Organisationaler Wandel und Künstliche Intelligenz
Digitalisierung und Mensch-KI-Zusammenarbeit kommen nicht von aussen ins internationale Geschäft — sie verändern es von innen heraus. Sie transformieren, wie Führungskräfte, Teams und Organisationen über Grenzen hinweg Entscheidungen treffen, koordinieren und Vertrauen aufbauen. Unsere Forschung zeigt, dass organisationaler Wandel besonders dann schwierig ist, wenn er Identität und Zugehörigkeit berührt — und dass Widerstand diese Anliegen widerspiegelt, nicht Trotz. Führungskräfte, die dies erkennen und Strukturen kollektiver Verantwortung statt blosser Compliance schaffen, verwandeln Transformation in nachhaltige organisationale Fähigkeiten.
Diese Erkenntnisse sind in unserem Insight Report 2025 — Collective Agency in Leading Change — gebündelt, der in Zusammenarbeit mit der EHL Hospitality Business School und HEG Arc entstanden ist und auf Praxisreflexionen aus Europa, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum basiert.
Den vollständigen Bericht finden Sie hier
Unsere Expertise ist in drei miteinander verbundenen Bereichen organisiert:
KI und organisationale Transformation
Unsere Arbeit untersucht, wie die zunehmende Integration von Künstlicher Intelligenz Arbeit, organisationale Rollen und Entscheidungsprozesse neu gestaltet — insbesondere in komplexen und internationalen Kontexten. Wir betrachten KI-Einführung nicht nur als technologische Entwicklung, sondern als Transformation, die beeinflusst, wie Individuen und Gruppen ihre Rolle, ihren Beitrag und ihre Zukunft in Organisationen verstehen.
Während KI häufig im Zusammenhang mit Automatisierung und Aufgabenersetzung diskutiert wird, zeigt unsere Forschung, dass KI-getriebener Wandel auch neue Rollen und neuartige Formen der Mensch–KI-Zusammenarbeit hervorbringt. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten für menschliches Urteilsvermögen, Kreativität und Problemlösung — zugleich aber auch neue Herausforderungen, die Organisationen aktiv gestalten müssen.
Die zentrale Frage lautet nicht, ob Organisationen KI einsetzen, sondern unter welchen Bedingungen ihr Einsatz menschliche Handlungsfähigkeit, geteiltes Verständnis und wirksame Zusammenarbeit stärkt — anstatt Entscheidungen zu standardisieren und menschliches Urteilsvermögen zu reduzieren. Unsere Forschung zeigt, dass organisationaler Kontext, Führungspraktiken und kulturelle Umfelder darüber entscheiden, welches dieser Szenarien eintritt.
Weitere Einblicke vermittelt Ihnen die Arbeit von Dr. Evangelos Syrigos und Prof. Anna Lupina-Wegener
Menschen und KI unter existenziellen Veränderungen
Wenn Organisationen unter Druck stehen — in Krisen, Konflikten oder raschen Transformationsphasen — werden die Bedingungen, unter denen Menschen zusammenarbeiten, entscheiden und Vertrauen aufrechterhalten, besonders kritisch. Unsere Forschung erstreckt sich auf solche Hochrisikoumfelder und untersucht, wie KI kollektive Sinnstiftung und koordiniertes Handeln über organisationale und kulturelle Grenzen hinweg unterstützen kann.
Ein Praxisbeispiel ist das SHAPE-Projekt (Shelter-based Hubs for Adaptive Partnerships and Engagement). Aufbauend auf Erkenntnissen aus dem ukrainischen Kontext untersucht SHAPE, wie Menschen in Hochrisikoumfeldern organisations- und kulturübergreifend zusammenarbeiten und wie KI kollektive Sinnstiftung und Entscheidungsfindung unter Stress unterstützen kann. Das Projekt konzipiert adaptive Räume für Arbeiten und Lernen in Krisenzeiten neu — durch die Integration physischer Infrastruktur, digitaler Technologien und eines menschenzentrierten Ansatzes, der psychologische Sicherheit und koordiniertes Handeln fördert.
Weitere Einblicke vermittelt Ihnen die Arbeit von Dr. Magdalena Zabicka-Wlodarczyk
Digitale Transformation und manageriale Kognition
Digitale Transformation verändert manageriale Entscheidungsprozesse nicht nur durch neue Technologien, sondern grundlegend durch veränderte Wahrnehmungs-, Interpretations- und Reaktionsmuster. In digital vermittelten Kontexten — etwa Plattformmärkten — werden Entscheidungsrealitäten zunehmend durch Datenfülle, algorithmische Vermittlung und kontinuierliches Performance-Feedback strukturiert.
Anstelle von Informationsknappheit und stabilen Wettbewerbsregeln sehen sich Führungskräfte intransparenten algorithmischen Systemen, granularen und teils verrauschten Feedbacksignalen sowie sich wandelnden Entscheidungsarchitekturen gegenüber, die kontinuierliche kognitive Anpassung erfordern. Unterschiede im Erfolg digitaler Transformation ergeben sich daher nicht nur aus technologischen Ressourcen, sondern aus Unterschieden in der manageriellen Kognition — also darin, wie Entscheidungsträger algorithmische Outputs interpretieren, Leistungsänderungen attribuieren, mentale Modelle aktualisieren und menschliches Urteilsvermögen mit automatisierten oder KI-gestützten Empfehlungen ausbalancieren.
Weitere Einblicke vermittelt Ihnen die Arbeit von Dr. Evangelos Syrigos