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Navigating Sanctions and Apartheid: The Case of Barclays Bank in South Africa

In dieser Session der International Business Seminar Series hat Dr. Kondwani Happy Ngoma die Rolle von Unternehmen bei der Förderung oder Behinderung sozialer Integration sowie ihren Umgang mit politischem Risiko im Kontext von wirtschaftlichen Sanktionen und Dekolonisation untersucht. Am Beispiel der Barclays Bank in Südafrika zwischen 1960 und 1990 hat er analysiert, wie das Unternehmen unter den Bedingungen der Apartheid agierte.

Im Mittelpunkt von Dr. Ngomas Vortrag steht die Barclays Bank, die im untersuchten Zeitraum die führende Bank in Südafrika war. Nach der Institutionalisierung der Apartheid im Jahr 1948 gerieten die Interessen und Aktivitäten der Bank in Südafrika und Großbritannien zunehmend unter Druck. Während sich ein Großteil der bisherigen Forschung auf die Boykott-, Desinvestitions- und Sanktionsbewegung konzentriert, nehmen nur wenige Studien eine unternehmenszentrierte Perspektive ein.

Aus wirtschaftshistorischer Sicht zeigt Dr. Ngoma, wie sich Barclays gegenüber Apartheid und internationalen Sanktionen positionierte. Die Bank erklärte öffentlich, dass sie die Apartheid ablehne, argumentierte jedoch zugleich, dass ein Verbleib im Land eine transformative Wirkung haben könne. Diese Haltung entsprach der späteren Politik des „konstruktiven Engagements“ der Regierungen Thatcher und Reagan in den 1980er-Jahren.

Die vorgestellten Ergebnisse verdeutlichen, dass diese Politik nicht erst in den 1980er-Jahren entstand, sondern bereits seit den 1960er-Jahren strategisch durch die Bank und ihre Interessen beeinflusst wurde. Als führende Quelle ausländischer Direktinvestitionen spielte Barclays eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der britischen Südafrikapolitik.

Dr. Kondwani Happy Ngoma ist Ax:son Johnson Postdoktorand an der Stockholm School of Economics und promovierte in Wirtschaftsgeschichte an der Universität Göteborg. Seine Forschung untersucht, wie Unternehmen in Phasen der Kolonisation und Dekolonisation mit politischem Risiko umgehen, mit besonderem Fokus auf Eigentumsrechte, wirtschaftliche Sanktionen und Unternehmensstrategien. Seine Dissertation State and Business Relations in Southern Africa wurde 2025 mit dem Coleman Prize für die beste wirtschaftshistorische Doktorarbeit ausgezeichnet.

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