Fachstelle Social Robotics

«Was, wenn Technologie nicht nur funktional, sondern auch sozial überzeugt? Social Robotics bringt Technologie den Menschen näher und erforscht, wie Roboter sinnvoll und verantwortungsvoll unterstützen können.»
Theresa Schmiedel, Leiterin Fachstelle Social Robotics
Social Robotics, Mensch-Roboter-Interaktion und Faktor Mensch
Wie können Roboter Menschen im Alltag sinnvoll unterstützen? Wie muss die Interaktion zwischen Mensch und Roboter gestaltet sein, damit sie verständlich, sicher und angemessen ist? Wie können Vertrauen, Akzeptanz und Kontrolle in der Mensch-Roboter-Interaktion gefördert werden? Und wie kann Technik so entwickelt werden, dass sie Menschen unterstützt, ohne soziale Beziehungen zu ersetzen oder falsche Erwartungen zu wecken?
Social Robotics beschäftigt sich mit Robotern, die in direkter Interaktion mit Menschen eingesetzt werden und dabei soziale Signale wie Sprache, Gestik, Bewegung oder Blickverhalten berücksichtigen können. Im Zentrum steht nicht nur die technische Funktionalität, sondern auch die Frage, wie Menschen solche Systeme wahrnehmen, verstehen und nutzen. In einem interdisziplinären Zugang mit Perspektiven aus Informatik, Design, Psychologie, Ethik und Sozialwissenschaften werden Lösungen entwickelt, die sich an menschlichen Bedürfnissen, konkreten Nutzungskontexten und gesellschaftlichen Anforderungen orientieren.
Dabei spielen etablierte Methoden aus Bereichen wie Human-Robot Interaction, Human-Centered Design, Usability, Partizipation und empirischer Verhaltensforschung eine wichtige Rolle. So können soziale Roboter nicht nur technisch entwickelt, sondern auch systematisch im Hinblick auf Verständlichkeit, Sicherheit, Akzeptanz, Datenschutz und angemessene Nutzung untersucht werden. Besonders wichtig ist dabei eine transparente Gestaltung: Menschen sollen erkennen können, was ein Roboter kann, wo seine Grenzen liegen und welche Daten in der Interaktion verarbeitet werden.
Mögliches Projektbeispiel – Gestaltung und Evaluation sozialer Roboter in unterstützenden Kontexten
Soziale Roboter können in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden, etwa in Bildung, Pflege, Therapie, Beratung, Empfangssituationen oder Forschung. Entscheidend ist dabei, dass ihr Einsatz sorgfältig auf den jeweiligen Kontext, die beteiligten Personen und die konkreten Ziele abgestimmt wird. Ein zentrales Thema ist die Frage, wie Menschen mit sozialen Robotern interagieren und welche Faktoren diese Interaktion beeinflussen.
In einem Projekt zur Gestaltung und Evaluation sozialer Roboter könnten beispielsweise konkrete Interaktionssituationen untersucht werden: Wie begrüßt ein Roboter eine Person? Wie gibt er Hinweise oder Rückmeldungen? Wie reagiert er auf Unsicherheit, Ablehnung oder fehlende Aufmerksamkeit? Und wie können seine Sprache, Bewegungen und visuellen Signale so gestaltet werden, dass sie nachvollziehbar und nicht irreführend sind?
Mithilfe von Beobachtungen, Interviews, Fragebögen, Usability-Tests und experimentellen Studien lassen sich solche Interaktionen systematisch analysieren. Dabei können sowohl technische Aspekte als auch menschliche Faktoren berücksichtigt werden, etwa wahrgenommene Nützlichkeit, Vertrauen, Verständlichkeit, Kontrollgefühl oder Komfort in der Interaktion. Auf dieser Grundlage können soziale Roboter schrittweise verbessert und besser an reale Nutzungssituationen angepasst werden.
Ziel ist eine verantwortungsvolle Gestaltung von Social Robotics: Roboter sollen Menschen in passenden Situationen unterstützen, ihnen Orientierung geben oder Interaktion erleichtern. Gleichzeitig muss deutlich bleiben, dass sie technische Systeme sind. Eine gute Gestaltung sozialer Roboter berücksichtigt deshalb nicht nur, was technisch möglich ist, sondern auch, was für Menschen sinnvoll, verständlich und gesellschaftlich verantwortbar ist.