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Human Centred Design im Studium – Ihre Ideen sind gefragt!

Um die Studierenden auf komplexe Problemstellungen in der Praxis vorzubereiten, kommt im Ergotherapiestudium vermehrt Human Centred Design und Design Thinking zum Einsatz. Worum es dabei geht und wie Berufsleute mitwirken können, erfahren Sie an unserem Onlineanlass am 19. Mai 2022. 

Im Frühjahr 2021 kamen Ergotherapiestudierende an der ZHAW erstmals mit Design Thinking in Berührung. In einem Wahlpflichtunterricht entwickelten sie für eine Klientin, die ohne linken Unterarm zur Welt gekommen war, Hilfsmittel für den 3-D-Druck (siehe Webnews). Seither spielen Design Thinking (DT) sowie das ähnliche Human Centered Design (HCD) im Bachelorstudiengang zunehmend eine wichtige Rolle.  

Weshalb diese Ansätze?

Während das Arbeitsumfeld in der Ergotherapie und die Problemstellungen der Klientinnen und Klienten komplexer werden, nehmen die verfügbaren Mittel tendenziell ab. Künftige Berufsleute müssen daher rasch und agil Lösungen finden und dabei berücksichtigen, dass Klienten oft gut informiert sind und einbezogen werden wollen. Auf der Suche nach Antworten, wie Studierende am besten auf solche Anforderungen vorbereitet werden, stiessen die Verantwortlichen an der ZHAW auf Methoden des HCD und DT, die bereits an anderen europäischen Hochschulen eingesetzt werden. Bei der Integration der Ansätze ins Bachelorcurriculum liessen sie sich von Kollegen/-innen der finnischen University of Applied Sciences Oulu coachen und bezogen ein «Soundingboard» aus Schweizer Praxisvertreter/-innen mit ein. (siehe Artikel in Egotherapie(PDF 2,1 MB)).  

Der Mensch im Zentrum

Auch wenn HCD und DT Unterschiede aufweisen, geht es bei beiden Ansätzen um das kreative interaktive Problemlösen für einen Menschen oder eine Klientengruppe. Für die künftigen Ergotherapeutinnen und -therapeuten bedeutet dies, dass sie das (Experten-)Wissen der Klientin oder des Klienten in den Vordergrund rücken. Zudem zielt insbesondere das DT darauf ab, innovative Lösungen zu finden. Deshalb fokussiert das erste Modul im 1. Semester auf die Förderung der «Creative Confidence» der Studierenden. Die erste Durchführung im Herbst 2021 zeigte, «wie rasch und vielfältig die Studierenden auf Lösungsideen zugreifen konnten und wie sehr das Vorgehen ihre kreativen Skills festigte», sagt die Modulverantwortliche, Nicole Markwalder. 

Ausblick

Während die Studierenden im ersten Modul Problemstellungen aus ihrer eigenen Lebenswelt angingen, dreht sich das 2. Modul nun um die Partizipationsbedürfnisse echter oder potenzieller Klientinnen und Klienten. Zu diesen Bedürfnissen sollen sie dann im 3. Modul, ab Herbst 2022, Prototypen entwickeln. Auch in den abschliessenden Modulen im dritten Studienjahr sollen HCD und DT zum Einsatz kommen – etwa in der Projektwerkstatt Ergotherapie, die neu auch mit der Bachelorarbeit kombiniert werden kann. 

Begriffserläuterungen

Design Thinking
Beim Design Thinking geht es in erster Linie um das Entwickeln und frühzeitige Testen von Visionen, innovativen und kreativen Lösungsideen für unterschiedliche Arten von komplexen Problemstellungen. Es gilt, eine Lösung zu finden, die die Bedürfnisse der Nutzerin oder des Nutzers befriedigt, technisch machbar und wirtschaftlich ist.

Human Centred Design
Ziel des Human Centred Designs ist es, eine hohe Usability und User Experience eines Produkts zu gewährleisten. Die Stärke der Herangehensweise besteht darin, ein Produkt basierend auf den Anforderungen der Nutzenden so zu gestalten, dass es intuitiv und einfach zu bedienen ist.