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School of Management and Law

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Wohnungstausch in der Stadt Zürich

Wohnungstausch kann helfen, Wohnraum effizienter zu nutzen und Fehlbelegungen zu reduzieren. Damit Wohnungstausch sein Potenzial entfalten kann, braucht es jedoch ausreichend Umzugsbereitschaft, ein genügend grosses Tauschangebot sowie passende Anreize und Unterstützungsangebote. Dies zeigt eine aktuelle Untersuchung der ZHAW School of Management and Law im Auftrag der Stadtentwicklung der Stadt Zürich.

Die Lebensqualität in der Stadt Zürich wird von rund 84 Prozent der Bevölkerung als gut bis sehr gut bewertet (Stadt Zürich, 2025). Gleichzeitig zählt das Wohnen zu den zentralen Sorgenfeldern: Über ein Drittel der Befragten aus der Bevölkerungsbefragung 2025 ist mit dem Wohnangebot überhaupt nicht zufrieden, 56 Prozent nennen das Wohnen als eines ihrer grössten Probleme. Die Stadt Zürich prüft aus diesem Grund derzeit verschiedene Lösungsansätze, darunter der Wohnungstausch als potenzielles Instrument zur effizienteren Nutzung des bestehenden Wohnungsbestands mit Entlastungspotenzial für den Wohnungsmarkt. 

Umzugsbereitschaft als Schlüsselfaktor

Der Erfolg eines Wohnungstauschs hängt von einer ausreichend hohen Umzugsbereitschaft ab. Besonders bei  «Best Agers» (55 bis 75 Jahre), bei denen sich Wohnbedürfnisse und Wohnsituation durch Lebensereignisse wie der Auszug der Kinder verändern können, fehlen bislang belastbare Erkenntnisse darüber, welche Massnahmen tatsächliche Umzüge fördern. Die Anreizstrukturen auf der Nachfrage- und Angebotsseite müssten gezielt adressiert und angepasst werden. Gleichzeitig zeigt sich, dass weiterhin Pionierarbeit notwendig ist, da gegenüber bereits bestehenden Wohnungstauschplattformen eine gewisse Skepsis besteht. Diese könne durch Aufklärungs- und Erfahrungsbildung reduziert werden. Eine stärkere Beteiligung institutioneller Wohnungsanbieter könnte Vertrauen schaffen und die Transparenz im Tauschprozess erhöhen, so das Fazit der ZHAW-Untersuchung. 

Institutionelle Eigentümer offen, aber mit klaren Anforderungen

Die befragten institutionellen Wohnungsanbieter stehen Wohnungstauschlösungen grundsätzlich offen gegenüber. Gleichzeitig verweisen sie auf organisatorische und wirtschaftliche Herausforderungen. Insbesondere portfolioübergreifende Tausche zwischen verschiedenen Immobilienanbietern werden aufgrund des zusätzlichen administrativen Aufwands sowie offener Fragen zu finanziellen Ausgleichsmechanismen als komplex eingeschätzt. Als vergleichsweise praktikabel gelten hingegen Lösungen innerhalb des eigenen Wohnungsbestands. Einzelne institutionelle Anbieter setzen bereits heute auf Vormietrechte für bestehende Mietende und ermöglichen damit Wohnungswechsel innerhalb ihres Portfolios.

«Es zeigt sich auch, dass die technische Umsetzung einer Wohnungstauschplattform grundsätzlich gut machbar und vergleichsweise kostengünstig ist. Entscheidend für den Erfolg sind jedoch die notwendigen Begleitmassnahmen. Diese können jedoch – je nach Ausgestaltung – mit relevanten Kosten verbunden sein, etwa im Bereich von Beratungs- oder Unterstützungsangeboten.»

ZHAW-Expertin Selina Lehner 

Kontakt

Selina Lehner
Telefon: +41 58 934 46 82
E-Mail: selina.lehner@zhaw.ch