Vier Jahre seit Russlands Invasion der Ukraine: Wie hat sich die Welt verändert?
Im Februar 2026 jährt sich Russlands grossangelegte Invasion der Ukraine zum vierten Mal. Im Rahmen des ZHAW International Business Podium schauen wir gemeinsam mit renommierten Expert:innen zurück und schärfen zugleich den Blick auf die aktuelle Lage.
Die Panzer, die im Februar 2022 die ukrainische Grenze überquerten, brachten den grossflächigen Krieg nach Europa zurück – auf eine Weise, die nach dem Zweiten Weltkrieg nur wenige für möglich gehalten hätten, trotz des vermeintlichen Bekenntnisses des Kontinents zum Prinzip «Nie wieder». Zugleich haben der Widerstand der Ukraine und die gesellschaftliche Resilienz des Landes viele Beobachter:innen überrascht: Die Ukraine hält weiterhin militärischem Druck, ständigen Angriffen auf zivile Infrastruktur sowie den enormen wirtschaftlichen und sozialen Kosten des Krieges stand.
Das geopolitische Umfeld des Krieges befindet sich im Wandel. Im vergangenen Jahr hat die neue US-Regierung unter Präsident Donald Trump nach Wegen gesucht, den Krieg durch Annäherung an Russland zu beenden, und dabei zugleich neue Unsicherheiten für die Ukraine und ihre europäischen Partner geschaffen. Die Trump-Administration agierte dabei noch erratischer als diejenige von Präsident Biden: Sie setzte die US-Unterstützung für die Ukraine zeitweise aus, umwarb Länder wie Belarus für ein «Board of Peace» und geriet mit NATO-Verbündeten aneinander – etwa durch die langanhaltende Drohung, Grönland von Dänemark zu annektieren.
Diese Kehrtwende in den USA hat die Europäische Union dazu veranlasst, ihre geopolitische Rolle zu stärken und mehr Verantwortung für die Sicherheit des Kontinents zu übernehmen. Die EU hat ein klares Interesse an einem gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine; zugleich bleiben Fragen offen zu den Instrumenten und zum Einfluss, über die Europa verfügt, um den Ausgang zu prägen.
In all diesen geopolitischen Positionskämpfen geraten die Ukrainer:innen selbst oft aus dem Blick. Nach vier Jahren Bombardierung und Angriffen – und angesichts von Versuchen, die Bevölkerung in diesem Winter «einzufrieren» – bleibt die Ukraine in ihrem Widerstand unbeugsam.
Die Expert:innen des ZHAW International Business Podium untersuchen in der kommenden Sitzung die strategischen, politischen und sicherheitspolitischen Folgen von vier Jahren Krieg und wie sich die Welt dadurch verändert hat. Zentrale Fragen an unsere geschätzten Podiumsgäste sind unter anderem:
- Wie nachhaltig ist die ukrainische Wirtschaft, und welche Reformen stehen noch an?
- Wie können die EU und Europa gemeinsam auf langfristige sicherheitspolitische Herausforderungen reagieren?
- Wie sieht die Zukunft der transatlantischen Beziehungen aus?
- Welche möglichen Wege führen zu Frieden und Stabilität in Europa?
Podiumsgäste
Christopher A. Hartwell ist derzeit Professor für International Business Policy und Leiter des International Management Institute an der ZHAW School of Management and Law sowie Universitätsprofessor an der Kozminski University in Polen. Er gilt als führender Wissenschaftler zur Entwicklung von Institutionen. Prof. Hartwells Forschungsinteressen liegen an der Schnittstelle von Politik und Wirtschaft, insbesondere mit Blick auf Osteuropa und Russland. Er promovierte in Volkswirtschaftslehre an der Warsaw School of Economics, erwarb einen Master in Public Policy an der Harvard University sowie einen Bachelor in Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der University of Pennsylvania. Seine Habilitation schloss er an der Kozminski University ab.
Alina Nychyk ist spezialisiert auf die Beziehungen zwischen EU, Ukraine und Russland sowie auf die ukrainische Aussenpolitik. Sie ist Senior Researcher an der ZHAW School of Management and Law und Gastdozentin an der TU Dresden. Zuvor arbeitete sie an der ETH Zürich sowie am RECET der Universität Wien. Sie promovierte 2022 in Politikwissenschaft an der University of Manchester, nachdem sie einen Master an der Wroclaw University of Economics und einen Bachelor an der Kyiv National Economic University abgeschlossen hatte. Sie hat umfangreich zu europäischer und ukrainischer Aussenpolitik publiziert.
Dmytro Boyarchuk ist Executive Director von CASE Ukraine. Seine Schwerpunkte liegen in der Analyse der Fiskalpolitik und des Agrarsektors, in makroökonomischen Prognosen sowie in der Beratung staatlicher Institutionen. Zudem arbeitet er als Wirtschaftsberater bei GlobalSource Partners, Inc. Er ist Autor zahlreicher Beiträge, unter anderem für Forbes und Ekonomichna Pravda. Dmytro Boyarchuk ist Absolvent der Kyiv-Mohyla Academy sowie der London School of Economics and Political Science.
IBP 2026: Auf einen Blick
«Four Years of Russia’s Invasion of Ukraine: How has the World Changed?»
- Datum: 20.02.2026
- Uhrzeit: 12:30-13.30 Uhr
- Sprache: Englisch
- Teilnahme: Online, kostenlos