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Vorgestellt: Dr. Lea Moliterni, Dozentin im Nachlassfundraising

Ein Interview mit unserer neuen Dozentin Dr. Lea Molterni über Entwicklungen und Trends im Nachlassfundraising.

Dr. Lea Moliterni

Dr. Lea Moliterni, promovierte Historikerin, ist Dozentin im «WBK Nachlassfundraising» und seit über 20 Jahren im Grossspenden-, Philanthropie- und Nachlassfundraising tätig. Beim Zürcher Roten Kreuz baute sie unter anderem den Grossspenden- und Stiftungs-, wie auch den Nachlassbereich auf, wo sie seit über einem Jahrzehnt in wechselnden Funktionen engagiert ist.

Seit 2013 ist sie in der DACH-Region als Dozentin und Speakerin in den Bereichen Nachlass-, Grossspenden- und Relationship-Fundraising tätig und referiert regelmässig an Publikumsveranstaltungen zu den Themen Erbrecht und Vorsorge; Seit 2018 leitet sie die Major-Donor-Fachgruppe bei Swissfundraising und publiziert regelmässig für in- und ausländische Medien. Ehrenamtlich engagiert sie sich unter anderem als Vizepräsidentin einer Schweizer Förderstiftung, ist in mehreren Förder-Beiräten tätig und gründete mehrere gemeinnützige Vereine im Bereich Kultur und Soziales.

Was macht Ihre Begeisterung für das Thema Fundraising aus und weshalb haben Sie sich für eine berufliche Tätigkeit in Philanthropie und Nachlassfundraising entschieden? 

Als es mir das erste Mal gelang, ein grosses Vorhaben durch Spenden zu finanzieren, war ich gerade einmal 13 Jahre alt – und hatte keine Ahnung, dass dies je mein Beruf werden würde. Ich wusste lediglich, dass ich für meinen soeben gegründeten Verein AAJS (Anti-Apartheid Jugend Schweiz) schnellstmöglich viel Geld benötigte und es nur logisch fand, an den Haustüren im Dorf direkt nach grossen Geldsummen zu fragen. Ich wurde quasi direkt Grossspenden-Fundraiserin und bin dieser Disziplin bis heute treu geblieben.

Meine Leidenschaft für das Nachlassfundraising geht wiederum auf meinen zweiten Beruf als Historikerin zurück. Seit jeher befasse ich mich mit dem Blick ins Vergangene, ganz besonders im Gespräch mit Zeitzeugen. Die Parallelen zu den Testamentsberatungen sind augenfällig, denn beim Verfassen eines Testaments ist der Blick auf das eigene Leben oft die wichtigste Entscheidungsgrundlage für das, was bleiben soll. Dass ich diese beiden Seelen in der Brust als Nachlass- und Erbrechtsberaterin seit 10 Jahren ausüben darf, ist ein Privileg.

Warum müssen sich gerade jetzt Verantwortliche in NPO mit dem Thema Legate auseinandersetzen?

Weil sie es schon gestern hätten tun sollen. Oder anders formuliert: Wer für das Jahr 2027 Legate-Einnahmen budgetiert, hat hoffentlich schon vor fünf bis sieben Jahren begonnen, sich aktiv mit dem Thema „Vererben und Vermachen“ auseinanderzusetzen. Und zwar nicht nur in Bezug auf Marketing-Massnahmen, sondern auch in Bezug auf „Mindset“. Denn: Man muss Legate nicht nur wollen, sondern weitsichtig und nachhaltig in das Thema investieren. Weshalb? Weil Menschen zum einen oft mehrfach im Leben testieren und irgendwann parat sind, im Testament eine oder mehrere Organisationen zu berücksichtigen. 

Als Organisation muss man spätestens dann ebenso parat sein: Man muss kommuniziert haben, dass Legate und Erbschaften willkommen und wichtig sind und man diese seriös abzuwickeln vermag. Zweitens vergehen oft Jahre vom Moment des letzten rechtsgültigen Verfassens eines Testaments bis zum Versterben. Es gibt ein Dutzend weiterer, wichtige Gründe, spätestens heute ins Nachlassfundraising investiert zu haben.

Wo sehen Sie aktuell die grösste Herausforderung für Nachlassfundraiser:innen? Welche Entwicklungen und Trends werden in näherer Zukunft zentral?

Eine wichtige Frage, ich empfehle deshalb gerne den WBK „Nachlassfundraising“. Aber nun ernsthaft: Nachlassfundraising ist eine der anspruchsvollsten und interdisziplinärsten Bereiche im gesamten Fundraising-Spektrum. Eine grosse Herausforderung für die Organisationen wird sein, die richtige(n) Person(en) für die Umsetzung zu gewinnen: Gerade beim Beraten, aber auch beim Abwickeln benötigt es nicht nur eine ausgewiesene erb- und steuerrechtliche Expertise, sondern auch die entsprechende Persönlichkeit: Diese ist idealerweise sehr empathisch und gleichwohl sehr abgrenzungsstark. Weshalb? Weil Herkunft prägend für Menschen ist und man dies im Testament merkt – diese Lebensreise mit Blick in den Rückspiegel ist oft anspruchsvoll. 

Die Kommunikation nach innen und aussen muss entsprechend darauf ausgerichtet sein. Nachlassfundraiser:innen wiederum müssen den rasant wachsenden Ertragsmarkt von Legaten und Erbschaften nicht nur verstehen, sondern geradezu antizipieren und die entsprechenden Massnahmen ergreifen. Seien diese nun off- oder online.

 

Das Zentrum für Kulturmanagement Team bedankt sich herzlich für das Interview!

 

Alle Infos zum Weiterbildungskurs (WBK) Nachlassfundraising finden Sie hier. Der WBK Nachlassfundraising kann einzeln oder als Teil des CAS Fundraising Strategies CAS Fundraising Strategies gebucht werden.