Kopfbereich

Schnellnavigation

Hauptnavigation

WeTakeCare – ein computergestütztes Informations- und Trainingsprogramm für ältere Menschen

Wie können Senioren ihre Alltagsfertigkeiten selbstständig trainieren? WeTakeCare – ein IT-gestütztes Übungsprogramm

Foto: iStockphoto

Die Mehrzahl der älteren Menschen wünscht sich, weiter in ihrem gewohnten Zuhause zu leben, wenn erste körperliche Beeinträchtigungen auftreten. Das EU geförderte Projekt wendet sich an betroffene Personen über 50 Jahre und eine Bezugsperson, die sie unterstützt. Es bietet ein Programm, mit dem gemeinsam Aktivitäten des täglichen Lebens geübt und so Autonomie erhalten und zurückgewonnen werden kann. Pflegende werden ermutigt, auf ihre eigenen Kräfte und ihre Gesundheit zu achten und etwas für sich zu tun. Durch eine Internetplattform wird Austausch mit Therapeuten und anderen Übenden möglich.

Ausgangslage

Aufgrund der demografischen Entwicklung steigt die Zahl älterer Menschen in der europäischen Bevölkerung. Für die Mehrzahl der Senioren und Seniorinnen ist es wichtig, dass sie trotz erster körperlicher Einschränkungen in den Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) selbstständig bleiben. In dem EU Projekt «WeTakeCare» wird  ein interaktives Computerprogramm entwickelt, welches das Training von Fitness- und Alltagsaktivitäten auf Basis der Microsoft Kinect Bewegungserkennung ermöglicht und Betroffene wie Angehörige durch Informationen und Vernetzung mit anderen unterstützt.

Zielsetzung

Ziel des Programms ist es, dass ältere, leicht bis moderat körperlich eingeschränkte Personen weiterhin  in ihrem Alltag unabhängig bleiben.

Methoden und Vorgehen

Das Projekt besteht aus drei Projektphasen:

  1. Ermitteln von Bedürfnissen der Senioren undSeniorinnen und ihren Anforderungen an dasProdukt
  2. Programmentwicklung
  3. Validierung

In der Projektphase I wurden anhand einer Literaturrecherche und Sekundäranalyse von europäischen Befragungsdaten die ADL ermittelt, die älteren Menschen Probleme bereiten. Diese wurden in Fokusgruppen mit älteren Menschen, Angehörigen und Health Professionals diskutiert und weitere Anforderungen an das Programm erfragt. Anhand der Ergebnisse wurden Fallbeispiele und Szenarien entwickelt. Diese Methoden aus der Designentwicklung nennt man PERSONAS und Szenario-Technik.

Das Projekt wird mit kritischen Feedback und Empfehlungen von der Seniorenvereinigung VASOS und verschiedenen Experten und Expertinnen unterstützt. Als Gesamtergebnis entstand eine Prioritätenliste von Alltagsaktivitäten, die durch das Programm unterstützt werden sollen: Gehen und Treppensteigen, Anziehen, Aufstehen von einem Stuhl, ergonomisches Bewegen und Tragen, Einkaufen, Essen zubereiten usw. Die Teilnehmenden der Fokusgruppen wünschten sich neben anspruchsvollen Bewegungsspielen auch hilfreiche Information über Kompensationsstrategien und Hilfsmittel. Hier konnten die in dem Projekt und den Fokusgruppen beteiligten älteren Menschen, unterstützenden Angehörigen, sowie Health Professionals wertvolle Praxiserfahrungen einbringen. Des Weiteren gaben sie Hinweise zum Design wie z.B. Aufbau und Aussehen des Interface, sowie der Integrierbarkeit des Systems in den Alltag.

Auf dieser Grundlage wurden in Projektphase II aktivierende und funktionserhaltende Spiele, sowie ein seniorengerechtes Interface mit Informationen über Sicherheit im Alltag, Hilfsmittel und Strategien, Gesundheit usw. entwickelt.

In Projektphase III (Validierung der Software) erfolgen drei Validierungsstufen:

  1. Überprüfung des Inhalts in sechs Fokusgruppen mit Senioren und Seniorinnen, Angehörigen und Health Professionals
  2. Elf Senioren und Seniorinnen überprüfen Nutzen und Praktikabilität
  3. Senioren und Angehörige (n=33) testen während drei Monaten das Programm zuhause. Dabei werden die Auswirkungen auf die körperliche Fitness, die Ausführung von Alltagsaktivitäten, sowie auf die Lebensqualität untersucht.

Ergebnisse

Die Resultate der Interventionsstudie zeigen bei den Teilnehmern eine signifikante Verbesserung in der Ausdauer (Two Minutes Steptest; p=0.01) mit einem grossen klinischen Effekt (η²=0.28).

Hinsichtlich der Bedienungsfreundlichkeit gaben 75% der Nutzer an, das System nützlich zu finden, 68% gaben an, dass es einfach und komfortabel zu bedienen sei und 60% waren zufrieden während der Anwendung von WeTakeCare.

Filmclip «WeTakeCare»

Projektpartner

  • Instituto de Biomecánica de Valencia, Spanien
  • Centro de Producción Multimedia para la Televisión Interactiva S.L, Spanien
  • VASOS
  • Kaasa health GmbH, Deutschland

Projektorganisation

  • Projektleitung:
    Rakel Poveda Msc, Instituto de Biomecanica de Valencia, Spanien
    Prof. Dr. phil. Heidrun Becker, ZHAW
  • Projektdauer:
    Mai 2013 bis April 2016
  • Projektteam:
    Ursula Meidert, .lic. Phil.
    Silke Neumann, Msc
  • Partner:
    Vereinigung aktiver Senioren und Selbsthilfe-Organisationen Schweiz (VASOS)
    Instituto de Biomecanica de Valencia, Spanien
    Centro de Produccion Multimedia para la Television Interactiva S.L., Spanien
    Bayard Presse S.A., Spanien
    Kaasa Health GmbH, Deutschland
  • Finanzierung:
    Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI
    EU Programm Ambient Assisted Living, Call 5,
  • Projektstand:
    Durchführung

Publikationen und Berichte