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Gesundheit

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Punkrock, Kaffeesatz und Biss für die Pflege

Ende Juli geht Prof. Dr. Katharina Fierz, langjährige Leiterin des Instituts Pflege, in den Ruhestand. Bei ihrem Abschiedsfest am 25. Juni 2026 würdigten Wegbegleiter:innen ihr Engagement für die Pflege und ihren prägenden Einfluss auf das ZHAW Departement Gesundheit. Doch wer ist die Frau, die über Umwege zu ihrer Berufung fand, stets den Dialog suchte und sich zugleich nicht scheute, auch einmal anzuecken?

Immer mehr festlich gekleidete Gäste strömten in den Hörsaal, in dem eine ausgelassene Stimmung herrschte. Alle waren gekommen, um sich von Prof. Dr. Katharina Fierz, Leiterin des Instituts Pflege, zu verabschieden – einer geschätzten Kollegin und Chefin, die das Departement Gesundheit über viele Jahre geprägt hat.

Über Umwege zum Ziel

Prof. Dr. Katharina Fierz hat nie den direkten Weg gewählt und ist damit – wie sie selbst sagt – gut gefahren. So versuchte es die vielseitig interessierte Maturandin zuerst mit der Anglistik und der Biologie, bevor sie – teils freiwillig, teils unfreiwillig – die akademische Welt vorerst verliess und sich zur Pflegefachfrau Psychiatrie an der PUK Zürich ausbilden liess. Wie sich zeigen sollte, war es die richtige Entscheidung: «Pflege ist einer der spannendsten Berufe, die ich kenne. Wer sich auf sie einlässt, wagt etwas und bekommt viel zurück», sagt sie rückblickend – nach über 30 Jahren im Pflegebereich.

Nach zehn Jahren in der Pflegepraxis an der PUK Zürich entschied sich Katharina Fierz für ein Studium im damals neu gegründeten Studiengang Pflegewissenschaft an der Universität Basel und doktorierte später an derselben Universität. Dr. Dunja Nicca, Lehrbeauftragte am Institut für Pflegewissenschaft der Universität Basel, erinnert sich an diese Zeit: «Katharina hatte das Talent, Zusammenhänge schnell zu erkennen und kritische Fragen zu stellen, die selbst gestandene Forscher ins Schwitzen brachten.» Dabei sei es aber auch immer sehr lustig mit ihr gewesen – zum Beispiel, wenn sie ihren Mitstudent:innen die wildesten Zukunftsperspektiven aus dem Kaffeesatz voraussagte.

Kritische Denkerin und Mitgestalterin des akademischen Wegs

Als erfolgreiche Forscherin befasste sich Katharina Fierz mit Themen wie HIV, neuen Versorgungsmodellen und der Hepatitis-C-Prävention. Später leistete sie wichtige Grundlagenarbeit für die interprofessionelle Entwicklung der Advanced Practice Rolle, wofür sie 2016 mit dem SAMW Award ausgezeichnet wurde. «Im Zentrum von Katharinas Forschung ging es immer um den Menschen und die Frage, wie sich tragfähige Lösungen für schwierige Lebenssituationen finden lassen», sagt Dunja Nicca. Zudem habe sie viel dazu beigetragen, dass die akademische Pflege heute selbstverständlich ist. Das war nicht immer so: Fragen wie «Kann man das studieren?» hätten Katharina regelrecht in Rage versetzt. Dann griff sie auch schon einmal zum Stift und schrieb einen bissigen Leser:innenbrief.

Der Pflege eine Stimme geben

Katharina Fierz setzte sich mit Temperament und Kampfgeist dafür ein, dass die Pflege in der Öffentlichkeit sichtbar wird und ein zeitgemässes, differenziertes Image erhält. Dafür nahm sie in Kauf, bisweilen als unbequem wahrgenommen zu werden: «Pflege muss sich einmischen», davon war sie stets überzeugt. 

Auch ihre Kolleg:innen am Departement Gesundheit erlebten sie als diskussionsfreudig, scharfsinnig und humorvoll. 2018 trat sie an der ZHAW die Nachfolge von Heidi Longerich an und übernahm die Leitung des Instituts Pflege, dessen Weiterentwicklung sie in den acht Jahren ihrer Tätigkeit entscheidend prägte. Von 2023 bis 2025 wirkte sie zudem als stellvertretende Direktorin des Departements Gesundheit. «Katharina war für mich immer das Sinnbild von cooler Führung. Sie ist kompetent, tiefenentspannt, ohne Eitelkeit – und manchmal auch so richtig schön frech», sagt Prof. Dr. Christiane Mentrup, Leiterin des Instituts für Ergotherapie und Mitglied der Departementsleitung.

Musik, Film und Poesie

Mit viel Humor führten die beiden Cellisten und Komödianten Alain Schudel und Daniel Schaerer von «Duo Calva» durch den Abend. Sie boten ein Bühnenprogramm, das selbst die heimlichsten Talente von Katharina Fierz nicht unentdeckt liess – zum Beispiel, dass sie früher einmal in einer Punkrock-Band gespielt hat. Für viele Lacher sorgten auch die Darbietungen ihrer Mitarbeiter:innen, die extra für den Anlass einen Film gedreht hatten und die gemeinsame Zeit mit ihrer langjährigen Chefin nochmals Revue passieren liessen. Zum Abschluss trug Katharina Fierz ein selbst verfasstes Gedicht vor, in dem sie auf ihre Berufslaufbahn zurückblickte und sich herzlich von ihren Kolleg:innen verabschiedete.

Wir danken Katharina Fierz für ihr grosses Engagement für die Pflege und die ZHAW und wünschen ihr für ihren neuen Lebensabschnitt alles Gute. Ab August übernimmt Dr. Anna-Barbara Schlüer die Leitung des Instituts Pflege. Wir heissen sie schon jetzt in ihrer neuen Rolle herzlich willkommen.