Projekte so vielfältig wie die Ergotherapie
Während elf Wochen setzten Ergotherapiestudierende im Modul «Projektwerkstatt: Betätigung ermöglichen» Projekte mit Klient:innen um. Sie entwickelten Hilfsmittel, Workshops, Leitfäden, Buchkapitel, Videos, Podcasts, einen E-Rollstuhlparcours und vieles mehr. Am 30. April 2026 gaben die Studierenden am Departement Gesundheit Einblick in ihr Schaffen.
Ganze 51 Projekte realisierten Ergotherapiestudierende dieses Jahr im Modul «Projektwerkstatt: Betätigung ermöglichen». Trotz der Themenvielfalt stand in allen Projekten das im Zentrum, was Ergotherapie ausmacht: das Ermöglichen von Betätigung – sei es für Jugendliche, die der Schule fernbleiben, für Senior:innen in ihrem Wohnumfeld oder für Geflüchtete im Asylzentrum. Am 30. April 2026 präsentierten die Student:innen ihre Ergebnisse am Departement Gesundheit der ZHAW.
Projekte in Zusammenarbeit mit der Praxis
Viele der Projektideen wurden von Institutionen aus der Praxis eingebracht, andere Projekte entstanden in enger Zusammenarbeit mit Praxispartner:innen. Welchen Nutzen solche Projekte stiften, zeigen die folgenden Beispiele – ebenso wie die Medienbeiträge weiter unten:
Beinlagerungsbrett für Kinder im Rollstuhl
Wie kann ein einfaches Hilfsmittel den Alltag von Kindern und Jugendlichen nach einer Hüftoperation erleichtern? Diese Frage stand am Anfang des Projekts von Sarah Amstutz und Anastasia Charczuk. Im Auftrag der Kinder-Reha des Kinderspitals Zürich sollten sie ein Beinlagerungsbrett entwickeln, das an die Grösse des Kindes sowie verschiedene Rollstuhltypen angepasst werden kann. Trotz verschiedener Herausforderungen gelang es ihnen, ein bestehendes Beinbrett zu adaptieren und dem Ergotherapeut:innen-Team wertvolle Erkenntnisse zu liefern.
Optimierte Gruppenräume für die Psychiatrie
In ihrer kombinierten Bachelor- und Projektarbeit erarbeiteten Elisca Riedwyl und Melinda Tresch für die PUK Zürich Handlungsempfehlungen für die evidenzbasierte Gestaltung von Gruppenräumen nach dem ergotherapeutischen Konzept «Zugehörigkeit erleben – Perspektiven schaffen» (ZEPS). Die Räume sollen bereits durch ihre Gestaltung zu Aktivität und Teilhabe anregen und alltagsnah umgesetzt sein.
ÖV-Training für Kinder mit unsichtbarer Beeinträchtigung
Wie können Kinder mit einer nicht sichtbaren Behinderung wie Hör- oder Sehbeeinträchtigung oder Autismus-Spektrum-Störung selbständig mit dem ÖV fahren? Mit dieser Frage beschäftigten sich Alena Imseng, Tania Oliveira und Anna Garavaglia im Auftrag des Bildungszentrums Landenhof. Sie entwickelten ein flexibles, individualisiertes ÖV-Trainingskonzept mit Arbeitsblättern und Workshops und erprobten es mit verschiedenen Kindern.
Verständnis für Menschen mit Hirnverletzung
Im Austausch mit Menschen mit Hirnverletzung und FRAGILE Aargau/Solothurn Ost erarbeiteten Celina Scheibli und Rebekka Schnellmann ein interaktives Buch für Kinder zwischen fünf und zehn Jahren. Verschiedene Aufgaben helfen den Kindern, die Auswirkungen einer Hirnverletzung spielerisch nachzuvollziehen und besser zu verstehen.
Videos und Podcast
In verschiedenen Projekten entstanden auch zahlreiche Medienprodukte – darunter:
Beeindruckende Projektskills
So unterschiedlich die präsentierten Projekte auch sind – eines verband sie alle: die professionelle, klient:innenzentrierte Herangehensweise der Studierenden. Von der ersten Idee bis zur Umsetzung arbeiteten sie mit Methoden des Human Centred Design Thinking und projektbasierten Tools, die sie während des gesamten Bachelorstudiums kennenlernen und anwenden. Die Studierenden lernen, Herausforderungen gemeinsam mit Klient:innen und Praxispartner:innen zu analysieren, rasch erste Lösungsansätze zu entwickeln und diese iterativ weiterzuentwickeln.