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Gesundheit

Gemeinsam für Praktikumsplätze einstehen

Die Lücke zwischen den erforderlichen und den tatsächlich verfügbaren Praktikumsplätzen für die Ausbildung von Ergotherapeut:innen wird bei steigenden Studierendenzahlen zunehmend grösser. Umso wichtiger ist es, jetzt gemeinsam Lösungen zu finden: Das Institut für Ergotherapie hat erste Gegenmassnahmen ergriffen.

Mit der Erhöhung der Studierendenzahlen auf 120 pro Jahr im Herbst 2023 stieg der Bedarf an Praktikumsplätzen im Bachelorstudiengang Ergotherapie der ZHAW um rund 40 Prozent. Gemäss Beschluss des Zürcher Regierungsrats soll dieser Bedarf künftig weiter steigen – auf 150 Studierende pro Jahr. Dem gegenüber stehen jedoch die tatsächlich verfügbaren Praktikumsplätze, die mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten.

Stagnierende oder rückläufige Praktikumsangebote

Trotz intensiver Bemühungen um Praktikumsplätze stagnieren die Angebote oder sind gar rückläufig. Nicole Markwalder, Verantwortliche Praxismodule an der ZHAW, betont: «Bei gleichbleibendem Angebot werden uns 2027 zwischen 60 und 75 Praktikumsplätze fehlen – und dies, obwohl wir neue Praktikumspartner:innen gewinnen konnten.»

Gründe für knappes Angebot

Nicole Markwalder erläutert, dass die Kantone ihren Betrieben unterschiedliche Vorgaben machen bezüglich ihrer Ausbildungsverpflichtungen und der Entschädigung entsprechender Ausbildungsleistungen. So haben im Kanton Zürich die Kapazitäten für die Ergotherapieausbildung in «Listenspitälern» abgenommen. Für Ergotherapiepraxen ist die Praktikumsausbildung zudem eine spürbare finanzielle Belastung, da sie keine Ausbildungsentschädigungen erhalten.

Bislang konnten kleine Praxen an der ZHAW vom Lohnpool für die Ergotherapiestudierenden profitieren, der die Praktikumsentschädigungen zwischen kleinen und grossen Betrieben ausglich. Seit diesem Jahr darf das Institut für Ergotherapie diesen Pool aus rechtlichen Gründen jedoch nicht mehr betreiben. Das Festlegen und Entrichten der Löhne liegt nun vollständig bei den einzelnen Praktikumsbetrieben.

Nicht zuletzt besteht zusätzliche Konkurrenz um Praktikumsplätze durch den neuen Bachelorstudiengang in Ergotherapie an der OST.

Vorübergehende Reduktion der Studienplätze

Das Manko an Praktikumsangeboten hat direkte Auswirkungen: Der Bachelorstudiengang Ergotherapie musste seine Studierendenplätze vorübergehend reduzieren – auf 90 Vollzeit- und 9 Teilzeitstudierende mit Start im Herbst 2026.

«Dies bedauern wir sehr, da wir im Vergleich zu den vergangenen vier Jahren einen Rekord an Bewerber:innen für das Ergotherapie-Studium hatten», sagt Co-Studiengangleiterin Maren Kneisner.

Kontaktieren Sie uns bei Ideen!

Das Institut für Ergotherapie arbeitet weiterhin mit Hochdruck an einer Verbesserung der Situation und prüft neue Wege, um zusätzliche Praktikumsmöglichkeiten zu schaffen – etwa durch Role-Emerging Placements (REP) oder im Bereich der Forschung. Gleichzeitig ist klar: Ohne das Engagement der Praxis wird es nicht gehen.

Nicole Markwalder unterstreicht: «Wir sind und bleiben auf die Unterstützung engagierter Praxispartner:innen angewiesen. Wer eine Idee für eine Praktikumsstelle hat – auch erste Ansätze – ist herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden.»