Nachhaltiges Community-Management für Open-Source-Lösungen
Das Institut für Verwaltungsmanagement hat im Auftrag des Kanton Schwyz eine neue Studie zum nachhaltigen Community-Management von Open-Source-Software im öffentlichen Sektor veröffentlicht.
Hintergrund
Open-Source-Software (OSS) gewinnt im öffentlichen Sektor zunehmend an strategischer Bedeutung. Mit dem Bundesgesetz über den Einsatz elektronischer Mittel zur Erfüllung von Behördenaufgaben (EMBAG) wurde das Prinzip “Public Money, Public Code” gesetzlich verankert. Behörden sind damit zunehmend gefordert, Software offen zu entwickeln und gemeinsam weiterzuentwickeln.
Ziel der Studie
Die Studie untersucht, welche Community-Management-Ansätze notwendig sind, um Open-Source-Lösungen nachhaltig zu betreiben und weiterzuentwickeln.
Anhand der Beispiele QGIS, Decidim, Amtomat und GemeindeConnect werden zentrale Erfolgsfaktoren, Herausforderungen und konkrete Empfehlungen abgeleitet.
Zentrale Erkenntnisse
Erfolgreiche Open-Source-Communities basieren auf:
- klarer Governance und definierten Rollen
- transparenten Entscheidungsprozessen
- verlässlichen Strukturen und institutioneller Verankerung
- ausreichenden personellen und technischen Ressourcen
Eine breit abgestützte Nutzerbasis erhöht die Stabilität und fördert Innovation durch kollektive Weiterentwicklung. Beispiele wie QGIS zeigen, wie strukturierte Governance-Modelle und aktive Netzwerke zur langfristigen Kontinuität beitragen.
Zudem zeigt sich, dass:
- professionelle Koordination oft entscheidend ist
- externe Akteur:innen (z. B. bei Decidim) zentrale Rollen übernehmen
- gemeinschaftliche Finanzierungsmodelle Planungssicherheit schaffen
Technische und organisatorische Erfolgsfaktoren
Nachhaltige Communities benötigen:
- stabile technische Architekturen
- klare Roadmaps und Qualitätssicherung
- gut gepflegte Repositories
- transparente Dokumentation und Wissensstrukturen
Nur so können neue Mitglieder effizient eingebunden und Wissen langfristig gesichert werden.
Herausforderungen
Der Aufbau und Betrieb von Communities ist anspruchsvoll:
- komplexe Entscheidungsprozesse
- unterschiedliche Ressourcen der Beteiligten
- fehlende Verbindlichkeit
- technische Einstiegshürden, insbesondere für kleinere Verwaltungen
Zudem besteht das Risiko, dass einzelne dominante Akteur:innen unverhältnismässig Einfluss nehmen.
Empfehlungen
Die Studie zeigt klar:
Community-Management ist keine rein technische Aufgabe, sondern eine organisatorische Kernkompetenz.
Erfolgsentscheidend sind:
- klare Rollen und Verantwortlichkeiten
- stabile Governance-Strukturen
- professionelle Koordination
- gemeinschaftliche Finanzierung
- transparente Wissensstrukturen
Nur durch die gemeinsame Verantwortung von Verwaltungen, Dienstleister:innen und weiteren Partner:innen können digitale Souveränität, Wiederverwendbarkeit und Innovation langfristig gesichert werden.