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Becoming Breastfeeding Friendly Schweiz (BBF-Projekt)

Um das Stillen in der Schweiz zu fördern, wurde die stillfreundliche Umgebung anhand des standardisierten Verfahrens «Becoming Breastfeeding Friendly» beurteilt. Auf Basis der gescorten Benchmarks wurden Massnahmen entwickelt, die in der Schweiz umgesetzt werden sollen.

Ergebnis

Der Becoming Breastfeeding Friendly Index der Schweiz lag mit Daten aus dem Jahr 2024 bei 1.1. Das stillfreundliche Umfeld in der Schweiz wurde daher als moderat eingestuft. Die Gears Anwaltschaft, Gesetzgebung, Bildung & Stillberatung und Forschung & Evaluation wurden als moderat beurteilt. Als schwache Gears wurden der Politische Wille, die Finanzierung wie auch die Werbung eingestuft. Kein Gear wurde als inexistent beurteilt. Die Expert:innen formulierten eine Rahmenempfehlungen «Entwicklung einer nationalen Stillstrategie», sowie elf weitere Empfehlungen.

Beschreibung

Ausgangslage

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt das ausschliessliche Stillen während den ersten sechs Lebensmonaten (WHO, online). Die Swiss Infant Feeding Study (Juvalta et al. 2025) hingegen zeigte, dass Frauen in der Schweiz im Median 17.4 Wochen ausschliesslich stillen. Diese Dauer lagt demnach deutlich unter den internationalen Empfehlungen. Zudem bewertete die World Breastfeeding Trends Initiative (WBTi) die Stillförderung in der Schweiz im Jahr 2020 als entwicklungsbedürftig, da politische Massnahmen und Programme nur 48 von 100 möglichen Punkten erreichten (WBTi, 2020).

Diese Ergebnisse verdeutlicthen den dringenden Handlungsbedarf zur Verbesserung des Stillumfelds und der Stillpraktiken. Eine umfassende systematische Analyse der Stillumgebung in der Schweiz was erforderlich, um gezielte Massnahmen zur nachhaltigen Förderung des Stillens zu entwickeln und umzusetzen.

Zielsetzung

Das Ziel des Becoming Breastfeeding Friendly (BBF) Schweiz Projekts war, die Stärken und Schwächen der stillfreundlichen Umgebung in der Schweiz zu identifizieren und Empfehlungen sowie Prozesse zur Ausweitung der Stillstrategien und -programme zu entwickeln. Es sollten konkrete Massnahmen abgeleitet werden, um die Stillrate in der Schweiz nachhaltig zu erhöhen.

Methode und Vorgehen

Unter der wissenschaftlichen Leitung der ZHAW, sowie der administrativen und finanziellen Unterstützung der Familie Larsson- Rosenquist Stiftung wurd dieses Projekt erstmals in der Schweiz umgesetzt. Die BBF-Initiative wurde von der Universität Yale mit dem Ziel entwickelt, ein globales Scaling-up der Stillförderung zu ermöglichen. Die Beurteilung erfolgt anhand von acht Hauptkategorien:

  • Anwaltschaft
  • Politischer Wille
  • Gesetzgebung
  • Finanzierung
  • Bildung und Stillberatung
  • Werbung
  • Forschung und Evaluation
  • Zielsetzung und Koordination

Die Benchmarks in diesen Kategorien wurden in insgesamt drei Sitzungen durch Expert:innen bewertet. In zwei weiteren Sitzungen wurden gezielte Massnahmen zur Stillförderung in der Schweiz erarbeitet. Zur Datenerhebung wurden eine Literatur- und Dokumentenanalyse, sowie teilstrukturierte qualitative Interviews durchgeführt.

Nutzen

Die vorliegende Studie analysierte die Stillumgebung in der Schweiz umfassend. Basierend auf den Empfehlungen des Expert:innengremiums können zukünftig gezielte Massnahmen zur Förderung des Stillens implementiert werden. Langfristig könnte dies zu einer Erhöhung der durchschnittlichen Stilldauer von Frauen in der Schweiz beitragen.

Eckdaten

Projektleitung

Projektteam

Carola Baumgartner, Aline Seeger, Christelle Kaech (Haute école de santé Vaud HESAV)

Projektpartner

Familie Larsson-Rosenquist Stiftung; Haute école de santé Vaud HESAV

Projektstatus

abgeschlossen, 03/2025 - 07/2026

Institut/Zentrum

Institut für Hebammenwissenschaft und reproduktive Gesundheit (IHG)

Drittmittelgeber

Stiftung

Projektvolumen

109'696 CHF