Stillfreundliche Schweiz? Eine ZHAW-Studie liefert 12 Handlungsempfehlungen
Die Schweiz hat Nachholbedarf beim Thema Stillen. Das zeigt eine neue Studie der ZHAW, die am 3. Juli 2026 erstmals öffentlich vorgestellt wurde. Im Rahmen des Projekts «Becoming Breastfeeding Friendly Switzerland» wurden 12 konkrete Handlungsempfehlungen für die Schweiz erarbeitet, um die Stillfreundlichkeit in der Schweiz nachhaltig zu verbessern.
An der ZHAW Gesundheit kamen am 3. Juli 2026 Fachpersonen aus Politik, Wissenschaft und Praxis zusammen, um die Ergebnisse des Projekts «Becoming Breastfeeding Friendly Switzerland» zu diskutieren.
Einblick in das BBF-Projekt
Das Projekt wurde unter der wissenschaftlichen Leitung der ZHAW sowie der administrativen und finanziellen Unterstützung der Familie Larsson-Rosenquist Stiftung erstmals in der Schweiz durchgeführt. Grundlage war das standardisierte Verfahren «Becoming Breastfeeding Friendly» (BFF) der Yale School of Public Health, das einen internationalen Vergleich ermöglicht.
Das ZHAW-Forschungsteam führte eine Literaturrecherche sowie Expert:inneninterviews durch. Die daraus gewonnenen Daten wurden vom Team ausgewertet, aufbereitet und einem Expert:innengremium zur Verfügung gestellt, das anschliessend die Beurteilung (Scoring) vornahm. Aus der Beurteilung wurden Lücken identifiziert und daraus 12 Handlungsempfehlungen für die Schweiz abgeleitet.
Es braucht eine nationale Stillstrategie
Die Rahmenempfehlung des BBF-Projekts der ZHAW lautet: Entwicklung einer nationalen Stillstrategie. Es soll eine nachhaltige, nationale Strategie und ein nationaler Aktionsplan zur Stillförderung mit Leitbild, SMART-Zielen, interdisziplinärer Zusammenarbeit, öffentlicher Kommunikation, Kontrollmechanismen und WHO-Kodex-Einhaltung entwickelt werden.
Bestehende Organisationen wie Stillförderung Schweiz, LactaSuisse und weitere Fachnetzwerke sollen in die Entwicklung der Stillstrategie involviert werden.