Internationalisierung und grenzüberschreitende Partnerschaften
Politik und strategische Innovation
Internationales Geschäft war selten so stark politisiert wie heute. Handelsspannungen, regulatorische Fragmentierung und der Aufstieg des Techno-Nationalismus zwingen Unternehmen dazu, nicht nur Markt-, sondern auch politische Strategien zu entwickeln.
Unsere Forschung untersucht, wie Unternehmen auf politische Umfelder im In- und Ausland reagieren sollten. Politische Unsicherheit ist nicht nur ein Risiko, das passiv gemanagt werden muss, sondern ein Handlungsfeld, in dem Unternehmen aktiv strategische Antworten entwickeln müssen, um innovativ zu bleiben. Von der Interaktion mit Regulierungsbehörden bis zum Aufbau von Beziehungen zu Regierungsvertretern in unterschiedlichen politischen Systemen — Unternehmen mit ausgereiften politischen Risikostrategien sichern sich internationale Wettbewerbsvorteile.
Weitere Einblicke vermittelt Ihnen die Arbeit von Dr. Matteo Mösli
Top-Management-Teams und Machtdynamiken
Hinter jeder strategischen Entscheidung steht ein Führungsteam — und wie dieses denkt, entscheidet und Macht ausübt, prägt alle weiteren Entwicklungen. Unsere Forschung zeigt, wie Entscheidungen, Verzerrungen und Machtdynamiken von Top-Management-Teams organisationale Ergebnisse beeinflussen.
Führungskräfte bringen nicht nur Expertise, sondern auch kognitive Begrenzungen und intergruppenbezogene Verzerrungen mit, die Entscheidungsprozesse in interkulturellen Kontexten systematisch beeinflussen. Durch gezielte Governance-Gestaltung können diese Effekte jedoch korrigiert werden. Zudem untersuchen wir die komplexen Machtbeziehungen zwischen Hauptsitz und Tochtergesellschaften und zeigen, wie Unternehmensstrategien so gestaltet werden können, dass inklusive Umfelder entstehen, in denen Vielfalt zur organisationalen Stärke wird.
Weitere Einblicke vermittelt Ihnen die Arbeit von Dr. Matteo Mösli und Dr. Evangelos Syrigos
Kultur bei M&As und Internationalisierung
Wie Führungskräfte denken und entscheiden, bestimmt letztlich, wie Organisationen integriert werden — und ob kulturelle Unterschiede zur Quelle von Wettbewerbsvorteilen oder von Misserfolg werden.
Unsere Forschung zeigt, dass kulturelle Unterschiede nicht einfach überwunden, sondern aktiv ausgehandelt werden. Langzeitstudien zu grenzüberschreitenden M&As verdeutlichen, wie „Best-of-both“-Lösungen entstehen können — indem Wertvolles aus beiden Organisationen erhalten bleibt und zugleich eine gemeinsame, zukunftsorientierte Identität aufgebaut wird. Integrationserfolg erfordert keine kulturelle Konvergenz, sondern kollektive Identitätsführung mit komplementären Beiträgen beider Seiten.
Internationale Expansion endet nicht mit dem Markteintritt. Tochtergesellschaften entwickeln sich weiter — von Vertriebsniederlassungen zu Produktionsstandorten bis hin zu Innovationszentren. Diese Mandatsveränderungen beeinflussen Identität, Machtdynamiken und kulturelle Beziehungen. Ihr Management erfordert dieselbe geokulturelle Intelligenz wie eine Akquisition.
Weitere Einblicke vermittelt Ihnen die Arbeit von Prof. Anna Lupina-Wegener
Vertrauensbasierte Führung in asiatischen Kontexten
Mit über zwei Jahrzehnten Forschung in China und im asiatisch-europäischen Geschäftsumfeld verfügt das CCM über umfassende Expertise zu Führung und Vertrauen in asiatischen Kontexten. Vertrauen entsteht dort anders als in westlichen Führungsmodellen.
Geprägt von relationalen Normen, Hierarchien und kollektiven Dynamiken wird Vertrauen zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden gemeinsam durch Führungspraktiken, soziale Interaktion und organisationale Rahmenbedingungen hergestellt. Führungskräfte, die dies verstehen, fördern Koordination, Mitsprache und kollektives Lernen über kulturelle Grenzen hinweg.
Weitere Einblicke vermittelt Ihnen die Arbeit von Dong Yang Meier