Allied activists: Insights from shareholder dialogue on environmental and social issues
In dieser Session der International Business Seminar Series stellt Prof. Emilio Marti neue Erkenntnisse zum Dialog mit Shareholder:innen vor: Die bisherige Forschung hat nämlich die Möglichkeit vernachlässigt, dass die Wirkung des Aktionärsdialogs ein verteilter Prozess sein könnte, an dem unterschiedliche Anspruchsgruppen beteiligt sind.
Gemeinsam mit seinen Kolleg:innen Dr. Tanja Ohlson und Dr. Falko Paetzold hat Prof. Emilio Marti ein Paper verfasst, das er uns im Rahmen der aktuellen IBSS-Session präsentieren und mit uns diskutieren wird: Auf der Grundlage der Social-Movement-Theorie geht er dabei der Frage nach, wie die strukturelle Position von Aktionär:innen die Dialogtaktiken prägt, die sie einsetzen, um Unternehmen nachhaltiger zu machen.
Anhand einer ethnografischen Studie des Federated Hermes SDG Engagement Equity Fund haben Prof. Marti und seine Kolleg:innen ein empirisch fundiertes Modell des allied activism (verbündeter Aktivismus) entwickelt. Verbündeter Aktivismus liegt vor, wenn Akteur:innen, die eine Zwischenposition zwischen Unternehmen und verschiedenen Anspruchsgruppen einnehmen, ihren guten Zugang zu Unternehmen („verbündet“) nutzen, um Ziele voranzubringen, bei denen sie mit diesen Anspruchsgruppen teilweise übereinstimmen („Aktivismus“).
Prof. Marti zeigt uns, dass der Fonds seine strukturelle Zwischenposition nutzte, um auf andere Anspruchsgruppen zu verweisen, die bestimmte Nachhaltigkeitsthemen bereits aktiv vorantrieben, und dass diese Verweise die Wahrnehmung der Anspruchsgruppenlandschaft bei einigen Unternehmen veränderten. Seine zentrale Erkenntnis ist, dass Aktionärsdialog Nachhaltigkeitsthemen voranbringen kann, bei denen andere Anspruchsgruppen bereits aktiv sind – und zwar bei aufnahmefähigen Unternehmen –, dass er jedoch nicht als „Allheilmittel“ verstanden werden sollte, mit dem sich sämtliche Nachhaltigkeitsthemen bei allen Arten von Unternehmen vorantreiben lassen.
Prof. Martis Beitrag zur Forschung über Aktionärsaktivismus besteht darin, eine weniger heroische Darstellung der Wirkung von Aktionärsdialog zu liefern. Zugleich leistet er einen Beitrag zur Social-Movement-Forschung, indem er verbündeten Aktivismus als eine Form des Aktivismus theoretisiert, die ergänzend zu Insider- und Outsider-Aktivismus wirkt, wenn es darum geht, Unternehmen zu beeinflussen.
Emilio Marti ist Associate Professor an der Rotterdam School of Management der Erasmus-Universität. Er nutzt Erkenntnisse aus der Organisationstheorie und der Strategieforschung, um Fragen der unternehmerischen Nachhaltigkeit zu analysieren, mit einem besonderen Fokus auf nachhaltige Geldanlagen. Seine Forschung ist in Zeitschriften wie dem Academy of Management Journal, der Academy of Management Review und Organization Science erschienen. Derzeit ist er Associate Editor von Business & Society sowie Senior Editor von Organization Studies.
IBSS 2026: Auf einen Blick
«Allied activists: Insights from shareholder dialogue on environmental and social issues»
- 19.02.2026
- 12:30-13:30 Uhr
- ZHAW School of Management and Law, Gebäude SW, Raum 221, und online
- Online-Teilnahme: Sie erhalten den Link zum Webex-Seminar nach der Anmeldung
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.