Eingabe löschen
Zum Inhalt

Hauptnavigation

Gesundheit

Servicenavigation

Hinter den Kulissen: Linda Abegg

Das Bachelorstudium Gesundheitsförderung und Prävention hat Linda Abeggs Verständnis von Gesundheit grundlegend verändert. Heute ist sie als wissenschaftliche Assistentin selbst im Studiengang tätig und arbeitet an Lehrveranstaltungen oder der externen Kommunikation mit. Als Absolventin mit Berufserfahrung im Bereich Prävention sieht sie sich als Bindeglied zwischen Studierenden, Dozierenden und Praxis.

Zur Person

Linda Abegg ist seit Sommer 2024 als wissenschaftliche Assistentin im Bachelorstudiengang Gesundheitsförderung und Prävention und in der Forschung am Institut für Public Health tätig. Vor ihrer Anstellung am ZHAW-Institut für Public Health arbeitete sie als Fachperson Prävention bei der Suchtprävention Aargau. Ihr Fokus lag dabei auf den Themen digitale Medien, Glücksspiel, Substanzen und häusliche Gewalt. «Im Zentrum meiner Arbeit stand stets die Frage, wie Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen unterstützt, begleitet und gestärkt werden können – sowohl auf individueller als auch auf struktureller Ebene», sagt Linda Abegg. 
Ihre berufliche Laufbahn startete die 27-Jährige im medizinischen Bereich, wo sie als Medizinische Praxisassistentin gearbeitet hat. Von 2018 bis 2021 absolvierte sie den Bachelorstudiengang Gesundheitsförderung und Prävention. Seit Sommer 2025 hat sie zudem ein Masterdiplom in Sozialer Arbeit in der Tasche. «Um soziale Einflussfaktoren, Ungleichheiten und Systeme noch vertiefter zu verstehen, habe ich mich für diesen Master entschieden», sagt Linda Abegg.
Einen Ausgleich zur Arbeit gibt ihr die Zeit mit ihrem Pferd. Die Bewegung in der Natur, die Beziehung zum Tier und die Entschleunigung bilden für sie einen wichtigen Gegenpol zum Arbeitsalltag. «Und sie erinnern mich auch privat immer wieder daran, wie eng Gesundheit mit Lebensqualität, Beziehung und Umwelt verbunden ist.»

Was hat dich im Bachelorstudium GP besonders geprägt? Und wie trägst du als wissenschaftliche Assistentin nun selbst zum Studium bei?


Das Studium hat mich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich stark geprägt. Besonders eindrücklich war für mich der Perspektivenwechsel: weg von einem rein kurativen Verständnis von Gesundheit hin zu einem ganzheitlichen Ansatz, der soziale, psychische und strukturelle Faktoren mit einbezieht. Gesundheit wurde für mich als dynamischer Prozess sichtbar, mit Wechselwirkungen und langfristigen Einflüssen über den gesamten Lebensverlauf hinweg.
Im Studiengang bringe ich mich aktuell auf verschiedenen Ebenen ein: Ich unterstütze Lehrveranstaltungen und bin an Hintergrundarbeiten in der Lehre und der externen Kommunikation – etwa bei Informationsanlässen – beteiligt. Durch meine verschiedenen Rollen und Erfahrungen als Absolventin, Fachperson in der Praxis und Mitwirkende im Studiengangsteam verstehe ich mich als Bindeglied zwischen Studierenden, Dozierenden und Praxis. Zudem darf ich Erfahrungen in der Forschung am Institut für Public Health in unterschiedlichen Projekten sammeln. Diese Erfahrungen kann ich wiederum in die Weiterentwicklung von Studieninhalten einfliessen lassen, was die Verbindung zwischen Forschung, Lehre und Praxis stärkt. 

Für wen findest du die Gesundheitsförderung und Prävention wichtig?

Gesundheitsförderung und Prävention sind für alle Menschen relevant, unabhängig von Alter, Bildung, Herkunft oder aktuellem Gesundheitszustand. Sie beginnen nicht erst, wenn Probleme bereits entstanden sind, sondern setzen früher und in unterschiedlichen Lebenswelten an: in der Familie, Schule, Arbeitswelt oder Freizeit. Für mich ist dabei der Fokus auf die Strukturen zentral: Ungleiche Gesundheitschancen entstehen nicht allein durch individuelles Verhalten, sondern auch durch Rahmenbedingungen, auf die Einzelne nur begrenzt Einfluss haben. Gleichzeitig profitieren Organisationen, Gemeinden und ganze Gesellschaften von wirksamer Prävention. Sie stärkt Ressourcen, reduziert Belastungen und fördert langfristig Lebensqualität sowie soziale Teilhabe. Gesundheitsförderung ist deshalb eine gesellschaftliche Aufgabe.

Wo siehst du allgemein Entwicklungspotential im Feld Gesundheitsförderung und Prävention?

In meiner Wahrnehmung hat sich das Feld in den letzten Jahren merklich weiterentwickelt. So gibt es heute mehr Stellen, Projekte und Organisationen, die die Bedeutung von Gesundheitsförderung und Prävention erkennen und gezielt in diese Bereiche investieren. Gleichzeitig sehe ich weiterhin grosses Entwicklungspotenzial, insbesondere mit Blick auf die fortschreitende Digitalisierung. Diese eröffnet neue Möglichkeiten, um Zielgruppen zu erreichen, Angebote niederschwellig zu gestalten und Gesundheitsinformationen passgenau zu vermitteln. Digitale Medien bringen jedoch auch neue Herausforderungen mit sich, etwa Suchterkrankungen, psychische Belastungen und soziale Ungleichheiten, die gezielt adressiert werden müssen.
Zudem wünsche ich mir eine stärkere Verankerung von Gesundheitsförderung in allen Politikfeldern sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Berufsgruppen, Disziplinen und Betroffenen. Nachhaltige Gesundheitsförderung braucht langfristiges Denken, partizipative Ansätze und den Mut, bestehende Strukturen kritisch zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.

Personenprofil

  • Linda Abegg, Wissenschaftliche Assistentin Bachelor Gesundheitsförderung und Prävention