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«Wissen, das bei den Patienten ankommt»

Interview mit Marina Bruderer, Verantwortliche Schwerpunkt Professionsentwicklung

Der Schwerpunkt Professionsentwicklung wird alternierend an der ZHAW resp. der BFH angeboten. Die Verantwortliche an der ZHAW ist Marina Bruderer. Sie arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im MSc Team und unterrichtet sowohl auf BSc als auch MSc Stufe. Neben ihrer Tätigkeit an der ZHAW doktoriert sie an der Universität Luzern im Bereich Gesundheitswissenschaften.

Was ist unter Professionsentwicklung zu verstehen? Was erwartet mich, wenn ich diesen Schwerpunkt wähle?

Das Gesundheitssystem ist im Wandel und stellt die Gesundheitsberufe vor neue Herausforderungen. Der Schwerpunkt Professionsentwicklung befähigt die Studierenden, evidenzbasierte physiotherapeutische Behandlungskonzepte, Assessments und Interventionen auszuarbeiten und diese unabhängig vom Fachgebiet in die Praxis umzusetzen. Denn das blosse Wissen, dass eine therapeutische Massnahme wirksam ist oder eine internationale Behandlungsrichtlinie existiert, garantiert noch nicht, dass dieses auch in die Praxis umgesetzt wird.  Zudem wollen die Qualitätsansprüche an die Physiotherapie der verschiedenen Akteure im Gesundheitswesen, also beispielsweise Patienten, Kostenträger, Spitäler und Institutionen erfüllt werden. Weiter müssen neue Versorgungsmodelle umgesetzt werden, bei denen auch die integrierte Versorgung eine wichtige Rolle spielt.

Der Schwerpunkt Professionsentwicklung qualifiziert die Studierenden dafür, indem wir Themen wie beispielsweise Chronic Care Management, E-Health und Neue Technologien in der Physiotherapie in unseren Modulen integrieren.

Professionsentwicklung ist ein nicht-klinischer Schwerpunkt. Was bedeutet das genau?

Das bedeutet, dass in den schwerpunktspezifischen Modulen keine Hands-on Techniken vermittelt werden, sondern überfachliche Inhalte. Wir schauen beispielsweise an, wie sich neue oder angepasste Behandlungskonzepte in der Praxis implementieren lassen.

Für wen ist der Schwerpunkt Professionsentwicklung geeignet?

Infrage kommt der Schwerpunkt für alle Physiotherapeuten die sich fachbereichsübergreifend weiterentwickeln wollen. Er eignet sich sowohl für Berufsleute, die schon in der Forschung arbeiten oder aber auch  an jene, die nicht primär am Patienten arbeiten. Der Schwerpunkt richtet auch an Physiotherapeuten, die bereits eine klinische Vertiefung in einem Fachbereich mitbringen oder die in einem Feld arbeiten, das sich keinem einzelnen Fachbereich zuordnen lässt, zum Beispiel in einer Privatpraxis oder in der Psychiatrie. Auch Studierende, die am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn stehen und sich noch nicht auf eine Spezialisierung festlegen wollen, sind angesprochen.

Mit der Wahl des Schwerpunkts Professionsentwicklung lassen sich die Studierenden alle Wege offen. Der Schwerpunkt vermittelt ein Paket von zukunftsgerichteten Kenntnissen und Kompetenzen, die mit einer Weiterbildung in dieser Form nicht erreicht werden.

Entstehen den Studierenden Nachteile ohne klinische Spezialisierung?

Nein, denn eine klinische Spezialisierung kann über individuell gestaltete Weiterbildungsangebote sehr wohl erlangt werden. Zudem wird der MSc nie alle klinischen Bereiche abdecken können.

In welchen Einsatzgebieten können die Absolventinnen und Absolventen nach dem Abschluss arbeiten? Gibt es schon Role Models, also Beispiele aus der Praxis?

Die Einsatzmöglichkeiten mit MSc-Abschluss sind sehr vielfältig. Eine Möglichkeit besteht darin, an der Schnittstelle zwischen Forschung und Klinik zu arbeiten. Eine solche Funktion trägt einerseits dazu bei, dass das in der Forschung generierte Wissen bei den Patienten ankommt und andererseits werden Fragen und Anliegen aus der Praxis in der Forschung berücksichtigt.  

Ist der Abschluss des Studiums der gleiche wie bei den klinischen Schwerpunkten?

Ungeachtet des gewählten Schwerpunkts handelt es sich um dasselbe MSc-Studium mit demselben Abschluss. Die Module zu den Forschungsmethoden, den Transfermodulen und zur Masterarbeit besuchen alle Studierenden gemeinsam.