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Versorgungslücken schliessen und Strukturen aktiv mitgestalten

Das Departement Gesundheit der ZHAW bietet neu ein Diploma of Advanced Studies (DAS) in Advanced Nursing Practice in Primary Healthcare an. Im Interview erklären Dr. Corina Sgier und Anne-Marie Schirmer, Dozentinnen am Institut für Pflege, an wen sich die Weiterbildung richtet und welche Kompetenzen sie vermittelt.

Warum braucht es diesen neuen Weiterbildungsstudiengang?

Anne Marie Schirmer: Die Zahl chronisch kranker, multimorbider und älterer Menschen nimmt zu, gleichzeitig fehlen Fachkräfte. Gerade in der Primärversorgung braucht es deshalb neue Versorgungsmodelle und hochqualifizierte Fachpersonen, die Verantwortung übernehmen und Versorgungslücken schliessen können. Genau hier setzt das DAS an: Es schlägt eine Brücke zwischen dem wissenschaftlichen Wissen aus dem Masterstudium und der praktischen, hochkomplexen Versorgung. 

Für wen wurde das neue DAS entwickelt?

Dr. Corina Sgier: Das DAS richtet sich an Pflegefachpersonen mit einem Master of Science in Nursing (MScN), die bereits als Advanced Practice Nurse oder Nurse Practitioner tätig sind oder eine entsprechende Rolle in der primären Gesundheitsversorgung anstreben.

Im Fokus stehen Fachpersonen, die in der Primärversorgung arbeiten – etwa in Arztpraxen, bei Spitex- und Home-Care-Diensten oder in Langzeitinstitutionen wie Wohn- und Pflegeheimen. Auch an den ambulanten und stationären Schnittstellen sind die erworbenen Kompetenzen relevant. Einzelne Module bieten darüber hinaus wertvolle Impulse für Fachpersonen im rein stationären Setting.

Was können Fachpersonen nach Abschluss des DAS?

Dr. Corina Sgier: Die Absolvent:innen verfügen über erweiterte klinische und strategische Handlungskompetenzen. Ein zentraler Vorteil ist die grössere Sicherheit im komplexen Versorgungsalltag. Da das DAS eng von Nurse Practitioners und Ärzt:innen gemeinsam entwickelt wurde, hat die interprofessionelle Zusammenarbeit einen hohen Stellenwert. Natürlich kann nicht jedes klinische Szenario im Detail geschult werden. Die Teilnehmenden erwerben aber die nötigen Kompetenzen, um sich auch in unvertrauten und hochkomplexen Situationen eigenständig zu orientieren und sicher zu handeln.

Anne Marie Schirmer: Ein weiterer Schwerpunkt ist die ganzheitliche Fallsteuerung. Patient:innen werden nicht isoliert betrachtet, sondern immer in ihrem familiären und sozialen Umfeld. Auf dieser Grundlage können nachhaltige und wertschätzende Versorgungs- und Beratungskonzepte entwickelt werden.

Die Weiterbildung befähigt Fachpersonen zudem, Veränderungsprozesse und innovative Versorgungskonzepte im eigenen Praxisumfeld zu initiieren, zu planen und nachhaltig umzusetzen. Sie lernen damit nicht nur, innerhalb bestehender Strukturen zu handeln, sondern diese Strukturen auch aktiv weiterzuentwickeln.

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