Studie «Finanzielles Wohlbefinden in der Schweiz»
Sparen alleine reicht nicht: Warum finanzielle Reserven ausschlaggebend sind.
Viele Menschen sparen. Doch wie lange reichen ihre vorhandenen Reserven bei einem Einkommensausfall? Eine gemeinsame Studie der ZHAW, Netcetera und Bank Cler untersucht das Sparverhalten und finanzielle Wohlbefinden in der Schweiz. Sie zeigt, welche Ziele und Sorgen Menschen beschäftigen und wie sich unterschiedliche finanzielle Profile im Alltag bemerkbar machen.
Zur Studie
Sparen alleine reicht nicht: Warum finanzielle Reserven ausschlaggebend sind. Eine Studie zu Sparverhalten und finanziellem Wohlbefinden.
Zentrale Ergebnisse
Viele sparen, doch die Reserven sind begrenzt
82,8 Prozent der Befragten sparen mindestens gelegentlich. Dennoch könnten 44,9 Prozent ihren aktuellen Lebensstandard bei einem vollständigen Einkommensausfall höchstens drei Monate aus eigenen liquiden Mitteln finanzieren.
Finanzielle Engpässe gehören für viele zum Alltag
23,8 Prozent mussten in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Geld leihen, um laufende Ausgaben zu decken. 29 Prozent hatten in mindestens einem der vergangenen fünf Jahre Schwierigkeiten, ihre Steuerrechnung fristgerecht zu bezahlen.
Sicherheit steht bei den Zielen im Vordergrund
29,1 Prozent nennen die langfristige Sicherung ihres Lebensstandards als wichtigstes finanzielles Ziel. Steigende Fixkosten sind mit 22,2 Prozent die am häufigsten genannte grösste finanzielle Sorge.
Das Leben insgesamt wird positiver bewertet als die finanzielle Situation
Die allgemeine Lebenszufriedenheit beträgt durchschnittlich 7,17 von 10 Punkten. Die finanzielle Zufriedenheit liegt dagegen bei 5,60 Punkten.
Stimmen zur Studie
XX

Selina Lehner, Studienleiterin und Dozentin, ZHAW School of Management & Law
Die Studie zeigt: Sparen allein schafft noch keine finanzielle Sicherheit. Digitale Lösungen schaffen hier Transparenz und können mit passenden Empfehlungen einen Anstoss zum Handeln sein. Als Technologiepartnerin wollen wir Finanzinstitute dabei unterstützen, das finanzielle Wohlbefinden ihrer Kund:innen gezielt zu stärken.

Thomas Grüter, Senior Produktmanager Digital Wealth, G+D Netcetera
XX, Bank Cler
Gemeinsames Forschungsprojekt
Finanzielle Ausgangslagen verstehen und passende Unterstützung entwickeln
Die Studie entstand im Rahmen eines von Innosuisse unterstützten gemeinsamen Projekts von ZHAW, Netcetera und Bank Cler. Das Projekt verbindet wissenschaftliche Forschung mit Technologie und Bankpraxis.
Ziel ist die Entwicklung eines digitalen Tools für finanzielles Wohlbefinden. Es soll Menschen dabei unterstützen, ihre finanzielle Situation besser zu verstehen und individuelle Handlungsmöglichkeiten zu erkennen. Die Studienergebnisse liefern dafür eine wissenschaftliche Grundlage.
Im weiteren Projektverlauf stehen zwei Fragen im Mittelpunkt:
- Wie lässt sich digitale Unterstützung so gestalten, dass sie zu unterschiedlichen finanziellen Ausgangslagen und Bedürfnissen passt?
- Welche Barrieren erschweren den Aufbau finanzieller Reserven?
Dabei untersucht das Projekt, welche finanziellen Ressourcen einem Haushalt zur Verfügung stehen und wie er mit finanziellen Anforderungen und Belastungen umgeht (Coping). Berücksichtigt werden unter anderem Einkommen, vorhandene Reserven, finanzielle Verpflichtungen und Sparverhalten.
Projektpartner
Die ZHAW verantwortet die wissenschaftliche Konzeption, Durchführung und Auswertung der Studie. Das Projekt verbindet Kompetenzen der School of Management and Law und des Departements Angewandte Psychologie.
Netcetera bringt als Technologiepartner Expertise in die Entwicklung und Umsetzung digitaler Lösungen im Bereich Financial Well-Being ein.
Die Bank Cler bringt als Praxispartnerin die Perspektive auf die finanziellen Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden sowie auf alltagstaugliche Unterstützung ein.
Projektförderung
Das gemeinsame Projekt wird durch Innosuisse, die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung, unterstützt.