Mein Mastermodul in A Coruña – zwei Wochen zwischen Studium und Atlantik
Für das vierte Modul meines Europäischen Master of Science in Ergotherapie reiste ich gemeinsam mit meinen Mitstudierenden nach A Coruña. In meinen Fotos nehme ich euch mit auf eine Reise durch zwei intensive, lehrreiche und sehr persönliche Wochen an der spanischen Atlantikküste.
Im Herbst vor einem Jahr startete ich den Europäischen Master of Science in Ergotherapie. Das erste Modul fand an der University of Brighton statt, gefolgt von einem Modul an der Amsterdam University of Applied Sciences und im März dieses Jahres einem weiteren an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur. Für das vierte Modul reiste ich diesen Juni gemeinsam mit meinen Mitstudierenden nach A Coruña an die Universidade da Coruña. Gern teile ich ein paar Eindrücke von diesem besonderen Aufenthalt an der spanischen Atlantikküste.
Body Mapping
In der ersten Woche lernten wir die Methode des Body Mapping kennen. Dabei können Menschen ihre Erfahrungen, Gedanken und Gefühle nicht nur mit Worten, sondern auch durch Bilder, Symbole und Zeichnungen ausdrücken. Gerade für Menschen, die sich nicht gerne ausschliesslich verbal mitteilen, können kreative Methoden einen zugänglicheren Raum schaffen, um persönliche Erfahrungen sichtbar zu machen. Wir diskutierten auch darüber, wie Body Mapping in der ergotherapeutischen Praxis eingesetzt werden kann – etwa als alternative Ausdrucksform für Klient:innen.
Exkursion
An diesem strahlenden Tag besuchten wir die NGO Ecos do Sur, die Migrant:innen in rechtlichen und integrativen Belangen unterstützt. Mithilfe eines 3D-Videos erlebten wir, mit welchen Herausforderungen Menschen nach ihrer Ankunft in einem neuen Land konfrontiert sein können und welche Hürden sie überwinden müssen, um sich zugehörig zu fühlen. Der Besuch knüpfte direkt an das Thema unseres Mastermoduls an: soziokulturelle Perspektiven auf menschliche Betätigung.
Vorlesung
In dieser Vorlesung ging es um Literaturrecherche. Obwohl wir dieses Thema bereits im Bachelorstudium behandelt hatten, war der Unterricht sehr hilfreich. Durch unsere inzwischen gewonnene Praxiserfahrung konnten wir die Inhalte besser einordnen und gezielter davon profitieren. Natalia Rivas-Quarneti, unsere Dozentin, führte uns Schritt für Schritt und sehr strukturiert durch den gesamten Prozess. Dadurch wirkte eine Literaturrecherche weniger überwältigend und wir konnten die einzelnen Schritte mit Sicherheit angehen.
Feierabend
Bei einem kühlen Getränk genossen wir den Sonnenuntergang und liessen den Tag Revue passieren. Wir sprachen darüber, was wir gelernt hatten, und diskutierten kritisch, welchen Unterrichtsinhalten wir zustimmten und welchen nicht. Dabei zeigten sich innerhalb der Gruppe sehr unterschiedliche Standpunkte. Gleichzeitig konnten wir diese Unterschiede respektieren und wertschätzen. Gerade das war eine schöne Verbindung zu dem, was wir über unterschiedliche Perspektiven gelernt hatten: Sie müssen nicht bedeuten, dass eine Person «richtig» und die andere «falsch» liegt. Vielmehr können wir voneinander lernen.
Surfen
Am Wochenende mieteten wir Surfboards und gingen zu dritt surfen – eine Aktivität, die auch zu meinen persönlichen Hobbys gehört. Während wir im Wasser waren, blieb der Rest unserer Klasse am Strand, schaute zu und feuerte uns begeistert an. Das war ein echtes Highlight. Solche gemeinsamen Erlebnisse ausserhalb des Studiums stärkten unsere Beziehungen und wurden zu einem wichtigen Teil unserer internationalen Lernerfahrung.
Hausaufgaben
Manchmal liessen wir am Abend in unserer Wohngemeinschaft die Geselligkeit vorgehen, sodass einige von uns nicht dazu kamen, ihre Hausaufgaben abzuschliessen. Kurzerhand nutzten wir am nächsten Morgen die Busfahrt zur Universität, um die Aufgaben fertigzustellen.
Talentshow
Während unseres Aufenthalts hatten drei Studierende Geburtstag. Deshalb organisierten wir einen besonderen Abend mit einer Talentshow. Die Idee dazu war bereits im vorherigen Modul in der Schweiz entstanden. Die Beiträge waren ganz unterschiedlich: vom Einstudieren eines Tanzes über das Erraten von Kinderfotos der Mitstudierenden bis hin zum Singen eines Liedes. Alle brachten etwas zu essen und zu trinken mit – und so verbrachten wir gemeinsam einen grossartigen Abend am Strand.
Farewell
Am letzten Wochenende genossen wir gemeinsam in einem Café einen ausgiebigen Brunch. Wir nutzten die Gelegenheit, unsere Erinnerungen an die vergangenen zwei Wochen noch einmal gemeinsam Revue passieren zu lassen.
Bevor wir alle wieder in verschiedene Richtungen nach Hause reisten, machten wir dieses Foto – und hielten damit eine ganz grossartige Zeit fest, in der wir nicht nur viel gelernt, sondern auch viele gemeinsame Erinnerungen geschaffen haben.