurden:

Veränderungen der Graslandvegetation in der Stadt Zürich über 25 Jahre

Julia Bänninger untersuchte in ihrer Bachelorarbeit (2018) in einer Resurvey-Studie wie sich die Grasslandvegetation der Stadt Zürich in den letzten 25 Jahren verändert hat.

Ansiedlungsversuche der Kleinen Teichrose Nuphar pumila im Kanton Zürich.

Sabrina Keller untersuchte in ihrer Bachelorarbeit (2018) Standortbedingungen zwischen erfolgreichen und erfolglosen Ansiedlungsgewässern, sowie den natürlichen Beständen der stark gefährdeten Kleinen Teichrose Nuphar pumila. [Bachelorarbeit]

Vegetationsanalyse und Renaturierungsplanung Gornergrat Zermatt

Jonathan Pachlatko führte in seiner Bachelorarbeit (2018), eine Vegetationskartierung am Gornergrat durch um daraus Empfehlungen für die Planung und Renaturierung der Wegnetze abzuleiten. [Bachelorarbeit / Publikation (PDF 2,9 MB)]