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Projekte

Zusammen mit Partnern aus der Wirtschaft und unterstützt durch die schweizerische Agentur für Innovationsförderung Innosuisse konnten verschiedene Projekte realisiert werden.

Carbon Beton

Modulares Brückensystem «CPC Carbo» mit beliebiger Grundrissform

Ein modulares Brückensystem, dessen Fahrbahn aus einer CPC-Betonplatte mit fest verbundenen Carbonunterzügen besteht, wird derzeit entwickelt.

Das System ist für Fussgänger- und Fahrradbrücken mit Unterhaltsfahrzeugen konzipiert. Es ist für eine Serienproduktion ausgelegt und passt sich verschiedenen Brückenmassen und Ausführungswünschen an. Die Betonfahrbahn schützt zudem die Carbonträger vor Umwelteinflüssen sowie mechanischer Beschädigung.

Die U-förmigen Carbonträger werden im Vacuum-Assisted-Resin-Infusion-Verfahren hergestellt. Die Breite ist vorgegeben, Lagenaufbau und Trägerhöhe werden auf das Bauvorhaben angepasst. Die Träger werden sorgfältig zugeschnitten und die Rechteckverzahnung der Kanten für die Verbindung mit der CPC-Platte erstellt.

Auf der Fahrbahnunterseite werden feine, konturierte Schlitze eingefräst. Die Verzahnungen der Carbonträger werden in den Schlitzen positioniert und Freiräume mit einem hochfesten Vergussmörtel aufgefüllt. Der Lastabtrag erfolgt durch eine mechanische Verzahnung über die Kontaktflächen der Zähne.

Die Leichtigkeit des Brückensystems ist auch für die Fundation vorteilhaft: Ersatzbrücken können die Originalfundamente weiterverwenden, Neubaubrücken benötigen nur eine einfache CPC-Betonplatte zur Lastverteilung, auf die die Brücke bei der Auslieferung abgesetzt wird.

Die leichteste Betonbrücke der Welt steht seit Oktober 2016 in Winterthur

Anfang des Jahres 2016 musste die bestehende Fussgänger- und Fahrradbrücke über die Eulach zwischen dem zhaw Campus Technikum und der Kantonschule Büelrain gesperrt werden. Wasser, das zwischen den einzelnen Betonbohlen des Brückendecks hinunterlief, hatte zu grossen Korrosionsschäden an den Stahlhauptträgern geführt, so dass die Brücke die erforderliche Tragsicherheit nicht mehr aufwies.

Für die neue Brücke wurde ein etwas aussergewöhnlicher Sanierungsvorschlag der Bauingenieure der zhaw Forschungsgruppe Faserverbundkunststoff umgesetzt: Das alte Brückendeck  aus 120mm dicken Betonbohlen wurde entfernt. Die Stahlhauptträger wurden etwas eingekürzt und dienen in Zukunft noch als Traggerüst für die verschiedenen Werkleitungen, die unter der Brücke die Eulach queren.

Über die alten Stahlträger wurde ein Tisch aus einer 40mm dicken Betonbrückenplatte mit einem darunter liegenden 32cm hohen Rahmen gesetzt. Die Längs- und Querstege des Rahmens wurden ebenfalls aus 40mm dicken Betonplatten ausgeschnitten und bestehen jeweils aus zwei miteinander verklebten Betonbrettern. Zwischen die Längsstege wurde zusätzlich noch je eine Carbonlamelle eingeklebt.

Die Brückenplatte ist mit den Stegen über speziell angefertigte Senkkopfmuttern aus Edelstahl verschraubt und über die gesamte Länge verklebt. Die Verbindungstechnik wurde durch die Fachgruppe FVK zusammen mit der Firma Silidur AG entwickelt.

Zur Anwendung kommt die CPC-Platte - diese sehr dünne, mit Carbon vorgespannte Betonplatte kommt ohne Stahlarmierung aus. Dadurch ist die neue Brücke nicht korrosionsanfällig, schützt die Stahlträger und Werkleitungen zuverlässig vor direkter Bewitterung und sorgt für eine lange Lebensdauer des gesamten Bauwerkes. Blickfang ist das Brückengeländer aus Chromstahlstaketen mit einem darüber liegendem CPC-Handlauf. Im Zug der Sanierung konnte die Geländerhöhe auch den gültigen Normen entsprechend auf eine Höhe von 1.10m angepasst werden.

Uferpromenade Unterägeri

Gemeinsam mit der Silidur AG und mit finanzieller Unterstützung durch die schweizerische Agentur für Innovationsförderung Innosuisse (ehem. KTI) entwickelte die Fachgruppe dünne, vorgespannte Platten aus carbonbewehrtem Beton. Bei der Neugestaltung der Uferpromenade der Gemeinde Unterägeri wurden die Platten erstmals eingesetzt und dienen als Belag für einen Steg und eine historische Bogenbrücke.

Carbon Strukturen

Rietbergmuseum Zürich

Der Architekt Shigeru Ban hat für das Rietbergmuseum in Zürich einen Sommerpavillon entworfen. Eine Membran überspannt die Fachwerkträger aus Carbon, die auf Säulen aus Karton ruhen.

Dieser ungewöhnliche Pavillon steht seit 2013 jeden Sommer im Park vor der Villa Wesendonck und bietet den Besuchern des Cafés mit seiner offenen Tragstruktur einen eindrücklichen Raum.

Die Fachgruppe FVK konnte die Entwicklungsarbeiten für die speziellen, aus Carbon-Halbschalen zusammengesetzten Fachwerkträger unterstützen und führte Versuche zu den tragenden Klebeverbindungen durch.

Glas Composite Strukturen, GFK

SBB Lärmschutzwandpfosten

Die Pfosten von Lärmschutzwänden sind aggressiven Medien wie Tausalzen und Abgasen im Strassenverkehr oder Kriechströmen im Bahnverkehr ausgesetzt. Beim Einsatz von Stahlprofilen ist trotz hohem Korrosionsschutz mit mittelfristigem Unterhalt aber auch Ersatz zu rechnen.

Mit den Partnern swissfiber und F. Preisig AG entwickelte die Fachgruppe einen Pfosten aus einem pultrudierten, glasfaserverstärkten Kunststoff GFK.

Durch optimale Wahl des Trägerquerschnitts und den genau berechneten Laminataufbau, konnte ein Profil entwickelt werden, das die strengen Vorgaben der SBB erfüllt und wirtschaftlich attraktiv ist.

Die Pfosten zeichnen sich durch eine hohe Korrosionsbeständigkeit und Alkalibeständigkeit aus und sind nicht elektrisch leitend. Die deutlich leichteren Pfosten können daher sicher von Hand neben dem Bahntrassee eingebaut werden. Vorteilhaft ist auch die schnelle Montage, da die Träger direkt einbetoniert werden können.

swissfiber deck 04

Zusammen mit der swissfiber AG entwickelte die Fachgruppe FVK das multifunktionale Konstruktionsprofil deck 04. Dieses Mehrkammerprofil besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff und wird durch Pultrusion hergestellt.

Wegen der Korrosionsbeständigkeit und Rutschfestigkeit wird es vornehmlich als Belagsprofil für Stege und Fussgängerbrücken oder für Abdeckungen eingesetzt. Insbesondere bei kurzen Spannweiten bis 8m kann das Profil jedoch auch allein als Träger eingesetzt werden. Die Fachgruppe FVK untersucht auch das Langzeitverhalten der Profile in Dauerlastversuchen.

Schecobrücke Winterthur

Bei der Schecobrücke Winterthur wurde das Platten-Scheiben-Modul PSM erstmals mit Plattentragwirkung eingesetzt.

Die 18m lange und 3m breite Brücke wird von einem leicht gebogenen Parallelfachwerk gebildet. Das Plattenmodul übernimmt nicht nur die Funktion der Fahrbahnplatte, sondern dient gleichzeitig als Untergurt für das Haupttragwerk. Der Obergurt und die Streben der Fachwerke sind in Stahl ausgeführt.

Die Brücke wurde komplett im Werk gefertigt und auf der Baustelle mit einem mobilen Kran auf die Widerlager gehoben.

Passerelle Magglingen

Als erste Anwendung mit Scheibentragwirkung wurde das Platten-Scheiben-Modul PSM bei einer kleinen Fussgängerbrücke am Grand Hotel Magglingen eingesetzt.

Das Dach der Hotelvorfahrt und die anschliessende Brücke bestehen aus transluzenten grünen Glasfaser Composite Elementen. Dach und Brücke wirken wie ein räumlich gefaltetes Band, sind jedoch statisch unabhängig.

Die Fussgängerbrücke ist als einfacher Balken über zwei Stützen gespannt. Die Seitenwände bestehen aus jeweils einem PSM-Modul, das durch die statische Höhe von 1.60 m als Scheibe wirkt.

Schweizerische Landesausstellung EXPO.02 - Brücke zur Wolke

An der Schweizerischen Landesausstellung EXPO.02 in Yverdon konnte die Fachgruppe FVK die Entwicklung von drei Bauwerken wissenschaftlich begleiten: ein Dach, eine begehbare tragende Struktur und zwei Brücken aus Faserverbundkunststoff.

Schweizerische Landesausstellung EXPO.02 - Angelbar

Alle drei innovativen Strukturen wurden in transluzenter Bauweise ausgeführt. Es wurden Konzepte erarbeitet und Versuche durchgeführt. Noch heute wird mittels Messungen an einer Versuchsbrücke und an Versuchskörpern das Verhalten der Bauteile unter Langzeiteinflüssen untersucht.

Schweizerische Landesausstellung EXPO.02 - Forum Soft

Das Forum Soft überspannt eine Fläche von ca. 40m x 300m und verschiedene Ausstellungen. Das Dach ist aus über 24‘000 4m bis 12m langen Elementen zusammengesetzt. Dabei wurden rund 200‘000kg Glasfaserkunststoff verarbeitet.